Sozialismus, Kapitalismus und Spiritualität

Auf Facebook entstand unter dem Aufhänger „Fuck the EU“ eine der FB-typischen hingemotzten Diskussionen, in der die EU als sozialistisch bezeichnet und jede Menge anderer Unsinn abgesondert wurde. Aber immerhin hat mich diese eher nervige Anekdote zum Nachdenken angeregt, und folgendes ist dabei herausgekommen…

Sozialismus ist eine Utopie von Freiheit, Gleichberechtigung und sozialer Gerechtigkeit. Die gesellschaftliche Umsetzung dieser Utopie ist bisher stets gescheitert, weil der dafür notwendige altruistische und dennoch tüchtige Menschentyp nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung steht, weil die Initiative des Einzelnen unterdrückt worden ist und weil das einseitige Hochhalten des Kollektivvdenkens kreative Lösungen verhindert. Kapitalismus hingegen ist eine Ideologie, die auf der Annahme beruht, dass dem Allgemeinwohl am besten gedient ist, wenn jeder nur seinem Eigennutz folgt. Diese Denkweise hat einerseits einer beträchtlichen Anzahl von Menschen materiellen Wohlstand gebracht, hat aber andererseits zu einer rücksichtslosen und unhaltbaren Ausbeutung der Ressourcen geführt, zur weitgehenden Zerstörung natürlicher Lebensräume und indigener Kulturen, zur unwiderruflichen Ausdünnung der biologischen Artenvielfalt, zur Ausschaltung des freien Unternehmertums durch globale Grosskonzerne und zu einer grotesken Ungleichverteilung der Besitztümer dieser Welt und der damit einhergehenden politischen Macht.

Persönlich bin ich der Meinung, dass die sozialistischen Ideale von Freiheit, Gleichberechtigung und sozialer Gerechtigkeit mit freiem Unternehmertum kombiniert werden müssen. Zwingend notwendig ist aber die dritte Komponente der Spiritualität, wie sie in der Philosophie eines Dalai Lama oder des indischen Yogis Yogananda zum Ausdruck kommt oder auch durch das ganzheitliche Verständnis, das mittels intelligentem Einsatz von psychedelischen Substanzen vermittelt werden kann. Nur durch ein solches erweitertes Denken entsteht eine Sichtweise, die Eigennutz optimal mit dem Gesamtwohl verbindet.

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Steve Jobs: Follow your heart and intuition

“Your time is limited, so don’t waste it living someone else’s life. Don’t be trapped by dogma, which is living with the results of other people’s thinking. Don’t let the noise of others’ opinions drown out your own inner voice. And most important, have the courage to follow your heart and intuition. They somehow already know what you truly want to become. Everything else is secondary.”
Steve Jobs, 2005

Topographie des Unbewussten

Letzthin habe ich mich wieder mit Stanislav Grofs Topographie des Unbewussten befasst, einem nicht ganz einfach zu lesenden, aber enorm spannenden Buch zum Thema „LSD im Dienst der tiefenpsychologischen Forschung“. Der Mediziner Grof beschreibt darin einige der Hunderte von LSD-Sitzungen mit meist schwerstgestörten Patienten, an denen er in den sechziger Jahren in der Prager psychiatrischen Universitätsklinik teilgenommen hat, und und teilt uns seine Schlussfolgerungen mit.

Stanislav Grof
Stanislav Grof

Wenn man ein so profundes Werk nach vielen Jahren in die Hände nimmt, dann erinnert man sich an einiges, manches wirkt völlig neu und anderes tritt plötzlich klar zutage, das man früher gar nicht richtig wahrgenommen hat. Folgendes habe ich als wichtig empfunden:

• Gemäss Grof gibt es keine allgemeine Wirkung von LSD, die zuverlässig jedesmal auftritt. Vielmehr sind die Resultate völlig spezifisch von der jeweiligen Person und den Umständen abhängig.

