Alternativen zu Terror, Big Business und Religionen

Der folgende Text von Luc Saner zu Terror, Big Business und Religionen ist zwar nach 9/11 geschrieben worden, aber nach wie vor aktuell.
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Der 11. September
Alternativen zu Terror, Big Business und Religionen
Luc Saner
1. Einleitung
a) Der 11. September, ein Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit? Keineswegs. Unter dem Titel „War on Terrorism“ wird der alte Kampf um Res- sourcen ausgefochten. Dabei dürften Öl- und Rüstungsgeschäfte im Vordergrund stehen.
Die Welt wird zu diesem Zweck nach bewährten religiösen Mustern in Gute und Böse aufgeteilt. Nach westlicher Lesart sind die Guten die Terroristenbekämpfer und die Bösen die Terroristen. Zu den Guten zählen die US-Truppen in Afgha- nistan, die auf ihrem Feldzug gegen das Böse rund 5’000 Zivilisten getötet haben. Flächenbombardierungen, unpräzise Bomben, Bombenabwürfe aus grosser Höhe und bewusst falsche Zielanweisungen der Nordallianz sind für diese Toten ver- antwortlich (vgl. Stahel, Krieg, S. 21). Zu den Bösen zählen die Taliban und die Al Kaida, denen direkt oder indirekt die Attentate in den USA vom 11. Septem- ber angelastet werden, wobei rund 3’000 Tote zu beklagen waren.
b) Die Resultate dieses Feldzuges gegen das Böse sind ernüchternd. So muss in Afghanistan Präsident Karzai von US-Truppen bewacht werden, ein Mordan- schlag gegen ihn und seine Regierung reiht sich an den anderen. Die Afghanen lassen sich wieder Bärte wachsen, die Afghaninnen tragen immer noch die Burka, Opium wird in grossem Stil angebaut und Al Kaida wütet weiter (vgl. Stahel, Kolonialstaat, S. 36 f., und Drogen, S. 11 f.). Die Terrorismusbekämpfung ist ein Fehlschlag. Doch dürfte anderes im Vordergrund stehen. Im Buch des ehemali- gen US-Sicherheitsberaters Zbigniew Brzezinski, The Grand Chessboard – American Primacy and Its Geostrategic Imperatives, findet sich über Afghanis- tan eine aufschlussreiche Grafik, mit einer Pipeline von Norden nach Süden. Sie soll Öl vom Kaspischen Becken bis zum Indischen Ozean transportieren (Brzezinski, S. 146). Weitere Wirtschaftsinteressen kommen hinzu, die bis ins Umfeld von Präsident Bush (Sohn) reichen. So wurde kürzlich in der NZZ über die „Carlyle-Group“ berichtet (Cleis). Die Carlyle ist eine Private-Equity- Gruppe, welche vom ehemaligen US-Verteidigungsminister Frank Carlucci ge- leitet wird und zu deren Partnern politische Grössen zählen wie Präsident Bush (Vater), der ehemalige Staatssekretär James Baker und der frühere britische Pre- mierminister John Major. Carlyle will laut ihrer Homepage die weltweit führende Private-Equity-Gruppe werden. Zur Zeit zählen über 535 Investoren aus 55 Ländern zu ihren Kunden. Investitionen werden in den Rüstungs- und Energiesektor getätigt. Carlyle ist von verschiedener Seite kritisiert worden, ihr Beziehungsnetz auszunützen, indem sie wacklige Rüstungsunternehmen kaufe, für diese Regierungsaufträge beschaffe, um die Firmen mit Gewinn zu verkaufen. Bis vor kur- zem war Carlyle, die dem breiten Publikum aufgrund der US-Sicherheitsgesetze nicht offensteht, erstaunlicherweise mit der saudischen Familie bin Laden liiert.
c) Solche Geschichten liessen sich um Dutzende von Facetten ergänzen. Und sie fanden und finden überall auf unserem Planeten statt. Daran hat auch der 11. September nichts geändert. Aber sind solche Geschichten wirklich für alle Zeiten nötig? Oder gibt es Alternativen? Ich meine ja. Um diese Alternativen aufzuzeigen, werde ich fünf Konfliktfelder darstellen, die meines Erachtens zu den wahren Hintergründen des 11. Septembers gehören:
• die Fehleinschätzungen beider Seiten über die Tragfähigkeit ihrer Religionen, d.h. des Christentums, des Judentums und des Islams;
• das Bevölkerungswachstum, insbesondere in Verbindung mit dem Ressourcenverbrauch durch den Westen;
• die Fokussierung der Politik und der Wirtschaft des Westens auf die Marktkräfte und die Globalisierung dieser Ideen über die WTO;
• das undurchsichtige Nebeneinander offizieller und privater Weltpolitik;
• die verdeckten Aktionen der Geheimdienste, insbesondere der CIA,
und der Wahn des Terrorismus.
2. Fehleinschätzungen des Christentums, des Judentums und des Islams
a) Menschliche Gesellschaften kennen in der einen oder anderen Form Reli- gionen. Heute gehört das Christentum mit fast zwei Milliarden Anhängern, der Islam mit fast einer Milliarde Anhängern, der Hinduismus mit 750 Millionen Anhängern und der Buddhismus mit rund 500 Millionen Anhängern zu den am weitest verbreiteten Religionen. Das Judentum kann knapp 20 Millionen Anhän- ger sein eigen nennen, während rund eine Milliarde Menschen sich zu keiner Re- ligion bekennen (vgl. O’Brian/Palmer, S. 23 bis 29 und 41 sowie die Übersicht bei Eggenberger und Reller/Kiesig).
Diese Religionen befassen sich insbesondere mit der Frage nach Gott und der Schöpfung, dem Ende des weltlichen Daseins, der Idee der Wiedergeburt und dem Tod, stellen Verhaltensregeln auf und verehren ihre Propheten und Religi- onsgründer. Trotz diesen im wesentlichen übereinstimmenden Fragestellungen sind die Antworten der Religionen in diesen Punkten oft verschieden (vgl. O’Brian/Palmer, S. 88 bis 95; Die fünf grossen Weltreligionen).
b) Allein schon dies lässt Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser Religionen auf- kommen, insbesondere da sich auch keine Anhaltspunkte dafür finden lassen, dass eine dieser Religionen sich vor allen anderen auszeichnet. Vielmehr drängt sich die Annahme auf, dass all diese Religionen nicht göttlicher, sondern menschlicher Herkunft sind. Dies gilt umso mehr, als ihre Inhalte durchwegs den Vorstellungen der Zeit entsprechen, in der ihre Verkünder lebten. So sind Bibel,
Testament und Koran weit über 1’000 Jahre alt. Dementsprechend überholt sind viele ihrer Vorstellungen, insbesondere das anthroprozentische Weltbild.
