Kokain mit Alkohol: gefährlich

Der Mischkonsum von Alkohol und Kokain ist in den letzten Jahren immer verbreiteter geworden. Gemäss dem britischen Guardian ist er verantwortlich für den Anstieg von Herzinfarkten bei 30 bis 40-Jährigen, da bei gleichzeitiger Einnahme der beiden Drogen im Körper eine dritte Substanz namens Cocaethylene entsteht, die stark leberschädigend wirkt.

Zudem bewirkt dieser Mischkonsum eine Zunahme von sexuell riskantem und gewalttätigem Verhalten: „The ability of cocaine users to consume vast amounts of alcohol is being blamed for an increase in sexually risky behaviour among the young and rising levels of violence. Small studies in Manchester and Merseyside suggest that around half of all young people arrested for violent behaviour were on drugs, and of these the majority were on cocaine. Many had been drinking prior to their arrest.“

Kokain ermöglicht den Konsum einer viel grösseren Menge von Alkohol. Saufgelage, die sich über 12 Stunden hinziehen, sind keine Seltenheit mehr.

Der Polizei-Chef von Manchester, Peter Fahy: „I am concerned that we seem to be producing a lot of angry young men at the moment,“ sagte er letztes Jahr. „We need to understand why that is, and why some of these young men are quite prepared to use extremes of violence over nothing. I think alcohol plays a part, but we are also concerned about the mixture of alcohol and cocaine.“

Die zunehmende Popularität von Kokain ist zweifellos auch eine Folge der Cannabis-Repression und der durch die polizeilichen Massnahmen erfolgten Verknappung von Cannabis.

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Lotto, Witwen und Schwanzvergrösserung

An einem Tag im letzten Sommer hatte ich mehr als 300 SPAM-Mails in meinem Junk-Ordner. Die Spammerei hört nicht mehr auf, und wird immer mehr.

Gewisse Themen halten sich seit Jahren: immer wieder erhalte ich die erfreuliche Nachricht, dass ich im Lotto gewonnen habe, und regelmässig bieten mir Witwen das Vermögen ihres verstorbenen Mannes an. Schöne Frauen wollen reihenweise mit mir Sex haben, ganz heisse Börsentipps schickt man mir auch immer wieder zu, und natürlich darf ich nicht vergessen, wo ich günstig Viagra kriegen kann, danke für die Hinweise. Ein Klassiker ist auch das leere SPAM-Mail.

Andere Themen kommen in Wellen. Eine Zeitlang wurden mir ständig Heizstrahler angeboten, auch im Sommer. Dann neue Radios, die aussehen wie alte. In den letzten Monaten offeriert man mir auffallend häufig eine Schwanzvergrösserung. Dabei wird von den Spammern stets vorausgesetzt, dass ich nur gerade mit einer Miniaturversion von einem Penis ausgestattet sein, mit der ich mich vor dem anderen Geschlecht schämen müsse. Da heist es dann „Hot babes turn up their noses at small dicks“, „Don’t let her laugh at your small stick anymore!“ usw. Ziemlich fies, wie da Komplexe erzeugt werden. 

Vorschläge zur Brustvergrösserung kommen auch hin und wieder, sind aber bei mir etwas fehl am Platz. In letzter Zeit häufen sich Angebote für verbesserte Masturbation mit einer „Personal Puss“, die mit neuester Materialtechnologie für gesteigerte Lust beim einsamen Vergnügen sorgen soll.

Ich glaube fast, ohne SPAM wäre es mir langweilig.

Ibiza-Update 2, Juli 07

In den Sommermonaten fahren manche Leute hier wie vom Teufel besessen, wahrscheinlich sind sie es auch. Immer wieder sieht man waghalsige Ueberholmanöver auf kurvigen, unübersichtlichen Strassen und immer wieder Wracks am Strassenrand. Letzthin wurden wir Zeugen eines grausigen Unfalls, wo einem alten Bauern beide Beine abgerissen und der Rest seiner Leiche über ein Kilometer mitgeschleppt wurde. Der Todesfahrer, ein junger Brite, fuhr dann in seinem demolierten Auto noch zehn Kilometer weiter, bis er sich der Polizei stellte. Es ist beängstigend.

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Strassenmarkierung auf Ibiza

Gestern im „Diario de Ibiza“ die Geschichte eines ungarischen Pärchens, deren Leichen im Wald gefunden wurden. Er hatte sie offenbar in einem perversen Sexual-Akt erwürgt und dann, vielleicht erschreckt über seine nicht unbedingt so gewollte Tat, sich selbst umgebracht.

