Gedanken zum Terrorismus

Ueber den Terrorismus nachzudenken, wie er sich wieder bei den schrecklichen Attentaten in Paris manifestiert hat, kann einem rasch einen rauchenden Kopf bescheren. Hier mal ein paar grundsätzliche Gedanken dazu.

• Die Flüchtlinge, die hier in Europa ankommen, flüchten genau vor dem, was jetzt in Paris geschehen ist. Nur ist es in Syrien noch viel, viel schlimmer als in Paris.

• Natürlich werden sich unter den Flüchtlingen auch einige Terroristen befinden. Diese können aber auch sonst problemlos einreisen.

• Ein grosser Teil der Flüchtlinge ist islamischen Glaubens. Diese rückständige und arrogante Religion in immer grösserer Anzahl in Europa vertreten zu haben, wird uns weiterhin einiges an Problemen bescheren.

• Die Gründe, die zu den schrecklichen Zuständen in Syrien geführt haben, sind vor allem die geostrategischen Handlungen der Grossmächte. Die USA sichern sich ihre Oellieferungen (und die damit verbundenen massiven Gewinne für die Oelkonzerne). Die Russen wollen ihren Verbündeten, den grausamen Diktator Assad, nicht verlieren, er ist ihr einziger Brückenkopf im Nahen Osten.

• Die grössten Sponsoren des Terrors sind die Saudis mit ihrer steinzeitlichen Wahabismus-Variante des Islams. Gerade hat Obama wieder einen grossen Waffendeal mit den Saudis bekanntgegeben – für „Anti-Terrorismus-Aktionen“, hurra! Die Kasse klingelt.

• Die Geheimdienste profitieren von diesen schrecklichen Attentaten, denn sie können weitere Machtbefugnisse und Gelder einfordern. Dies, obwohl sie mit ihrer bereits jetzt flächendeckenden Ueberwachung immer wieder versagen. Aber wahrscheinlich kommt ihnen ein erfolgreiches Attentat hin und wieder ganz gelegen.

• Die grossen Akteure – Terroristen einerseits und Staatsterroristen andererseits – freuen sich über die Attentate, denn ein böser Feind stärkt ihre Positionen.

• Das durch das Gemetzel verunsicherte Volk lässt sich leichter manipulieren…

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Eternal Bliss: Comeback als Live-Act

Bereits 1995 habe ich unter dem Namen Eternal Bliss diverse psyTrance-Tracks veröffentlicht, damals nannte man diese Musik „Goa“. Im folgenden Jahr erschien das Album „Pyramids“, das sich recht gut verkaufte.

Eternal Bliss - the Pyramids album
Eternal Bliss - the Pyramids album

In den letzten Jahren habe ich zusammen mit unserem Sohn Sean Wassermann ein neues Album von Eternal Bliss entwickelt, der Stil ist heute Full-On psyTrance mit Tempi zwischen 143 und 149 bpm. Sean studiert inzwischen am CalArts in der Nähe von Los Angeles klassische nordindische Musik, sein Instrument heisst Tabla, und er hat das Interesse an psyTrance etwas verloren. Meine eigene Priorität hat sich von der Studioproduktion zum Live-Auftritt verlagert, und ich geniesse es, mit der Gitarre spontan auf den Backing Track und das Publikum zu reagieren. Auf www.eternalblissmusic.com kannst du reinhören.

Eternal Bliss live @ Hexentanz, Basel, Mai 2010
Eternal Bliss live @ Hexentanz, Basel, Mai 2010

Eternal Bliss ist ein Live-Act der speziellen Sorte, manche Leute nennen meinen psychedelischen Stil „Guitar Psy“. Ich spiele mit meiner „Roland Ready“ Fender Stratocaster den Gitarren-Synthesizer Roland VG-99. Als Zusatz-Effekt setze ich vor allem den TC Electronic Nova Repeater ein, einen fantastisch klingenden und recht preisgünstigen Delay-Bodentreter. Neuerdings spiele ich auch die Korg Wavedrum, die mir mit ihrem „akustischen“ Spielgefühl und den sensibel reagierenden Sounds sehr gut gefällt.

