Spiegels schiefe Optik bei Drogen

Wenn’s um Drogen geht, ist der Spiegel einfach nicht zu brauchen: reisserischer Titel und Lead, immer gegen Hippies und/oder Cannabis wie zum Beispiel Opium bringt Opi um, Flower-Power, freie Liebe, „Lucy in the Sky with Diamonds“ oder Jährlich betrinken sich Tausende Jugendliche zwischen 15 und 25 hemmungslos oder kiffen so viel, dass sie im Krankenhaus landen.

Wenn man weiterliest, kommt irgendwann kleinlaut die Wahrheit ans Licht, dass nämlich das grosse Problem bei der harten Droge Alkohol liegt sowie bei der Medikamenten-Sucht. Die illegalen Substanzen werden dann aber in den Spiegel-Texten weiterhin fröhlich durcheinander gemixt – Opium, Heroin, Kokain, LSD, Haschisch, alles dasselbe – und wer vom Thema nicht ohnehin bereits viel versteht, wird gründlich desinformiert.

Wer schmiert wohl den Spiegel beim Thema Drogen? Vor Jahren war mal im selben Spiegel zu lesen, dass es keine grössere Nachrichtenredaktion ohne Geheimdienst-Offizier gibt. Hier aber hat wohl vor allem die Pharma-Industrie ihre schmutzigen Finger im Spiel.

Tatsache ist, dass Senioren mit etwas Cannabis – oder in manchen Fällen, vor allem bei Schmerzen, sogar mit Opium – besser dran sind als mit dem Schrott, den die Pharma-Multis reindrücken und an deren Nebenwirkungen die Leute massenhaft leiden und untergehen. Es ist ja schliesslich kein Zufall, dass unsere Körper mit einem eigenen Endocannabionid-System ausgerüstet sind, sind wir doch nur ein kleiner Teil der planetaren Biosphäre und reagieren meistens am besten auf Substanzen, die aus derselben Biosphäre stammen.

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Marijuana is safer

Es gibt sogar republikanische Politiker, die offen und ehrlich über Cannabis reden: Gary Johnson, früherer Governor von New-Mexico, sagt, dass es ihm lieber ist, wenn seine Kinder Cannabis konsumieren als Alkohol.

Das ist meienes Erachtens auch die einzig richtige Strategie betreffend Cannabis: immer wieder klarstellen und darauf beharren, dass Hanf sowohl fürs Individuum als auch für die Gesellschaft bedeutend weniger schädlich ist als die Volksdroge Alkohol.

Kalifornien entkriminalisiert Cannabis

Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger, am bekanntesten als Roboter-Darsteller in den Terminator-Filmen, hat den Gesetzesentwurf 1449 unterzeichnet, der den Besitz von bis zu einer Unze (28.5 Gramm) Marijuana entkriminalisiert.

Ab Januar 2011 gibt’s nur noch eine Busse von 100$ – kein Gerichtsverfahren, keinen Eintrag ins Strafregister. Der Staat spart dadurch Millionen ein. 2008 hatte es noch über 60’000 Gerichtsverfahren gegeben.

Zudem wird am 2. November über Prop. 19 abgestimmt, eine Initiative zur völligen Legalisierung des beliebten Krauts. Gemäss aktuellen Umfragen wollen zurzeit 52 Prozent der kalifornischen Wähler dafür stimmen. Vor allem die Alkohol-Industrie stemmt sich dagegen.

Drogen: gefeuert, weil er die Wahrheit sprach

Professor David Nutt verlor seinen Job als Chef-Drogenberater der britischen Regierung, weil er als Wissenschatler darauf beharrte, die aus der Forschung gewonnene Wahrheit zu sagen, nämlich dass Cannabis weniger gefährlich ist als Alkohol, und dass die Substanz MDMA (auch als „Ecstasy“ bekannt) im Gefahrenpotenzial tiefer liegt als das Reiten eines Pferdes.

England hatte Cannabis 2004 in der Klassifikation von B auf C heruntergestuft. Nun hat die aktuelle Regierung Cannabis letztes Jahr Cannabis wieder herauf gestuft – völlig entgegen der wissenschaftlichen Ratschläge des „Advisory Council on the Misuse of Drugs“.

Ein zweites Mitglied des Berater-Teams, Dr. Les King, ist aus dem Rat zurückgetreten, weil die Regierung konsequent alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Drogen ignoriert. Weitere Rücktritte sind angekündigt worden.

Mehr Info bei BBC und Alternet.

Kokain mit Alkohol: gefährlich

Der Mischkonsum von Alkohol und Kokain ist in den letzten Jahren immer verbreiteter geworden. Gemäss dem britischen Guardian ist er verantwortlich für den Anstieg von Herzinfarkten bei 30 bis 40-Jährigen, da bei gleichzeitiger Einnahme der beiden Drogen im Körper eine dritte Substanz namens Cocaethylene entsteht, die stark leberschädigend wirkt.