c) Neben den generellen Vorbehalten gegenüber den grossen Weltreligionen muss nämlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Existenz eines persönlichen Gottes ausgeschlossen werden, wie ihn das Christentum, der Islam und das Judentum postulieren (vgl. Kaspar, S. 118 ff., zum Christentum; van Ess, S. 67 ff., zum Islam; Goldberg, S. 97, zum Judentum). Die zeitlichen und räumlichen Dimensionen des Universums schliessen es aus, dass das Univer- sum um der Menschheit willen geschaffen wurde resp. existiert. Vielmehr muss die Menschheit als Folge und Bestandteil eines seit rund 15 Milliarden Jahren andauernden Evolutionsprozesses verstanden werden. Dieser Evolutionsprozess begann nach der heute herrschenden Lehre mit einem Urknall, brachte über hun- dert Milliarden Galaxien mit jeweils Hunderten von Milliarden Sonnen hervor und liess auf unserem Planeten vor vier Milliarden Jahren das Leben und auch uns Menschen entstehen.
Nehmen wir an, dass das Alter des Universums von rund 15 Milliarden Jahren einem Jahr entspricht, einem für uns überschaubaren Zeitraum. Bei dieser Betrachtungsweise taucht unser Vorfahre, der Homo erectus, am 31. Dezember dieses hypothetischen Jahres knapp eine Stunde vor Mitternacht auf. Der Homo sapiens, der heutige Mensch, betritt knapp drei Minuten vor Mitternacht unseren Planeten. Das Jahr Null unserer Zeitrechnung, das ungefähre Datum der Geburt Christi, beglückt uns gut vier Sekunden vor dem Jahreswechsel. Ist es möglich, dass wegen dieser kurzen Zeit ein ganzes Jahr vergehen muss?
Nehmen wir an, das heute bekannte Universum mit seinem Durchmesser von etwa 30 Milliarden Lichtjahren würde auf die Grösse der Erde schrumpfen. Bei dieser Betrachtungsweise hätte unsere Galaxie, die Milchstrasse, noch einen Durchmesser von rund 40 Metern. Unsere Sonne wäre bereits nur noch halb so gross wie ein Wasserstoffatom. In einem Gramm Wasserstoff gibt es 6 x 10 Wasserstoffatome. Unsere Erde wäre etwa fünfhundertmal kleiner als ein Was- serstoffatom. Ein einzelner Mensch wäre bei dieser Sichtweise kleiner als die kleinsten Quarks, die die Atomkerne bilden. Würden alle sechs Milliarden der- gestalt verkleinerten Menschen einander auf die Köpfe stehen, würde diese Pyramide weniger als ein Millionstel Millimeter hoch sein, selbst wenn man von einer Durchschnittsgrösse dieser Menschen von zwei Metern ausgehen würde. Kann man im Ernst annehmen, dass dieses schwankenden Gebildes wegen von nicht einmal einem Millionstel Millimeter Höhe die Erde geschaffen wurde?
d) Das Christentum, das Judentum und der Islam als anthroprozentische Re- ligionen vermischen in verhängnisvoller Weise das Ende des weltlichen Daseins, Wiedergeburt und Tod, die ganz verschiedene Ebenen treffen. Das Ende des weltlichen Daseins wird dem Untergang der Subspezies homo sapiens sapiens im irdischen Leben samt Aburteilung durch das Jüngste Gericht gleichgesetzt (vgl. O’Brian/Palmer, S. 91). Doch dürfte selbst der Untergang unserer ganzen Gala- xie, der Milchstrasse, für das Universum völlig bedeutungslos sein. Umso weni- ger kann das Aussterben einer einzelnen Unterart auf einem Planeten mit dem „Weltuntergang“ gleichgesetzt werden. Diese homozentrische Sicht der Dinge ist nicht nur falsch, sondern auch verhängnisvoll, weil sie den wahrscheinlichsten Evolutionsschritt für den Menschen gar nicht erwägt, nämlich dessen Aussterben bei grundsätzlich unverändertem Weiterbestand des Planeten Erde und seiner Lebewesen. So sind diejenigen Arten recht kurzlebig, die wie wir zu den „Homi- niden“ zählen. Von dem knappen Dutzend Arten resp. Unterarten „Hominiden“ überlebte keine wesentlich länger als eine Million Jahre, manche jedoch bloss ein-, zweihunderttausend Jahre. Man geht davon aus, dass oft Klimaschwankun- gen zum Aussterben führten. Ein mögliches Szenario für das Aussterben unserer Subspezies, die mittlerweise seit knapp hunderttausend Jahren die Erde bevöl- kert, könnte auch die Verbreitung einer tödlichen Seuche sein, begünstigt durch die Bevölkerungsdichte, geschwächte Immunsysteme und die rege Reisetätigkeit.
e) Im Resultat ergibt sich, dass keine der Kriegsparteien sich in zentralen Fragen auf einen religiösen Standpunkt stellen kann, der den heutigen Erkennt- nissen der Evolutionstheorien standhält. Es ist erschreckend und gefährlich, dass vor allem in den hochgebildeten und hochgerüsteten USA noch ein derart rückständiges Klima herrscht.
3. Nachhaltige Entwicklung
a) Aller Orten wird zwar eine nachhaltige Entwicklung gefordert. Dabei geht es darum, Bevölkerungswachstum, Ressourcenverbrauch und Umweltbelastung in ein stabiles Gleichgewicht zu bringen. Der Westen, mit seinem exorbitanten Ressourcenverbrauch, ist weit davon entfernt, ein derartiges Gleichgewicht zu erreichen.
b) So hat Gonzague Pillet 1993 für die Schweiz errechnet, dass sie bloss eine Million statt der heute rund sieben Millionen Einwohner beherbergen dürfte, wenn sich diese Einwohner allein auf die landeseigenen, erneuerbaren Ressour- cen stützen könnten. Eine Studie, die 1995 vom Umwelt- und Wirtschaftsbera- tungsbüro Infras, Zürich, vorgelegt wurde, stellt aufgrund des Ressourcen- verbrauchs und der Umweltbelastung in der Schweiz fest, dass heute eine Über- nutzung von Ressourcen und Umwelt um durchschnittlich das Drei- bis Acht- fache erfolgt (Infras, S. 8).
Zu einem ähnlichen Resultat gelangt eine entsprechende Berechnung für die USA. David und Marcia Pimentel haben 1991 festgehalten, dass die USA ge- stützt auf die landeseigenen, erneuerbaren Ressourcen das „gegenwärtige hohe Niveau von Energieverbrauch, Lebensstandard und Wohlstand“ nur beibehalten können, wenn eine Bevölkerungszahl zwischen 40 und 100 Millionen angestrebt wird (zitiert bei Pillet, S. 30, Fussnote 3). So verbraucht allein der US-Transport- sektor mehr als die landeseigene Ölproduktion. Die untere Grenze von 40 Millionen Einwohnern würde für die USA rund sechsmal weniger Einwohner als heute bedeuten. Dies würde heissen, dass die Bevölkerungsdichte von
22 26Menschenprokm aufgutvierEinwohnerprokm sinken müsste.