• Andererseits tritt bei jeder Person mit seelischen Problemen über mehrere Trips hinweg immer wieder dieselbe Thematik auf, bis sie bis zum Kern durcherlebt worden ist. Danach tritt sie nicht mehr auf.

• Grof entwickelt das Konzept der COEX-Systeme, der Systeme verdichteter Erfahrungen (condensed experiences = COEX). Diese entstehen durch unverarbeitete traumatische Erlebnisse, die im späteren Leben weitere Erlebnisse ähnlichen Charakters nach sich ziehen. Unter LSD gelangen zuerst die jüngsten Erlebnisse aus dem Unbewussten an die Oberfläche, danach in weiteren Sitzungen die früheren und schliesslich das Kern-Erlebnis. Wenn dieses neu durchlebt und damit verarbeitet worden ist, tritt es nicht mehr auf.

• Als geeignetes Vorgehen für psychotherapeutische Sitzungen empfiehlt Grof folgendes: Bequem liegend oder oder sitzend an Kissen angelehnt, mit Schlafmaske und Kopfhörer mit Musik. Nicht verkrampft in der eigenen Seele nach Problemen forschen, sondern aufsteigen lassen, was einem spontan in den Sinn kommt, ohne zu werten. Als Beobachter einfach wahrnehmen, ohne sich damit zu identifzieren.

Grofs Buch geht noch viel weiter. Vielleicht ein andermal…

Haiti

Das schrecklich langsame Anlaufen der Ueberlebenshilfe in Haiti zeigt mit grosser Deutlichkeit das falsche Denken der Menschen.

Würde der Auftrag lauten, die Ueberlebenden des Erdbebens umzubringen, so wäre der Job spätestens innert ein bis zwei Tagen erledigt. Wenn es aber darum geht zu helfen, dann ist die weltweite Militärmaschinerie überfordert.

Klar, der Flughafen war zerstört und musste zuerst notdürftig wieder hergerichtet werden. Aber alle Armeen der Welt haben doch riesige Transporthelikopter, die praktisch überall landen können. Warum werden die nicht eingesetzt?

Der Grund fürs Desaster ist klar: Das Militär, das einen riesigen Anteil des Wohlstands der Menschheit auffrisst und notabene einer der grössten Umweltverschmutzer ist, ist nur konzipiert fürs Töten und nichts fürs Helfen.

Kapitalismus

Ist es nicht seltsam, dass wir in einer Gesellschaft leben, wo die produktiv tätigen Menschen am wenigsten Geld verdienen, während absurd hohe Beträge von Hedge Funds und anderen Spekulanten abgezockt werden, die nur gerade Lücken im Finanzsystem ausnutzen, ohne selber einen produktiven gesellschaftlichen Beitrag zu leisten?

Noch seltsamer ist, dass diese Tatsache allgemein einfach so hingenommen wird.

Bedrückend ist, dass diese Parasiten aufgrund ihrer Finanzkraft einen grotesk überproportionalen politischen Einfluss ausüben. Und somit ihre zukünftigen Einkünfte absichern.

„konservativ“ gehört abgeschafft

Guter Text von Matthias Matussek bei Spiegel-Online: Wie ich aus Versehen ein Linker wurde. Versehen mit einem Bild des dauergrinsenden Banksters Ackermann und seiner Freundin Merkel.

Nur: die Bezeichnung „konservativ“ für Rechts-Aussen-Politiker gehört nun wirklich mal abgeschafft. Konservativ heisst doch „bewahrend“, worauf uns zum Beispiel das Wort Konserve hinweist. Diese Leute, denen nur das Profit-Interesse der obersten Schicht am Herzen liegt, und die dabei freudig die ganze Oekosphäre und die anderen 90% der Gesellschaft kaputtmachen, sind nicht konservativ, sie sind destruktiv.

Etwas mehr Sprachbewusstsein, bitte.