Hersberg: Kirschbäume zerstört

In meinem Schweizer Wohnort Hersberg stand bis vor kurzem eine Reihe von Hochstamm-Kirschbäumen, die im Frühling mit ihren Blüten die Wanderer erfreuten und, die meisten von Efeu überwachsen, vielen Vögeln und Kleintieren Schutz und Niststätte boten.

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Nun hat der Bauer das Land verkauft, und der neue Besitzer will offenbar einen pflegeleichten Acker: schwere Maschinen sind aufgefahren und haben die Bäume zerstört. Ich weiss nicht, ob diese Aktion legal oder illegal ist – jedenfalls ist es eine Schande. Dieser Verlust an Natur und Schönheit macht mich traurig.

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Zeckenplage

Die Zeckenplage in der Nordwestschweiz wird immer schlimmer. Inzwischen gibt’s bei uns in der Familie so etwa im Monatstakt einen Zeckenstich. Wir wohnen zwar etwas ausserhalb von Basel, doch auch in der Stadt ist es nicht mehr zu empfehlen, sich in einem Park aufs Gras zu setzen. Letztes Jahr musste ich Antibiotika nehmen wegen einer Borreliose-Infektion, und diesen Frühling war unser Sohn Sean damit an der Reihe. Heute morgen habe ich eine Zecke in meinem Allerwertesten entdeckt. Es nervt.

Warum findet nicht endlich einmal ein cleverer Biologe heraus, welches die natürlichen Feinde der Zecken sind? Vermutlich hat unsere tolle Zivilisation diese alle ausgerottet. Aber wenigstens könnte man versuchen, die Zeckenfeinde gezielt wieder anzusiedeln und zu fördern. Politiker, aufgewacht, bewilligt ein Budget!

Ibiza-Hotspots, August 2007

Ibiza ist einfach fantastisch, auch wenn ich immer wieder mal was zu lästern habe. Hier gibt es so viele nette und interessante Leute, wunderbare Natur, Kultur und tolle Lokale. Jeden Abend hat man die Qual der Wahl.

Montag nachts ist im Las Dalias (San Carlos) der Hippie Night Market angesagt. Dort trifft man sich und kauft nebenbei so ein, was die Freaks von Indien mitgebracht oder selber hergestellt haben, sowie auch allerlei Leckeres vom Land, wie zum Beispiel in Honig eingelegte Mandeln. DJ Djin, selber auch Musiker und Bildhauer, begrüsste uns mit „Spaced Out“ von unserem 1981er-Album „Psychotron / Schaltkreis Wassermann“. Dieses heavy-duty Experimental-Stück passte gut in die entspannte Atmosphäre, erstaunlicherweise.

Nach dem Dalias empfiehlt sich das „Sansara“ in Santa Eulalia, ein schönes asiatisch inspiriertes Lokal mit charmanter, manchmal ziemlich schräger Live-Musik.

Mittwochs gibts psyTrance im „Sunset Ashram“ an der Cala Conta (San Antonio). Das Restaurant, das dieses Jahr sehr guten griechischen Salat serviert, liegt direkt über dem Meer, und Daniel und Amor legen heissen psychedelic Sound zum Tanzen auf. Tolle Location.

Sunset Ashram
Sonnenuntergang beim Sunset Ashram

Freitag und Sonntag abends spielt Ohm-G gepflegten Chill-Out im Atzaro, einem Agroturismo-Hotel in San Carlos. Wohl eines der schönsten Lokale in Ibiza, wenn nicht das schönste. Eine riesige Garten-Anlage mit balinesischen und anderen asiatischen Einflüssen, perfekt gemischt mit traditioneller ibizenkischer Finca-Architektur. Beeindruckend und sehr ästhetisch. Natürlich für die betuchte Klientel, aber wie fast überall auf Ibiza sind auch Freaks gerne gesehen.

Atzaro

Atzaro Agroturismo

Im „Casa Colonial“ gibt es zurzeit die indischen Wochen, die mit einer Bollywood-Nacht eröffnet wurden. Saigo und Arda spielten Tabla und Dill-Ruda, Maria tanzte dazu indisch. Gediegenes Essen für Schickimicki-Kundschaft – nicht ganz unsere Welt, aber sehr schön.