c) Statt diese Situation der Bevölkerung zu kommunizieren und daraus die nötigen Schlüsse zur Begrenzung des Bevölkerungswachstums insbesondere im Westen zu ziehen, versuchen vor allem die USA mit allen Mitteln, sich die Herr- schaft über die weltweiten Rohstoffe, insbesondere über die Ölquellen in den arabischen Staaten, zu sichern. Ein dauerhafter Konflikt ist so unumgänglich.
4. Markt und Globalisierung
Im Gleichklang mit dieser Wachstumsideologie und in Ermangelung einer um- fassenden, tragfähigen Weltanschauung wird der „Markt“ zur weltweiten Religi- on erhoben, Big Business gleichsam heilig gesprochen. Namentlich mittels der WTO und ihrem Regelwerk wird die Idee des Marktes im globalen Massstab ex- portiert. Eine derartige ideologische Monokultur muss scheitern. Die im schwer durchschaubaren WTO-Regelwerk jüngst eingebrachten Bestimmungen zum Umweltschutz (Senti, S. 294 ff.) und zum Schutze der wirtschaftlichen schwa- chen Staaten (Senti, S. 259 ff.) zeigen immerhin, dass sich die eindimensionale ökonomische Sichtweise auf dem Rückzug befindet.
5. Offizielle und private Weltpolitik
a) Eng mit der Idee der Marktwirtschaft ist die Idee der privaten Weltpolitik verknüpft. Ihre Wurzeln reichen bis zu „Glorious Revolution“ von 1688 in Eng- land zurück, womit die Begrenzung staatlicher Macht und die Unantastbarkeit des Privaten institutionalisiert wurden. John Locke verarbeitete diese politische Revolution 1689 in seiner Schrift „Two treatises of government“.
b) Im Freimaurertum fanden diese Ideen und die Idee der freien Marktwirt- schaft eine schlagkräftige Organisation, die im Verborgenen tatkräftig wirkte. Serviceclubs wie Rotary und Lions Clubs, beide aus den USA stammend, sorgten für eine Einbindung auch des einfacheren Bürgertums in die herrschenden Krei- se. Durch die Gründung sogenannter „Think Tanks“ wurde die Politikplanung auf eine solidere Grundlage gestellt. Cecil Rhodes (1853-1902), ein britischer Finanzier und Begründer eines Wirtschaftsimperiums im südlichen Afrika, ini- tiierte mit der sogenannten Rhodes-/Milner-Gruppe, einer „Geheimgesellschaft“, das Modell für alle späteren, von privater Seite eingerichteten internationalisti- schen Politikplanungsgruppen. Die Rhodes-/Milner-Gruppe nahm wesentlichen Einfluss auf die Konzeption des späteren Commonwealth.
c) Nach dem Ende des ersten Weltkrieges entstand der Council on Foreign Relations (CFR) in New York und, als transatlantisches Vehikel, die Bilder- berger-Konferenzen, die erstmals 1954 in den Niederlanden stattfanden. Auf An- regung von David Rockefeller entstand Anfang der Siebzigerjahre die Trilaterale Kommission, die gleichgewichtig aus nordamerikanischen, europäischen und japanischen Mitgliedern zusammengesetzt war. Am deutlichsten war der Einfluss der trilateralen Kommission während der Regierungszeit von US-Präsident Jimmy Carter zu spüren, dessen Kabinett im wesentlichen aus Kommissionsmit- gliedern bestand. Auch später war die Kommission höchst einflussreich. So gehörten ihr in den Achtzigerjahren Vorstandsmitglieder von etwa zwei Dritteln der hundert grössten internationalen Konzerne an. Die trilaterale Kommission emp- fahl die Durchführung regelmässiger Weltwirtschaftsgipfel. Dazu gehört auch das 1971 von Klaus Schwab initiierte Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos, das heute die umfassendste Form privater, internationaler Planung darstellt. Das Treffen in Davos, neu in New York, ist zum Weltparlament des globalen Unter- nehmertums geworden. Ausgewählte Kritiker der liberalen Weltordnung werden gleichermassen als „Sparring Partner“ eingeladen. (Zum ganzen: van der Pijl, S. 82 ff.)
d) Obwohl private „Think Tanks“ und die weltweite Verbreitung der Markt- wirtschaft als solche zu begrüssen sind, darf die staatliche Ebene nicht durch we- nige Private mit eindimensionaler Optik beherrscht werden. So ist der soziale Friede nicht zu sichern. Und so wird die Vielfalt möglicher Lebensgestaltungen und möglicher Ideen ohne ausreichende Legitimation unterdrückt, was unserer kulturellen Evolution Schaden zufügt.
6. Geheimdienste und Terrorismus
a) Alexander von Bülow, ehemaliger Staatssekretär im deutschen Verteidi- gungsministerium, erklärte kürzlich im deutschen Fernsehen ARD zum Afgha- nistan-Konflikt: „Wir haben es nicht … mit einem Zusammenstoss der Kulturen, der Zivilisationen zu tun. Wir haben es mit marodierenden ehemaligen CIA- Mitarbeitern zu tun.“ In der Tat unterstützte die CIA die Mudschaheddin und damit insbesondere auch die Taliban, um den sowjetischen Vormarsch in Afgha- nistan zu stoppen, dieselben Taliban, die Osama bin Laden Gastrecht gewährten.
Die CIA, der wohl weltweit wichtigste Geheimdienst, wurde im Jahre 1947 durch Präsident Truman als „Waffe im kalten Krieg“ ins Leben gerufen. Mit sei- nen verdeckten Aktionen und seiner Desinformationspolitik verletzt der CIA regelmässig diejenigen Werte, die gemeinhin die westliche Welt hoch- und zu- sammenhält: Rechtsstaat, Freiheit und Selbstverantwortung (vgl. statt vieler Prime Time Television London). Damit aber hat sich die USA auf das Niveau der von ihr bekämpften Kommunisten heruntergelassen. Wie die sowjetische Partei der marxistischen Leninisten wollen die USA ihre Heilslehren nach dem Motto: „Der Zweck heiligt die Mittel“ dem Rest der Welt aufzwingen. Diese Strategie ist bereits im Falle der Sowjetunion gescheitert und generell hoch- riskant. Und sie verletzt das wichtigste Führungsprinzip, nämlich das Führen durch ein glaubwürdiges Vorbild. Wichtige Ziele der USA-Aussenpolitik lassen sich so meines Erachtens nicht erreichen. Weder wird dadurch die Sicherheit der USA erhöht, noch deren Wohlstand gemehrt und schon gar nicht Demokratie und Frieden überall in der Welt gefördert. Dass die USA mit diesem Verhalten nicht alleine sind, macht das Ganze auch nicht besser.
b) Der Terrorismus, wie immer er zu definieren wäre, ist bei dieser Sicht der Dinge nichts anderes als das Spiegelbild des geschilderten staatlichen Verhaltens.
Trotz hehrer Ziele ist er dementsprechend auch nicht besser als der „Staatsterrorismus“.
7. Was ist zu tun?
a) Die Stärken der Religionen sind weniger ihre Antworten als ihre Fragen. Ich empfehle, religiösen Fragestellungen auf der Grundlage der naturwissen- schaftlichen Vorstellungen über die Evolution zu beantworten (vgl. Saner, Religionen).
Wenn die naturwissenschaftlich begründeten Evolutionstheorien gegenüber den Religionen als Weltbild bevorzugt werden, beruht dies auf verschiedenen Über- legungen. So werden die einschlägigen Theorien durch Experimente falsifiziert und haben sich in unzählichen Anwendungen bewährt. Zudem entsprechen sie dem neuesten Stand der Wissenschaften und werden laufend aktualisiert. Es be- steht ein steter Wettbewerb um die besten Ideen, an der eine Vielzahl von inter- national tätigen Wissenschaftlern beteiligt sind. Auswahl und Wissen der ent- sprechenden Wissenschaftler weisen darauf hin, dass sie die „Verständigsten“ sind. Schliesslich lässt sich trotz vielen Lücken ein überzeugender Zusammen- hang der Theorien aufzeigen, nämlich die Idee einer umfassenden Evolution.