Im Leserbrief-Teil derselben Zeitung beklagt sich die Halterin einer Strandkneipe bei San Antonio (britisch besetztes Gebiet), dass ihre Familie täglich von schwer betrunkenen Gästen angepöbelt wird. Es wird ins Lokal gepinkelt, Mobiliar beschädigt und die Zeche geprellt. Letzthin wurde die Schwester der Schreibenden mit mehreren Messerstichen verletzt, und die Guardia Civil brauchte über eine Stunde, um am Ort des Geschehens zu erscheinen. Die Schreiberin vermerkt verbittert, dass beim höchst umstrittenen Autobahnbau des Matutes-Clans die Polizei in Hundertschaften bereitstand, um die Zwangsenteignungen und die Zerstörung von Häusern und Kulturland vor dem Zorn der Bevölkerung zu beschützen.

Wrack
Wieder mal ein Wrack neben der Strasse

In diesem Zusammenhang ist auch die diesjährige Schliessung von einigen Discotheken, Clubs und Bars zu sehen, über die ich in meinem ersten Ibiza-Update geschrieben habe. In seltener Einmütigkeit verkündeten Lokalpolitiker wie auch die britische Botschafterin, dass die Zeit des „Anything Goes“ abgelaufen sei. Nach diversen sensationalistischen Medienberichten hatte das Image Ibizas einen neuen Tiefpunkt erreicht, und dies zu Recht – der Abschaum hat Ibizas touristische Gegenden erobert, man kann es leider nicht anders ausdrücken. Nun soll nach Wunsch der Behörden alles diskreter ablaufen, das war wohl in etwa das Signal an die wegen Drogenhandels geschlossenen Clubs. Amnesia ist inzwischen wieder geöffnet.

Angetrieben von der Geldgier einheimischer und zugewanderter Hoteliers und Geschäftsleute wird einerseits mit Billigreisen alkoholisiertes Proletariat herangekarrt und andererseits hochprofitable Club-, Party- und Drogentouristen, die gnadenlos abgezockt werden mit Eintrittspreisen von 90 EUR in Clubs, wo ein Bier 18 EUR kostet.

Die Politik ist hilflos. Die PP (Partido Popolar) ist nur an Zement und Asphalt interessiert, weil so die herrschenden Clans am meisten absahnen können. Die jetzt herrschenden Sozialisten (die die Wahl mit 38 Stimmen Differenz gewonnen haben) meinen es gut, aber sind weder zur klaren Analyse noch zur durchgreifenden Aktion fähig. Nicht einmal der dringend nötige massive Ausbau des öffentlichen Verkehrs wird angepackt. So geht das Kräftespiel des entfesselten Kapitalismus ungehindert weiter.

Vor Jahrzehnten in den 60er-Jahren, war Ibiza das Paradies der Hippies gewesen. Regiert hatten „Shit und Trips“, also Haschisch und LSD. Das waren Zeiten gewesen, idyllisch und romantisch. Natürlich gab es auch damals private Dramen, aber die Gesamtstimmung war freundlich zu Natur und Menschen. Heute sind Kokain, Ecstasy (womit nicht reines MDMA gemeint ist), Ketamin und GHB die vorherrschenden Drogen – und natürlich vor allem Alkohol in rauhen Mengen. Und weiterhin präsentiert die im Sommer massiv verstärkte Drogenpolizei (Vorsicht auf den Fähren!) stolz ihre Cannabis-Beute, wenn sie wieder mal einen Kleindealer oder einen Touristen mit privatem Drogenproviant erwischt haben.

Trotz allem: wer mehr als nur ein paar wenige Schritte in die Natur tut, weg von Bars und Verkehr, der kann nach wie vor die majestätische Schönheit dieser Insel erleben. Und auf dem Land gibt es immer noch die friedlichen und gemütlichen Szenen sowie stets lächelnde Ibicencos. Ein unglaublicher Kontrast.

Schwanzgesteuert?

Hin und wieder höre ich von Frauen den Ausdruck „schwanzgesteuert“. Natürlich könnte der jeweils so angesprochene Mann mit einer ähnlichen Beleidigung zurückschlagen, Beispiele für entsprechende rhetorische Zweitschlagwaffen wollen wir uns hier verkneifen.

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Ein Schwanz am Strassenrand in Ibiza

Interessant ist jedenfalls, dass sich die Frauen bei ihren geschlechts-rassistischen Diffamierungen meist noch ganz cool vorkommen. Wenn ihr eigenes Geschlecht aber so primitiv unter der Gürtellinie attackiert wird, dann sind sie empört.

Tatsache ist, dass das genaue Gegenteil von „schwanzgesteuert“ wahr ist: die Psyche ist es, die den Penis steuert. Wenn der aktuelle Hormon-Mix stimmt, wenn Mann sich entspannen kann und wenn die anregende Gegenwart einer attraktiven Frau für gute Stimmung sorgt, dann beginnt sich der Schwanz wohlig zu regen. Ganz genau analog ist es bei der Frau.