Ecstasy (MDMA) weniger gefährlich als behauptet

Spiegel-Online berichtet in seiner wissenschaftlichen Abteilung über eine neue Studie betreffend MDMA, populär auch Ecstasy genannt. (Vorsicht: was auf dem Schwarzmarkt als „Ecstasy“ verkauft wird, enthält oft wenig bis gar kein MDMA!)

Die Metastudie des Advisory Council on the Misuse of Drugs (ACMD) im Auftrag der britischen Regierung ist zum Schluss gekommen, dass Ecstasy deutlich weniger gefährlich ist, als bisher behauptet. Eine 2002 in „Science“ publizierte und an Affen durchgeführte Studie hatte vor schwersten Hirnschädigungen gewarnt und dadurch weltweit für härteste Strafen für Konsum von und Handel mit MDMA gesorgt. Ein Jahr später musste zugegeben werden, dass die Forscher für ihre Experimente gar nicht MDMA benutzt hatten sondern Amphetamin. Eine typische War-on-Drugs Propaganda-Aktion der Bush-Regierung halt.

Die neue Studie deckt sich mit den Ergebnissen der 2007 von der University of Bristol veröffentlichten Rangliste über die Gefährlichkeit von Drogen, wo Ecstasy auf Platz 18 landet, weit hinter dem prototypischen Rauschgift Alkohol, das allein in Deutschland 40’000 Tote pro Jahr fordert.

In England gibt es etwa 15 Todesfälle pro Jahr, die Ecstasy zugeschrieben werden, wobei aufgrund der Schwarzmarkt-Situation nicht schlüssig nachgewiesen werden kann, dass diese Opfer tatsächlich MDMA konsumiert hatten, und falls ja, in Kombination mit welchen anderen Substanzen.

Trotz dieser deutlichen Herabstufung der Gefährlichkeit von MDMA will die britische Regierung die Gleichstellung von MDMA mit Heroin und Crack nicht zurücknehmen. Innenminister Alan Campbell: „Die Regierung möchte jungen Leuten und der Öffentlichkeit nicht signalisieren, dass wir Ecstasy nicht mehr so ernst nehmen.“ Alles klar, es geht ja auch nicht um die Gefährlichkeit der Substanz, sondern um die Unterdrückung der Rave- und Neohippie-Kultur. Es ist ja so praktisch, wenn man unbescholtene Bürger, deren Philosophie der Regierung nicht passt, einfach ins Gefängnis wegstecken kann. Das nennt sich dann freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat.

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Pilz-Trip kann Stimmung dauerhaft heben

Ein erstaunlich positiver Bericht zu „Magic Mushrooms“ bzw. Psilocybin ist dieser Tage bei Spiegel Online unter dem Titel „Pilz-Trip kann Stimmung dauerhaft heben“ zu finden, auch wenn zu Anfang und zum Schluss die idiotische Geschichte des Schriftstellers Martin Suter zitiert wird, der in seinem Roman „Die dunkle Seite des Mondes“ (Titel von Pink Floyd abgekupfert) einen Wirtschaftsanwalt nach Pilzgenuss zum Mörder werden lässt.

Es geht um eine Studie der Johns Hopkins University in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland), die im „Journal of Psychopharmacology“ veröffentlicht worden ist. Die Mehrzahl der Probanden berichtet 14 Monate nach dem psychedelischen Trip, sie seien allgemein zufriedener, kreativer, selbstsicherer, flexibler und optimistischer als vorher. Studienleiter Griffith: „Diese Aussagen sind sehr erstaunlich. In der psychologischen Forschung gibt es selten so anhaltend positive Berichte von einem einzelnen Erlebnis.“