b) Die nachhaltige Entwicklung ist nach meinem Verständnis eine Entwick- lung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künf- tige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können. Dies be- deutet, dass Bevölkerungszahl, Ressourcenverbrauch und Umweltbelastung in ein stabiles Gleichgewicht gebracht werden müssen. Es lassen sich drei Stufen der Stabilität unterscheiden:
– Die erste Stabilitätsstufe ist dann erreicht, wenn unsere Art als Ganzes überlebt. Allerdings ist das Aussterben von Arten ein Evolutionsmerkmal, so dass unser langfristiges Überleben unwahrscheinlich ist.
– Die zweite Stabilitätsstufe ist dann erreicht, wenn eine unfreiwillige Ver- minderung der Bevölkerungszahl verhindert wird. Dies ist heute nicht gewähr- leistet. Immer noch sterben täglich Tausende Menschen den Hungertod und ein- schlägige Katastrophen führen regelmässig zu Massensterben.
– Die dritte Stabilitätsstufe ist schliesslich bei einer mehr oder weniger voll- ständigen Befriedigung unserer bewerteten Bedürfnisse erreicht. Diese Stufe zu erreichen und langfristig sicherzustellen, wäre das maximale strategische Ziel. Dies erscheint zurzeit global als nicht möglich; auch regional erscheint dies allenfalls zeitlich befristet in einem gewissen Umfang möglich. Dabei ist wichtig zu wissen, dass die wirtschaftlich entwickelten Staaten ihre Bedürfnisbefriedi- gung nur auf Kosten anderer Staaten sicherstellen können.
In dieser Situation ist die Bevölkerung derart zu reduzieren, dass deren Zahl im Verhältnis zu ihrem Ressourcenverbrauch und der Umweltbelastung den Grund- sätzen der Nachhaltigkeit der dritten Stabilitätsstufe genügt. Aufgrund diverser Berechnungen sollte, grob geschätzt, eine generelle Reduktion der Weltbevölkerung auf durchschnittlich einen Zehntel des heutigen Bestandes angestrebt werden. Dies ergibt neu eine Weltbevölkerung von 600 Millionen Menschen und führt bei einer totalen Landfläche von knapp 150 Millionen km zu einer Bevölkerungsdichte von rund vier Menschen pro km , entspricht also der heutigen
Bevölkerungsdichte Australiens und Kanadas.
Bei der anzustrebenden Bevölkerungsreduktion sind die regionalen Reduktionen nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit zu bemessen. Parallel dazu ist es un- umgänglich, Ressourcenverbrauch und Umweltbelastung insbesondere durch technische Massnahmen zu beschränken. Eine derartige Lösung muss so recht- zeitig eingeleitet werden, dass sie allein über Anreizsysteme und Überzeugungs- arbeit verwirklicht werden kann. Zwang ist fehl am Platz.
Mit einer derartigen Bevölkerungsreduktion sind eine Vielzahl weiterer Vorteile, zum Beispiel in der Ausländer- und Arbeitsmarktpolitik, verbunden. So ist anzunehmen, dass bei einer Weltbevölkerung von einer halben Milliarde Menschen deutlich weniger Wanderungsbewegungen nötig und zudem besser verkraftbar sind als heute. Weiter ist damit zu rechnen, dass ein Rückgang der Arbeitskräfte die Arbeitslosigkeit eher vermindert als das heute herrschende weltweite Bevöl- kerungswachstum von jährlich über 80 Millionen Menschen.
c) Die im Westen herrschende Religion des Marktes ist durch eine umfassende Weltanschauung abzulösen.
Dies bedeutet, dass wir Menschen die sinnvollen Ziele der kosmischen und bio- logischen Evolution suchen müssen. Die Suche nach den sinnvollen Zielen der Evolution ist eine interdisziplinäre wissenschaftliche Aufgabe. Sie richtet sich in erster Linie an die Naturwissenschaften. Internationale Zusammenarbeit ist un- umgänglich. Diese Sinnsuche soll das grosse gemeinsame Projekt der Mensch- heit werden. Zu diesem Zweck liesse sich für den naturwissenschaftlichen Teil vielleicht die Rüstungsindustrie gewinnen, die sich heute nur indirekt mit den Evolutionstheorien befasst. Die Rüstungsindustrie befindet sich aber in vielen für die Evolutionstheorien wichtigen Gebieten an der Spitze der Wissenschaften. Dazu zählen die Raumfahrt sowie die Computer- und Atomtechnologie, aber auch die Grundlagenforschung der Physik, Chemie und Biologie. Für die Ent- wicklung des geisteswissenschaftlichen Teils dieser neuen Weltsicht liessen sich vielleicht die religiösen Organisationen gewinnen, vor allem aufgrund ihrer theo- logischen, philosophischen und organisatorischen Kompetenz. Damit könnten viele Arbeitsplätze erhalten bleiben, so dass der Verzicht auf die alten Aufgaben leichter fallen würde. Zudem würden Hunderte von Milliarden Dollars für die Erforschung der Evolution zur Verfügung stehen. So betrugen gemäss den Zah- len des Londoner Institute for Strategic Studies die weltweiten Rüstungsausgaben im Jahr 2000 811 Milliarden Dollar. Es ist absehbar, dass die weltweiten jährli- chen Rüstungsausgaben die Schallmauer von 1’000Milliarden Dollar bald durchbrechen werden, Geld, das wahrlich gescheiter eingesetzt werden könnte. Die Suche nach den sinnvollen Zielen der Evolution ist schon lange im Gange. Wissenschaftliche Tätigkeit ist, seit es sie gibt, darauf ausgerichtet. Mit der Idee der Sinnsuche soll der Menschheit die gemeinsame Grundlage vor Augen geführt werden, hinter dem sie sich über alle Grenzen hinweg vereinigen kann. Ich erhof- fe mir davon einen Abbau unnötiger, insbesondere ideologischer Konflikte. Es soll vermehrt das Verbindende statt das Trennende aufgezeigt werden. Ein Studium generale kann uns dabei helfen (vgl. Saner, Studium).
Gleichzeitig müssen wir den jeweils aktuellen Sinn bestimmen. Damit stellen wir unsere kulturellen Evolutionen auf eine ausreichend breite Grundlage. Ein ent- sprechend ausgestaltetes Staatsleitungsmodell kann uns dabei helfen (vgl. Saner, Staatsleitung).
d) Die Stärke der privaten Weltpolitik ist auch ein Zeichen der Schwäche der offiziellen Weltpolitik. Alle vorgenannten Massnahmen sind dazu geeignet, diese Schwächen zu beheben.
e) Gleiches gilt für die Existenz und Arbeitsweise der Geheimdienste und des Terrorismus. Dies erhellt, dass nur konzertiertes Vorgehen Erfolg verspricht. Die Geheimdienste sollten sich grundsätzlich auf das Sammeln von einschlägi- gen Informationen konzentrieren, um nicht mit ihren verdeckten Aktionen und ihrer Desinformationspolitik ein falsches Vorbild abzugeben.
f) Ich bin überzeugt, dass die geschilderten Massnahmen uns weiter bringen als Terror, Big Business und die dabei aufeinanderprallenden Religionen. Zum Gedächtnis aller Opfer dieser Attentate und Kriege sollten wir Menschen zumin- dest versuchen, alte Reflexe zu überdenken und uns auf neue Wege zu begeben.