Saigo
Maria, Saigo und Arda im Casa Colonial.

Und für mich das Geilste: hin und wieder eine unkommerzielle und illegale Trance-Party irgendwo im Wald. Dort kommt man nur hin, wenn man die richtigen Leute kennt. Leider taucht dann immer zwischen 3 und 5 Uhr morgens die Guardia Civil auf…

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Fullmoon-Tranceparty

Ibiza-Update 2, Juli 07

In den Sommermonaten fahren manche Leute hier wie vom Teufel besessen, wahrscheinlich sind sie es auch. Immer wieder sieht man waghalsige Ueberholmanöver auf kurvigen, unübersichtlichen Strassen und immer wieder Wracks am Strassenrand. Letzthin wurden wir Zeugen eines grausigen Unfalls, wo einem alten Bauern beide Beine abgerissen und der Rest seiner Leiche über ein Kilometer mitgeschleppt wurde. Der Todesfahrer, ein junger Brite, fuhr dann in seinem demolierten Auto noch zehn Kilometer weiter, bis er sich der Polizei stellte. Es ist beängstigend.

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Strassenmarkierung auf Ibiza

Gestern im „Diario de Ibiza“ die Geschichte eines ungarischen Pärchens, deren Leichen im Wald gefunden wurden. Er hatte sie offenbar in einem perversen Sexual-Akt erwürgt und dann, vielleicht erschreckt über seine nicht unbedingt so gewollte Tat, sich selbst umgebracht.

Im Leserbrief-Teil derselben Zeitung beklagt sich die Halterin einer Strandkneipe bei San Antonio (britisch besetztes Gebiet), dass ihre Familie täglich von schwer betrunkenen Gästen angepöbelt wird. Es wird ins Lokal gepinkelt, Mobiliar beschädigt und die Zeche geprellt. Letzthin wurde die Schwester der Schreibenden mit mehreren Messerstichen verletzt, und die Guardia Civil brauchte über eine Stunde, um am Ort des Geschehens zu erscheinen. Die Schreiberin vermerkt verbittert, dass beim höchst umstrittenen Autobahnbau des Matutes-Clans die Polizei in Hundertschaften bereitstand, um die Zwangsenteignungen und die Zerstörung von Häusern und Kulturland vor dem Zorn der Bevölkerung zu beschützen.

Wrack
Wieder mal ein Wrack neben der Strasse

In diesem Zusammenhang ist auch die diesjährige Schliessung von einigen Discotheken, Clubs und Bars zu sehen, über die ich in meinem ersten Ibiza-Update geschrieben habe. In seltener Einmütigkeit verkündeten Lokalpolitiker wie auch die britische Botschafterin, dass die Zeit des „Anything Goes“ abgelaufen sei. Nach diversen sensationalistischen Medienberichten hatte das Image Ibizas einen neuen Tiefpunkt erreicht, und dies zu Recht – der Abschaum hat Ibizas touristische Gegenden erobert, man kann es leider nicht anders ausdrücken. Nun soll nach Wunsch der Behörden alles diskreter ablaufen, das war wohl in etwa das Signal an die wegen Drogenhandels geschlossenen Clubs. Amnesia ist inzwischen wieder geöffnet.

Angetrieben von der Geldgier einheimischer und zugewanderter Hoteliers und Geschäftsleute wird einerseits mit Billigreisen alkoholisiertes Proletariat herangekarrt und andererseits hochprofitable Club-, Party- und Drogentouristen, die gnadenlos abgezockt werden mit Eintrittspreisen von 90 EUR in Clubs, wo ein Bier 18 EUR kostet.

Die Politik ist hilflos. Die PP (Partido Popolar) ist nur an Zement und Asphalt interessiert, weil so die herrschenden Clans am meisten absahnen können. Die jetzt herrschenden Sozialisten (die die Wahl mit 38 Stimmen Differenz gewonnen haben) meinen es gut, aber sind weder zur klaren Analyse noch zur durchgreifenden Aktion fähig. Nicht einmal der dringend nötige massive Ausbau des öffentlichen Verkehrs wird angepackt. So geht das Kräftespiel des entfesselten Kapitalismus ungehindert weiter.

