Mit Cannabis gegen Gewalt

Ein Freund von uns und seine Kumpels wurden am letzten Wochenende auf dem Gempen (Nähe Basel) von einer 15 bis 20 Mann starken Gruppe von jungen Leuten brutal zusammengeschlagen. Die Schläger waren stark betrunken. Siehe den Artikel in der Basler Zeitung.

Der Zusammenhang zwischen der in den letzten Jahren enorm verstärkten Cannabis-Repression in der Schweiz und der zunehmenden Gewalt ist kaum jemandem bewusst. Dabei ist er offensichtlich: seit Gras und Haschisch durch polizeiliche Massnahmen vor allem gegen Plantagen verknappt worden sind, besaufen sich die jungen Leute, und logischerweise nehmen Vandalismus und brutale Gewalt zu.

Zu diesem Thema ist in den USA ein neues Buch von Paul Armentano und Steve Fox erschienen: Marijuana Is Safer: So Why Are We Driving Americans to Drink?, zu deutsch: „Cannabis ist sicherer – weshalb treiben wir die Amerikaner zum Alkohol?“.

Das Buch behandelt zwei Hauptthemen:
1. Viele Leute glauben immer noch, Cannabis sei gefährlicher als Alkohol, und das ist völlig falsch. Alkohol ist eine harte Droge, sehr giftig für den Körper und fordert jährlich 3’000 direkte Todesopfer alleine in der Schweiz. Dabei sind die durch Alkohol ausgelösten Gewalttaten und Unfälle nicht eingerechnet, ebensowenig das Leid, das die Familien von Alkoholikern ertragen müssen.
Cannabis hingegen ist ungiftig, es gibt keinen einzigen dokumentierten Todesfall durch Cannabis. Wenn es ohne Nikotin geraucht wird, ist kein Lungenschaden zu erwarten, siehe die Langzeitstudie der University of California. In einem Interview mit Alternet geht Paul Armentano auch auf andere Behauptungen von Cannabis-Gegenern ein, wie die Psychosen-Angstmacherei, für die keine wissenschaftlich haltbare Begründung vorliegt.

2. Der soziale Schaden durch Alkohol ist enorm, vor allem durch Autofahren und Gewalttaten unter Alkohol-Einfluss. Demgegenüber führt Cannabis zu einem vorsichtigeren Fahrstil und dämpft Aggressionen ab. Womit nicht gesagt sein soll, dass die Leute zum Autofahren kiffen sollen, aber es ist absurd und ungerecht, dass selbst um Tage und Wochen zurückliegender Cannabisgenuss zum Führerschein-Entzug führt. Jedenfalls brauchen wir eine öffentliche Diskussion darüber, ob es nicht vernünftiger sein könnte, Cannabis allgemein zugänglich zu machen, um uns vor der zunehmenden Gewalt zu schützen.

Marijuana Is Safer
Marijuana Is Safer'

5 Gedanken zu “Mit Cannabis gegen Gewalt

  1. Da Cannabis auch gesundheitliche Gefahren birgt, finde ich es nicht vertretbar, Alkohol durch Cannabis ersetzen zu wollen. Auch wenn Alkohol die gefährlichere Droge ist. Man sollte alles daran setzen, den Konsum beider (aller) Drogen zu reduzieren. Wie der von Alkoholika reduziert werden könnte, weiss man seit Jahren, nur kümmert es die Mehrheit der Politiker nicht. Der Alkoholrausch ist der Einstieg in den Drogenrausch.

  2. Es ist halt einfach eine Tatsache quer durch alle Zivilisationen, dass der Mensch ein Bedürfnis hat, sich aus dem normalen Alltagsbewusstsein auszuklinken. In einer idealen Gesellschaft würde dieses Bedürfnis wohl mit Meditation und Yoga befriedigt.

    Im Moment geht es aber einfach darum, dass wir eine völlig verkehrte Drogenpolitik haben, die die Menschen und vor allem die Jungen zu der harten Droge Alkohol treibt. Dadurch müssen wir immer mehr Gewalt erleiden.

    Der Staat sollte endlich die wissenschaftlichen Erkenntnisse ernst nehmen und den Cannabis-Konsum regulieren. Das spült nicht nur Geld in die Staatskasse, das sonst unversteuert zu kriminellen Organsiation fliesst, sondern das wird auch das gesamtgesellschaftliche Klima entspannen.

  3. Auto Fahren bringt auch gesundheitliche folgen mit sich. Ob nun weil ich während dem Fahren gerne und viel Zigaretten rauche oder auch der Gefahr der ich ausgesetzt bin im Verkehr. (das schädliche am Cannabis Konsum ist ja die Legale Komponente – Tabak.)

    um es einfach mal zu verdeutlichen.

    Alkohol fordert an einem Wochenende mehr Tote und Gewaltorgien in einem einzigen Land! als Cannabis, LSD, Psylocibn und andere Psychedelika (alle zusammen) weltweit in 40 Jahren nicht!

    Danke PJ!

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