 

Quellenverzeichnis
Brzezinski
Cleis
Die fünf grossen Weltreligionen
Eggenberger
Goldberg
Infras
Kaspar
O’Brien/Palmer
Pillet
Prime Time Television London
Reller / Kiesig
Saner, Religionen
Zbigniew Brzezinski, The Grand Chessboard – American Primacy and its Geostrategic Imperatives, New York 1997
Andreas Cleis, Owest löst 7 Milliarden für ihre Telefon- bücher, in: Neue Zürcher Zeitung, Zürich, 21. August 2002, S. 11
Die fünf grossen Weltreligionen, herausgegeben von Emma Brunner-Traut, 7. Auflage, Freiburg, Basel und Wien 1991
Oswald Eggenberger, Die Kirchen, Sondergruppen und religiösen Vereinigungen, 5. Auflage, Zürich 1990
Arnold M. Goldberg, Judentum, in: Die fünf grossen Weltreligionen, herausgegeben von Emma Brunner- Traut, 7. Auflage, Freiburg, Basel und Wien 1991, S. 88 ff.
Infras, Quantitative Aspekte einer zukunftsfähigen Schweiz, Zürich 1995
Walter Kaspar, Christentum, in: Die fünf grossen Welt- religionen, herausgegeben von Emma Brunner-Traut, 7. Auflage, Freiburg, Basel und Wien 1991, S. 109 ff.
Joanne O’Brien und Martin Palmer, Weltatlas der Religionen, Bonn 1994
Gonzague Pillet, Elemente einer Untersuchung der ökologischen Tragfähigkeit von national begrenzten Lebensräumen, Genf 1993
Prime Time Television London in Coproduktion mit derBBC, den USA, dem Bayerischen und dem Nord- deutschen Rundfunk, Manuskript zur Sendereihe: CIA – Waffe im kalten Krieg, Tele-Manuskriptdienst, München 1993
Handbuch Religiöse Gemeinschaften, im Auftrag des Lutherischen Kirchenamtes, herausgegeben von Horst Reller und Manfred Kiesig für den VELKD-Arbeitskreis Religiöse Gemeinschaften, 3. Auflage, Gütersloh 1985
Luc Saner, Religionen, Rituale und Symbole, Basel 2002 (nicht im Buchhandel, siehe http://www.aubonsens.ch/religion. html)
Saner, Staatsleitung
Saner, Studium
Senti
Stahel, Drogen
Stahel, Kolonialstaat
Stahel, Krieg
The Carlyle Group van der Pijl
van Ess
Luc Saner, Ein Staatsleitungsmodell, Basel 2000 (nicht im Buchhandel, siehe http://www.aubonsens.ch/staat.pdf)
Luc Saner, Das Studium generale, Basel 2002 (nicht publiziert, siehe http://www.aubonsens.ch/studium.htm)
Richard Senti, WTO, Zürich 2000
Albert A. Stahel, Drogenanbau und -handel am Beispiel von Afghanistan, in: Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift (ASMZ), Frauenfeld, Beilage zur ASMZ Nr. 7/8/2002, S. 11 ff.
Albert A. Stahel, Afghanistan 2002: ein Kolonialstaat?, in: Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift (ASMZ), Frauenfeld, Nr. 7/8/2002, S. 36 f.
Albert A. Stahel, Afghanistan 2001/2: ein moderner Krieg?, in: Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift (ASMZ), Frauenfeld, Nr. 3/2002, S. 20 ff.
http://www.thecarlylegroup.com/profile.htm
Kees van der Pijl, „Private Weltpolitik“, Zur Geschichte der liberalen Weltordnung, in: Die Privatisierung der Weltpolitik, Tanja Brühl, Tobias Debiel, Brigitte Hamm, Hartwig Hummel, Jens Martens / Hrsg.), Bonn 2001,
S. 82 ff.
Josef van Ess, Islam, in: Die fünf grossen Welt- religionen, herausgegeben von Emma Brunner-Traut, 7. Auflage, Freiburg, Basel und Wien 1991, S. 67 ff.
In verkürzter Form in der Basellandschaftlichen Zeitung, Liestal, am 23. Mai 2002 und in der Basler Zeitung, Basel, am 30. September 2002 publiziert.
© Luc Saner, Basel, 2002. Alle Rechte vorbehalten. Internet: http://www.aubonsens.ch/usa.pdf
Seite 11