Zudem bewirkt dieser Mischkonsum eine Zunahme von sexuell riskantem und gewalttätigem Verhalten: „The ability of cocaine users to consume vast amounts of alcohol is being blamed for an increase in sexually risky behaviour among the young and rising levels of violence. Small studies in Manchester and Merseyside suggest that around half of all young people arrested for violent behaviour were on drugs, and of these the majority were on cocaine. Many had been drinking prior to their arrest.“

Kokain ermöglicht den Konsum einer viel grösseren Menge von Alkohol. Saufgelage, die sich über 12 Stunden hinziehen, sind keine Seltenheit mehr.

Der Polizei-Chef von Manchester, Peter Fahy: „I am concerned that we seem to be producing a lot of angry young men at the moment,“ sagte er letztes Jahr. „We need to understand why that is, and why some of these young men are quite prepared to use extremes of violence over nothing. I think alcohol plays a part, but we are also concerned about the mixture of alcohol and cocaine.“

Die zunehmende Popularität von Kokain ist zweifellos auch eine Folge der Cannabis-Repression und der durch die polizeilichen Massnahmen erfolgten Verknappung von Cannabis.

Acht Jahre Hölle für ein Kilo Koks

Ein junger Mann aus unserer Bekanntschaft hat die schreckliche Dummheit begangen, ein Kilo Kokain aus Venezuela in die Schweiz schmuggeln zu wollen. Er wurde, wie nicht anders zu erwarten, auf dem Flughafen von Caracas gefasst.

Nun hat er dafür acht Jahre erhalten, und die muss er in Los Teques absitzen, einem der schlimmsten Knäste der Welt, wo Vergewaltigungen an der Tagesordnung sind und Häftlinge im Wochentakt ermordet werden.

In Deutschland hat letzthin der Mörder eines Mädchens neun Jahre erhalten, zwar unter Jugendstrafrecht, das sei fairerweise hinzugefügt – aber ist ein Kilo Kokain in der Schwere des Verbrechens vergleichbar mit dem Mord an einem Kind?

Ich bin kein Freund von Kokain, habe Menschen schon kaputtgehen sehen an dieser Droge, doch dasselbe kann ich auch sagen von Schnaps. Die weltweite Drogengesetzgebung stinkt zum Himmel, ist eine schreiende Ungerechtigkeit und ein unglaubliches Unrecht, das von einer total verirrten Rechtssprechung täglich an Abertausenden von Menschen verübt wird – seien das die Opfer von Schiesserein zwischen mexikanischen Drogengangs, harmlose Cannabis-Konsumenten, die jahrelang wegen einer Bagatelle in Gefängnissen schmoren, oder eben unser junger Bekannter, der nun eine der irdischen Höllen erleiden muss.

Hanfplantage ausgehoben – Polizei arbeitet für organisierte Kriminalität

Immer wieder berichten die Polizei und Schweizer Medien stolz davon, eine Hanfplantage ausgehoben zu haben, so zum Beispiel heute in 20Minuten-Online. Da geht es um 130 Pflanzen mit einem Marktwert von 20’000 Franken, also um einen Pflanzer, der für sich und seinen Kollegenkreis anbaut.

Hat denn die Polizei wirklich nichts wichtigeres zu tun? Erwischt werden ohnehin nur die kleinen Fische. Das heisst die Polizei betreibt aktiv eine Marktbereinigung zugunsten der organisierten Kriminalität, denn die Nachfrage ist natürlich weiterhin vorhanden.

Diese Polizei-Aktionen treiben die Preise für Cannabis hoch, machen es schwerer erhältlich und verschieben somit den Drogenkonsum vorwiegend der jungen Leute in Richtung Alkohol und Kokain. Und dann fragt man sich allerseits ratlos, weshalb denn die Gewalt und die Brutalität auf den Strassen ständig zunimmt…

In den USA hat es in den letzten Jahren viele erfolgreiche Initiativen auf Bundesstaats-, Stadt- und Gemeinde-Ebene gegeben, den Kampf gegen Cannabis zur niedersten Priorität der Polizei zu machen. Weshalb gibt es in Europa keine Politiker, die diese Anregung aufnehmen?

Im Herbst 2008 haben 38 Prozent der abstimmenden Schweizer für die Legalisierung von Cannabis votiert. Dies, obwohl keinerlei Kampagne für die Initiative stattgefunden hatte. Politiker versprachen dann, diese respektable Ergebnis zu berücksichtigen. In der Realität findet das genaue Gegenteil statt, die grosse schweigende Minderheit der Cannabis-Konsumenten wird täglich weiterhin oder sogar noch vermehrt schikaniert.