Eternal Bliss live @ Hexentanz, Basel, Mai 2010 (Bild2)
Eternal Bliss live @ Hexentanz, Basel, Mai 2010 (Bild2)

Hier noch ein inzwischen klassischer Video aus dem Pyramids-Album von Eternal Bliss:

Verdeckter Banken-Bailout für Griechenland

Kurz zusammengefasst bedeutet die Rettung Griechenlands und das Aufspannen eines EU-Schutzschirms für weitere bedrohte Länder wie Portugal und Spanien nichts anderes als ein weiterer, diesmal verdeckter Banken-Bailout.

Ein Staatsbankrott Griechenlands hätte bedeutet, dass französische, deutsche und Schweizer Banken grosse Abschreiber auf ihre griechischen Staatsanleihen hätten machen müssen. Das wurde nun verhindert, primär auf Druck der Franzosen, wobei anzumerken ist, dass diese Aktion den grundlegenden EU-Verträgen widerspricht: es war niemals abgemacht, dass ein Land für die Schulden des anderen einstehen muss.

Zudem hat die Europäische Zentralbank die Prinzipien der Euro-Stabilität geopfert, was vermutlich zu Inflation im Euroland führen wird.

Die Banken wurden gerettet, bezahlen werden vor allem die deutschen Steuerzahler. CDU-Politiker wie Roland Koch fordern bereits Einsparungen bei Bildung und Sozialhilfe. Es sollen also vor allem die Jungen und die Armen bluten, die sich am wenigsten wehren können.

Goasys-Party-Premiere mit Schaltkreis Wassermann

Am Freitag, 6. Februar 2009, ab 21.00h steigt im Basler Nordstern die erste psychedelic Party des Goasys-Teams. Stella und ich freuen uns, mit unserem multimedialen Live-Projekt t Schaltkreis Wassermann an dieser Premiere aufzutreten.

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Und so sieht das Programm des Abend aus:

– Chilliges Ambient Set mit DJ Schaya
– Unsere Multimedia-Live-Performance mit Schaltkreis Wassermann – eine Stunde live-Musik mit abgefahrenen rhythmischen Projektionen. Stella singt und spielt den Kaossilator, während ich den Gitarren-Synthesizer traktiere. Unsere Show beginnt etwa 22.30h.
– Bauchtanz-Show
– Psytrance-Live-Act mit Crystal Magma, früher bekannt als Chili und Schote. Yves und Cedric machen spontane Rhythmus-Collagen mit ihren sechs Korg Electribe-Synthesizern und zwei Drum-Machines.
– Feuershow
– PsyTrance-Set mit DJ Jonas, für die Tanzwütigen.
– Zurück zu den goldenen Goa-90ern, DJ Schaya.

Eintritt: CHF 18.- / EUR 12.-

Es gibt ein leckeres Buffet zum Preis von nur CHF 15.- /EUR 10.- , bitte anmelden bei: info@goasys.com

Hope to see you there!
PJ Wassermann

Ibiza-Update, Juli 07

Oelpest vor Ibizas Küste: der Tanker „Don Pedro“ mit 150 Tonnen Oel ist wenige Kilometer vor Ibizas Hafen auf ein Riff aufgelaufen und sofort gesunken. Die Strände Playa d’en Bossa, Talamanca und Figueretas wurden geschlossen. Taucher haben inzwischen die Lecks abgedichtet, und es scheint, dass eine grössere Katastrophe verhindert werden konnte.
(Nachtrag vom 16.7.2007: Offenbar alles viel schlimmer, als die ersten Meldungen vermittelten. Habe Video gesehen von oelverschmierten Felsen bei Ses Salines, dem wunderschönen Strand mit den bizarren Felsen und den Sanddünen.)