Michael Moore über Gewalt in den USA

Der Filmer und Schriftsteller Michael Moore ist einer der wenigen in den USA, die sich klar und vernünftig artikulieren, deshalb hier seine Message (unten der gesamte Text und hier der Link zum Text auf seiner Website):

Wir sind eine Nation, die auf Genozid fusst und die auf dem Rücken der Sklaven gebaut wurde. Wir haben 600’000 unserer eigenen Leute im Bürgerkrieg umgebracht. (…) Wir vergewaltigen und schlagen und ermorden unsere Frauen gnadenlos und mit erschreckender Häufigkeit: alle drei Stunden wird in den USA eine Frau umgebracht (in der Hälfte der Fälle vom Ex- oder aktuellen Partner), alle drei Minuten wird in den USA eine Frau vergewaltigt und alle 15 Sekunden wird eine Frau geschlagen.

We are a nation founded on genocide and built on the backs of slaves. We slaughtered 600,000 of each other in a civil war. We „tamed the Wild West with a six-shooter,“ and we rape and beat and kill our women without mercy and at a staggering rate: every three hours a women is murdered in the USA (half the time by an ex or a current); every three minutes a woman is raped in the USA; and every 15 seconds a woman is beaten in the USA.

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Celebrating the Prince of Peace in the Land of Guns …a letter from Michael Moore

Monday, December 24th, 2012

Friends,

After watching the deranged, delusional National Rifle Association press conference on Friday, it was clear that the Mayan prophecy had come true. Except the only world that was ending was the NRA’s. Their bullying power to set gun policy in this country is over. The nation is repulsed by the massacre in Connecticut, and the signs are everywhere: a basketball coach at a post-game press conference; the Republican Joe Scarborough; a pawn shop owner in Florida; a gun buy-back program in New Jersey; a singing contest show on TV, and the conservative gun-owning judge who sentenced Jared Loughner.

So here’s my little bit of holiday cheer for you:

These gun massacres aren’t going to end any time soon.

I’m sorry to say this. But deep down we both know it’s true. That doesn’t mean we shouldn’t keep pushing forward – after all, the momentum is on our side. I know all of us – including me – would love to see the president and Congress enact stronger gun laws. We need a ban on automatic AND semiautomatic weapons and magazine clips that hold more than 7 bullets. We need better background checks and more mental health services. We need to regulate the ammo, too.

But, friends, I would like to propose that while all of the above will certainly reduce gun deaths (ask Mayor Bloomberg – it is virtually impossible to buy a handgun in New York City and the result is the number of murders per year has gone from 2,200 to under 400), it won’t really bring about an end to these mass slayings and it will not address the core problem we have. Connecticut had one of the strongest gun laws in the country. That did nothing to prevent the murders of 20 small children on December 14th.

In fact, let’s be clear about Newtown: the killer had no criminal record so he would never have shown up on a background check. All of the guns he used were legally purchased. None fit the legal description of an „assault“ weapon. The killer seemed to have mental problems and his mother had him seek help, but that was worthless. As for security measures, the Sandy Hook school was locked down and buttoned up BEFORE the killer showed up that morning. Drills had been held for just such an incident. A lot of good that did.

And here’s the dirty little fact none of us liberals want to discuss: The killer only ceased his slaughter when he saw that cops were swarming onto the school grounds – i.e, the men with the guns. When he saw the guns a-coming, he stopped the bloodshed and killed himself. Guns on police officers prevented another 20 or 40 or 100 deaths from happening. Guns sometimes work. (Then again, there was an armed deputy sheriff at Columbine High School the day of that massacre and he couldn’t/didn’t stop it.)

I am sorry to offer this reality check on our much-needed march toward a bunch of well-intended, necessary – but ultimately, mostly cosmetic – changes to our gun laws. The sad facts are these: Other countries that have guns (like Canada, which has 7 million guns – mostly hunting guns – in their 12 million households) have a low murder rate. Kids in Japan watch the same violent movies and kids in Australia play the same violent video games (Grand Theft Auto was created by a British company; the UK had 58 gun murders last year in a nation of 63 million people). They simply don’t kill each other at the rate that we do. Why is that? THAT is the question we should be exploring while we are banning and restricting guns: Who are we?

I’d like to try to answer that question.

We are a country whose leaders officially sanction and carry out acts of violence as a means to often an immoral end. We invade countries who didn’t attack us. We’re currently using drones in a half-dozen countries, often killing civilians.

This probably shouldn’t come as a surprise to us as we are a nation founded on genocide and built on the backs of slaves. We slaughtered 600,000 of each other in a civil war. We „tamed the Wild West with a six-shooter,“ and we rape and beat and kill our women without mercy and at a staggering rate: every three hours a women is murdered in the USA (half the time by an ex or a current); every three minutes a woman is raped in the USA; and every 15 seconds a woman is beaten in the USA.

We belong to an illustrious group of nations that still have the death penalty (North Korea, Saudi Arabia, China, Iran). We think nothing of letting tens of thousands of our own citizens die each year because they are uninsured and thus don’t see a doctor until it’s too late.

Why do we do this? One theory is simply „because we can.“ There is a level of arrogance in the otherwise friendly American spirit, conning ourselves into believing there’s something exceptional about us that separates us from all those „other“ countries (there are indeed many good things about us; the same could also be said of Belgium, New Zealand, France, Germany, etc.). We think we’re #1 in everything when the truth is our students are 17th in science and 25th in math, and we’re 35th in life expectancy. We believe we have the greatest democracy but we have the lowest voting turnout of any western democracy. We’re biggest and the bestest at everything and we demand and take what we want.

And sometimes we have to be violent m*****f*****s to get it. But if one of us goes off-message and shows the utterly psychotic nature and brutal results of violence in a Newtown or an Aurora or a Virginia Tech, then we get all „sad“ and „our hearts go out to the families“ and presidents promise to take „meaningful action.“ Well, maybe this president means it this time. He’d better. An angry mob of millions is not going to let this drop.

While we are discussing and demanding what to do, may I respectfully ask that we stop and take a look at what I believe are the three extenuating factors that may answer the question of why we Americans have more violence than most anyone else:

1. POVERTY. If there’s one thing that separates us from the rest of the developed world, it’s this. 50 million of our people live in poverty. One in five Americans goes hungry at some point during the year. The majority of those who aren’t poor are living from paycheck to paycheck. There’s no doubt this creates more crime. Middle class jobs prevent crime and violence. (If you don’t believe that, ask yourself this: If your neighbor has a job and is making $50,000/year, what are the chances he’s going to break into your home, shoot you and take your TV? Nil.)

2. FEAR/RACISM. We’re an awfully fearful country considering that, unlike most nations, we’ve never been invaded. (No, 1812 wasn’t an invasion. We started it.) Why on earth would we need 300 million guns in our homes? I get why the Russians might be a little spooked (over 20 million of them died in World War II). But what’s our excuse? Worried that the Indians from the casino may go on the warpath? Concerned that the Canadians seem to be amassing too many Tim Horton’s donut shops on both sides of the border?

No. It’s because too many white people are afraid of black people. Period. The vast majority of the guns in the U.S. are sold to white people who live in the suburbs or the country. When we fantasize about being mugged or home invaded, what’s the image of the perpetrator in our heads? Is it the freckled-face kid from down the street – or is it someone who is, if not black, at least poor?

I think it would be worth it to a) do our best to eradicate poverty and re-create the middle class we used to have, and b) stop promoting the image of the black man as the boogeyman out to hurt you. Calm down, white people, and put away your guns.

3. THE „ME“ SOCIETY. I think it’s the every-man-for-himself ethos of this country that has put us in this mess and I believe it’s been our undoing. Pull yourself up by your bootstraps! You’re not my problem! This is mine!

Clearly, we are no longer our brother’s and sister’s keeper. You get sick and can’t afford the operation? Not my problem. The bank has foreclosed on your home? Not my problem. Can’t afford to go to college? Not my problem.

And yet, it all sooner or later becomes our problem, doesn’t it? Take away too many safety nets and everyone starts to feel the impact. Do you want to live in that kind of society, one where you will then have a legitimate reason to be in fear? I don’t.

I’m not saying it’s perfect anywhere else, but I have noticed, in my travels, that other civilized countries see a national benefit to taking care of each other. Free medical care, free or low-cost college, mental health help. And I wonder – why can’t we do that? I think it’s because in many other countries people see each other not as separate and alone but rather together, on the path of life, with each person existing as an integral part of the whole. And you help them when they’re in need, not punish them because they’ve had some misfortune or bad break. I have to believe one of the reasons gun murders in other countries are so rare is because there’s less of the lone wolf mentality amongst their citizens. Most are raised with a sense of connection, if not outright solidarity. And that makes it harder to kill one another.

Well, there’s some food for thought as we head home for the holidays. Don’t forget to say hi to your conservative brother-in-law for me. Even he will tell you that, if you can’t nail a deer in three shots – and claim you need a clip of 30 rounds – you’re not a hunter my friend, and you have no business owning a gun.

Have a wonderful Christmas or a beautiful December 25th!

Yours,
Michael Moore
MMFlint@MichaelMoore.com
@MMFlint
MichaelMoore.com

Offener Brief von Michael Moore an Obama

Der progressive Dokumentarfilmer und Aktivist Michael Moore hat einen bemerkenswerten Offenen Brief an Präsident Obama geschrieben. Hoffentlich liest und beherzigt er ihn!

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An Open Letter to President Obama …from Michael Moore

Monday, November 19th, 2012

Dear President Obama:

Good luck on your journeys overseas this week, and congratulations on decisively winning your second term as our president! The first time you won four years ago, most of us couldn’t contain our joy and found ourselves literally in tears over your victory.

This time, it was more like breathing a huge sigh of relief. But, like the smooth guy you are, you scored the highest percentage of the vote of any Democrat since Lyndon Johnson, and you racked up the most votes for a Democratic president in the history of the United States (the only one to receive more votes than you was … you, in ’08!). You are the first Democrat to get more than 50% of the vote twice in a row since Franklin D. Roosevelt.

This was truly another historic election and I would like to take a few minutes of your time to respectfully ask that your second term not resemble your first term.

It’s not that you didn’t get anything done. You got A LOT done. But there are some very huge issues that have been left unresolved and, dammit, we need you to get some fight in you. Wall Street and the uber-rich have been conducting a bloody class war for over 30 years and it’s about time they were stopped.

I know it is not in your nature to be aggressive or confrontational. But, please, Barack – DO NOT listen to the pundits who are telling you to make the „grand compromise“ or move to the „center“ (FYI – you’re already there). Your fellow citizens have spoken and we have rejected the crazed ideology of this Republican Party and we insist that you forcefully proceed in bringing about profound change that will improve the lives of the 99%. We’re done hoping. We want real change. And, if we can’t get it in the second term of a great and good man like you, then really – what’s the use? Why are we even bothering? Yes, we’re that discouraged and disenchanted.

At your first post-election press conference last Wednesday you were on fire. The way you went all „Taxi Driver“ on McCain and company („You talkin‘ to me?“) was so brilliant and breathtaking I had to play it back a dozen times just to maintain the contact high. Jesus, that look – for a second I thought laser beams would be shooting out of your eyes! MORE OF THAT!! PLEASE!!

In the weeks after your first election you celebrated by hiring the Goldman Sachs boys and Wall Street darlings to run our economy. Talk about a buzzkill that I never fully recovered from. Please – not this time. This time take a stand for all the rest of us – and if you do, tens of millions of us will not only have your back, we will swoop down on Congress in a force so large they won’t know what hit them (that’s right, McConnell – you’re on the retirement list we’ve put together for 2014).

BUT – first you have to do the job we elected you to do. You have to take your massive 126-electoral vote margin and just go for it.

Here are my suggestions:

1. DRIVE THE RICH RIGHT OFF THEIR FISCAL CLIFF. The „fiscal cliff“ is a ruse, an invention by the Right and the rich, to try and keep their huge tax breaks. On December 31, let ALL the tax cuts expire. Then, on January 1, put forth a bill that restores the tax cuts for 98% of the public. I dare the Republicans to vote against that! They can’t and they won’t. As for the spending cuts, the 2011 agreement states that, for every domestic program dollar the Republicans want to cut, a Pentagon dollar must also be cut. See, you are a genius! No way will the Right vote against the masters of war. And if by some chance they do, you can immediately put forth legislation to restore all the programs we, the majority, approve of. And for God’s sake, man – declare Social Security and Medicare/Medicaid untouchable. They’re not bankrupt or anywhere near it. If the rich paid the same percentage of Social Security tax on their entire income – the same exact rate everyone else pays – then there will suddenly be enough money in Social Security to last til at least the year 2080!

2. END ALL THE WARS NOW. Do not continue the war in Afghanistan (a thoroughly losing proposition if ever there was one) for two full more years! Why should one single more person have to die FOR NO REASON? Stop it. You know it’s wrong. Bin Laden’s dead, al Qaeda is decimated and the Afghans have to work out their own problems. Also, end the drone strikes and other covert military activities you are conducting in Pakistan, Yemen, Somalia, Colombia and God knows where else. You think history is going to remember the United States as a great democracy? No, they’re going to think of us as a nation that became addicted to war. They’ll call us warlords. They’ll say that in the 21st century America was so in need of oil that we’d kill anyone to get it. You know that’s where this is going. This has to stop. Now.

3. END THE DRUG WAR. It is not only an abysmal failure, it has returned us to the days of slavery. We have locked up millions of African-Americans and Latinos and now fund a private prison-industrial complex that makes billions for a few lucky rich people. There are other ways to deal with the drugs that do cause harm – ways built around a sense of decency and compassion. We look like a bunch of sadistic racists. Stop it.

4. DECLARE A MORATORIUM ON HOME FORECLOSURES AND EVICTIONS. Millions of people are facing homelessness because of a crooked system enacted by the major banks and Wall Street firms. Put a pause on this and take 12 months to work out a different way (like, restructuring families‘ mortgages to reflect the true worth of their homes).

5. GET MONEY OUT OF POLITICS. You already know this one. The public is sick of it. Now’s the time to act.

6. EXPAND OBAMACARE. Your health care law doesn’t cover everyone. It is a cash cow for the insurance industry. Push for a single-payer system – Medicare for All – and include dentistry and mental health. This is the single biggest thing you could do to reduce the country’s deficit.

7. RESTORE GLASS-STEAGALL. You must put back all the rigid controls on Wall Street that Reagan, Clinton and the Bushes removed – or else we face the possibility of another, much worse, crash. If they break the law, prosecute them the way you currently go after whistleblowers and medical marijuana dispensaries.

8. REDUCE STUDENT LOAN DEBT. No 22-year-old should have to enter the real world already in a virtual debtors‘ prison. This is cruel and no other democracy does this like we do. You were right to eliminate the banks as the profit-gouging lenders, but now you have to bring us back to the days when you and I were of college age and a good education cost us little or next to nothing. A few less wars would go a long to way to being able to afford this.