Der Tanker-Unfall ist symptomatisch für die Rücksichtslosigkeit, mit der Ibiza, ein Juwel des Mittelmeers, von den Menschen behandelt wird. Insebesondere in den vier Jahren Herrschaft der rechtsgerichteten PP (Partido Popolar), die von König Abel Matutes beherrscht wird, wie auch grosse Teile von Ibizas Wirtschaft, wurden brutale Schneisen in die kleine Insel geschlagen, um ungeheuerlich überteuerte Autobahnen zu bauen, von denen wiederum primär Matutes und sein Clan profitiert haben.

Nun haben bei den Wahlen vom 16.Mai die Sozialisten die Mehrheit erreicht und wurden anfangs Juli in ihre Aemter eingesetzt. Bereits laufen Korruptionsverfahren gegen Prinzessin Stella Matutes und zwei weitere Abgeordnete.

Nun rasen die Taxifahrer mit 130 km/h über das Stück Autobahn vom Flughafen bis in die Umfahrungsstrassen rund um Ibiza, auf denen eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h pro Stunde signalisiert ist. Keiner scheint sich darum zu kümmern. Die Touristen, von denen die Insel lebt, können der Autobahn nichts abgewinnen – genau vor solchen Monströsitäten sind sie temporär aus ihrer Heimat geflüchtet.

Ibiza Sunset

Von Inselbewohnern höre ich, dass die Polizei aggressiv gegen kleine Haschisch-Dealer vorgeht. Aus dem „Hippie“-Markt vo Las Dalias soll einer mit Handschellen abgeführt worden sein. Andererseits ist zu lesen, dass Spanien den höchsten Pro-Kopf-Konsum von Kokain haben, Spitzenreiter ist vermutlich Ibiza. Sichtbar wird das, wenn einer mit 150km/h über eine Landstrasse rast, auf die Velofahrer von den Tourismusbehörden gelockt worden sind.

Die Clubs Amnesia, Bora-Bora und DC-10 wurden anfangs dieser Saison geschlossen. Vielleicht können sie jetzt im Juli wieder öffnen. Der Grund soll sein, dass in diesen Lokalen Drogen verkauft worden seien. Wer hätte das gedacht? Jeder weiss, dass in allen grossen Discos und Clubs der Drogenhandel zum Geschäft gehört, auch im Space, bei dem König Matutes Mitbesitzer ist.

Bezüglich Drogen ist Spanien immer noch völlig unaufgeklärt, die Medien schreiben nach wie vor von „la Droga“, in den meisten Fällen ohne zu spefizieren, um was es konkret geht. Wie soll da eine ernsthafte Diskussion stattfinden? Wie immer seit dem Antritt von Bush läuft alles in die völlig falsche Richtung.

Gesoffen wird wie eh und je. Als letzthin eines meiner Lieblingslokale um 1.00h morgens schloss, torkelten mehrere Besucher aus der Bar und hinter das Steuer ihrer Autos. Entsprechend viele Tote gibt es auf Ibizas Strassen.

Dennoch gibt es auf Ibiza immer noch wunderschöne Gegenden mit unberührter Natur. Wie lange noch?

Die Sozialisten haben nun immerhin die Schliessung von mehreren Restaurants in den Salinen angeordnet, die ohne Bewilligung mitten in die Dünen gebaut worden sind, nach guter ibizenkischer Tradition: „Die Gesetze gelten nur für die Ausländer.“ Gerade habe ich gelesen über einen politischen Vorstoss, dass bei Drogenvergehen gegenüber Ausländern keine bedingten Strafen mehr angewendet werden sollen, für Spanier und Ibicencos schon. Ob das mit dem EU-Recht vereinbar ist?

Knut ist gut!

Zusammen mit meinem Partner Mike Pyczak habe ich unter dem Projektnamen „Der Eisbär“ einen deutschsprachigen Kinder-Popsong namens „Knut ist gut!“ kreiert.