9. FREE BRADLEY MANNING. End the persecution and prosecution of an American hero. Bush and Cheney lied to a nation to convince us to go to war. Manning allegedly hacked the war criminals‘ files and then shared them with the American public (and the world) so that we could learn the truth about Iraq and Afghanistan. Our history is full of such people who „break the law“ for the greater good of humanity. Army Specialist Bradley Manning deserves a medal, not prison.

10. ASK US TO DO SOMETHING. One thing is clear: none of the above is going to happen if you don’t immediately mobilize the 63,500,000 who voted for you (and the other 40 million who are for you but didn’t vote). You can’t go this alone. You need an army of everyday Americans who will fight alongside you to make this a more just and peaceful nation. In your 2008 campaign, you were a pioneer in using social media to win the election. Over 15 million of us gave you our cell numbers or email addresses so you could send us texts and emails telling us what needed to be done to win the election. Then, as soon as you won, it was as if you hit the delete button. We never heard from you again. (Until this past year when you kept texting us to send you $25. Inspiring.) Whoever your internet and social media people were should have been given their own office in the West Wing – and we should have heard from you. Constantly. Need a bill passed? Text us and we will mobilize! The Republicans are filibustering? We can stop them! They won’t approve your choice for Secretary of State? We’ll see about that! You say you were a community organizer. Please – start acting like one.

The next four years can be one of those presidential terms that changed the course of America. I’m sure you will want to be judged on how you stood up for us, restored the middle class, ended the s***ting on the poor and made us a friend to the rest of the world instead of a threat. You can do this. We can do it with you. All that stands in the way is your understandable desire to sing „Kumbaya“ with the Republicans. Don’t waste your breath. Their professed love of America is negated by their profound hatred of you. Don’t waste a minute on them. Fix the sad mess we’re in. Go back and read this month’s election results. We’re with you.

Yours,
Michael Moore
MMFlint@MichaelMoore.com
@MMFlint
MichaelMoore.com

P.S. President Obama – my cell number to text me at is 810-522-8398 and my email is MMFlint@MichaelMoore.com. I await my first assignment!

NDAA, SOPA: amerikanische Demokratie abgeschafft

Sieht so aus, wie wenn die amerikanische Demokratie gerade abgeschafft worden ist:
„Combined, NDAA and SOPA simply destroy American democracy. That isn’t hype. That isn’t exaggeration. Within a few days, your freedom of speech will be gone — post something controversial online, and the government can legally „disappear“ it.
Annoy the government too much, or criticize Congress‘ infinite wisdom and mercy, and you may find yourself in military prison for the remainder of your life, without access to a trial or attorney. Even if you’re an American citizen on US soil.“

Willkürliche Internet-Zensur, Verhaftung ohne Haftbefehl, beliebig lange Inhaftierung ohne Gerichtsverfahren und ohne Anwälte. Der Habeas Corpus Act, der als Grundlage für das moderne Recht gilt, ist somit ausser Kraft gesetzt.

Hier gibt’s mehr Info:
www.businessinsider.com
www.unitedliberty.org

Eigentlich bleibt da nur eine Schlussfolgerung möglich:
In den 80er Jahren wurde mit Reagan und Thatcher der Klassenkampf von oben eingeleitet, der eine beispiellose Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben zur Folge hatte. Die Welt gehört heute den 29 Banken, die als systemrelevant gelten („too big to fail“), bzw. deren Inhabern. Jetzt, wo immer mehr Menschen erkennen, dass die 1% Reichen den 99% des Volkes alles wegnehmen, und wo das Risiko des totalen Zusammenbruchs des Kapitalismus immer grösser wird, sichert die extrem reiche US-Oberschicht ihren Besitztum vor der realen Möglichkeit einer Revolution ab, indem sie durch diese neuen Gesetze die Internet-Kommunikation völlig unterbinden und die Protestierenden beliebig inhaftieren kann.

In diesen Zusammenhang passen die hartnäckigen Gerüchte über bereits von der Behörde FEMA erstellte Konzentrationslager.

Nachtrag 20.12.2011: SOPA wurde vom Senat vorerst vertragt.

WikiLeaks

Switzerland says hello to WikiLeaks.

wikileaks, open the archives

„The first serious infowar is now engaged. The field of battle is WikiLeaks. You are the troops,“ tweeted John Perry Barlow, co-founder of the online free-speech group Electronic Frontier Foundation.

we open governments
we open governments

„In Iceland, WikiLeaks was basically the single-handed cause of a new law that is designed to protect whistleblowing and whistleblowing sites like WikiLeaks beyond anything else that exists in the world. Their exposure of corruption on the part of a Iceland’s biggest banks, that led to the financial meltdown, led to investigations and prosecutions. The same thing happened to exposure of injustices and corruption on the part of oil magnates in Peru. They exposed the Australian government’s efforts to target websites to be shut down under a program designed to target child pornography, when in reality the sites that were targeted were political sites.
And in Spain this week, the headlines are dominated by documents that WikiLeaks released (…) about the fact of the Spanish government’s succumb to pressure by the American State Department not to investigate the torture of its own citizens and the death of a Spanish photojournalist in Iraq, because WikiLeaks exposed that.
And so you see all over the world, in just a short history of four years, immense amounts of reforms and greater awareness of what political and financial elites are doing around the world.“
GLENN GREENWALD on www.democracynow.org

WikiLeaks Moscow

Kalifornien stimmt über Legalisierung ab

Am 2. Nov. 2010 ist es soweit: die Kalifornier können darüber entscheiden, ob Marijuana mit dem Gesetzesvorschlag Prop. 19 im Golden State weitgehend legal werden soll.

Unterstützung hat das finanzschwache Pro Cannabis-Komitee in letzter Minute vom Milliardär George Soros erhalten, der eine Million Dollar gestiftet hat. Zuvor hatte schon einer der Facebook-Gründer 100’000 Dollar gespendet.

Interessant ist bereits jetzt, ganz unabhängig vom Ausgang der Abstimmung, dass sich das Klima gegenüber Cannabis gewandelt hat, denn viele Kommentatoren sind inzwischen ganz selbstverständlich für eine Legalisierung. Massgeblich dazu beigetragen hat die Argumentation, dass Cannabis safer (sicherer) ist als Alkohol. Sieha dazu das Buch Marijuana is Safer: So Why Are We Driving People to Drink?

Erstaunlich auch der TV-Spot mit dem früheren Polizeichef von San Jose, Joseph D. McNamara:

Ebenso erstaunlich das TV-Interview mit der früheren Gesundheitsbeauftragten der Clinton-Regierung (Surgeon General) Jocelyn Elders, das bei CNN angeschaut werden kann.

Marijuana is safer

Es gibt sogar republikanische Politiker, die offen und ehrlich über Cannabis reden: Gary Johnson, früherer Governor von New-Mexico, sagt, dass es ihm lieber ist, wenn seine Kinder Cannabis konsumieren als Alkohol.

Das ist meienes Erachtens auch die einzig richtige Strategie betreffend Cannabis: immer wieder klarstellen und darauf beharren, dass Hanf sowohl fürs Individuum als auch für die Gesellschaft bedeutend weniger schädlich ist als die Volksdroge Alkohol.