Wegen unserem gemeinsamen Online-Vertrieb migusto.de (CD-Vertrieb und Webshop für unabhängige Musiker, Bands, Produzenten und Labels in Deutschland) bin ich öfters mal in Berlin. Eine tolle Stadt übrigens, die mir sehr gut gefällt, und ihre Bewohner ebenso.

Anfangs Februar sahen wir ein Foto des knuddeligen, im Berliner Zoo geborenen Eisbär-Babys Knut und hatten spontan die Idee, einen Song für Knut zu machen. Denn Knut war nicht nur süss, sondern irgendwie pfiffig. Und wir hatten schon lange über eine mögliche musikalische Zusammenarbeit gesprochen. Mike war früher als Sänger der Gruppe Sechser-Pack jahrelang on the Road gewesen. Und ich habe einen reichen Background als elektronischer Musiker, Gitarrist und Produzent.

Knut bei seinem ersten Ausflug im Zoo.

Die Idee blieb zunächst liegen, aber anfangs März mailte mir Mike einen Text für einen Knut-Song, der mir gut gefiel. Eigentlich wollte ich mir nicht noch mehr Arbeit aufhalsen, doch ich setzte mich an einem Sonntagabend mit der Gitarre hin, nachdem ich mit Mike telefoniert hatte, um sein Feeling für den Song zu spüren. Ueberraschenderweise brauchte ich keine halbe Stunde für die gesamte Komposition – irgendwie war sie bereits im Raum gestanden und wartete nur darauf, dass ich sie abholte und aufzeichnete.

Mike hatte Freude an dem Song, und am nächsten Donnerstag holte ich ihn nachts in Basel am Bahnhof ab. Wir produzierten den ganzen Freitag und hatten dann den Song grundsätzlich im Kasten. Natürlich gab es noch einiges daran herumzufummeln. Dann noch die Hülle und das Mastering, und am 27.3.2007 begann migusto.de die CDs auszuliefern.

Der Rest ist Geschichte, sozusagen, denn am Sonntag, den 25.3.07, feierte die EU ihren 50jährigen Geburtstag in Berlin. Die Video-Teams und Fotografen, die dafür zu hunderten in Berlin anreisten, hatten am Freitag zuvor Knut entdeckt, der an diesem Tag seinen ersten Ausflug ins Freie machte.

Knut war zum Superstar geworden. Andere Künstler hatten ebenfalls Songs für Knut entwickelt, und der Medien-Hype explodierte. War es das schlechte Gewissen gegenüber der vom Aussterben bedrohten Tierart Eisbär, das mit der Liebe zu Knut kompensiert werden musste? Oder ein Bedürfnis nach einem Stück heiler Welt inmitten der auseinanderfallenden Realität? Oder einfach ein Urinstinkt des Menschen nach Freundschaft mit dem Tier? Sicher auch die Gier der Medien nach stets neuen emotional anrührenden und gut aussehenden Themen.

Die Medien beim Angriff.

Ich denke jedenfalls, es ist uns ein hübscher kleiner Kinder-Popsong gelungen, mit einem witzigen Text und einer überzeugenden gesanglichen Interpretation, wenn auch das Arrangement und die Produktion nicht ganz so ausgefeilt sind, wie ich es gerne habe – die Zeit war zu knapp. Wir kriegen viele Komplimente – von „tierisch gut“ bis zu „welch ein entzückendes Lied“ und einer schrieb: „If this isn’t a hit, I’ll eat my socks“. Andere, vor allem die Fans meiner eher experimentellen Projekte, können sich kleine Schmähungen nicht verkneifen, das kann ich ja verstehen, denn nicht alle Menschen sind musikalisch tolerant.

Bin gespannt, wie’s weitergeht mit „Der Eisbär“….

Alle Fotos (ausser CD-Cover) Copyright von Tina Merkau, Berlin, mailto: Tina.Merkau@t-online.de