Vor Jahrzehnten in den 60er-Jahren, war Ibiza das Paradies der Hippies gewesen. Regiert hatten „Shit und Trips“, also Haschisch und LSD. Das waren Zeiten gewesen, idyllisch und romantisch. Natürlich gab es auch damals private Dramen, aber die Gesamtstimmung war freundlich zu Natur und Menschen. Heute sind Kokain, Ecstasy (womit nicht reines MDMA gemeint ist), Ketamin und GHB die vorherrschenden Drogen – und natürlich vor allem Alkohol in rauhen Mengen. Und weiterhin präsentiert die im Sommer massiv verstärkte Drogenpolizei (Vorsicht auf den Fähren!) stolz ihre Cannabis-Beute, wenn sie wieder mal einen Kleindealer oder einen Touristen mit privatem Drogenproviant erwischt haben.

Trotz allem: wer mehr als nur ein paar wenige Schritte in die Natur tut, weg von Bars und Verkehr, der kann nach wie vor die majestätische Schönheit dieser Insel erleben. Und auf dem Land gibt es immer noch die friedlichen und gemütlichen Szenen sowie stets lächelnde Ibicencos. Ein unglaublicher Kontrast.

Ibiza-Update, Juli 07

Oelpest vor Ibizas Küste: der Tanker „Don Pedro“ mit 150 Tonnen Oel ist wenige Kilometer vor Ibizas Hafen auf ein Riff aufgelaufen und sofort gesunken. Die Strände Playa d’en Bossa, Talamanca und Figueretas wurden geschlossen. Taucher haben inzwischen die Lecks abgedichtet, und es scheint, dass eine grössere Katastrophe verhindert werden konnte.
(Nachtrag vom 16.7.2007: Offenbar alles viel schlimmer, als die ersten Meldungen vermittelten. Habe Video gesehen von oelverschmierten Felsen bei Ses Salines, dem wunderschönen Strand mit den bizarren Felsen und den Sanddünen.)

Der Tanker-Unfall ist symptomatisch für die Rücksichtslosigkeit, mit der Ibiza, ein Juwel des Mittelmeers, von den Menschen behandelt wird. Insebesondere in den vier Jahren Herrschaft der rechtsgerichteten PP (Partido Popolar), die von König Abel Matutes beherrscht wird, wie auch grosse Teile von Ibizas Wirtschaft, wurden brutale Schneisen in die kleine Insel geschlagen, um ungeheuerlich überteuerte Autobahnen zu bauen, von denen wiederum primär Matutes und sein Clan profitiert haben.

Nun haben bei den Wahlen vom 16.Mai die Sozialisten die Mehrheit erreicht und wurden anfangs Juli in ihre Aemter eingesetzt. Bereits laufen Korruptionsverfahren gegen Prinzessin Stella Matutes und zwei weitere Abgeordnete.

Nun rasen die Taxifahrer mit 130 km/h über das Stück Autobahn vom Flughafen bis in die Umfahrungsstrassen rund um Ibiza, auf denen eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h pro Stunde signalisiert ist. Keiner scheint sich darum zu kümmern. Die Touristen, von denen die Insel lebt, können der Autobahn nichts abgewinnen – genau vor solchen Monströsitäten sind sie temporär aus ihrer Heimat geflüchtet.

Ibiza Sunset

Von Inselbewohnern höre ich, dass die Polizei aggressiv gegen kleine Haschisch-Dealer vorgeht. Aus dem „Hippie“-Markt vo Las Dalias soll einer mit Handschellen abgeführt worden sein. Andererseits ist zu lesen, dass Spanien den höchsten Pro-Kopf-Konsum von Kokain haben, Spitzenreiter ist vermutlich Ibiza. Sichtbar wird das, wenn einer mit 150km/h über eine Landstrasse rast, auf die Velofahrer von den Tourismusbehörden gelockt worden sind.

Die Clubs Amnesia, Bora-Bora und DC-10 wurden anfangs dieser Saison geschlossen. Vielleicht können sie jetzt im Juli wieder öffnen. Der Grund soll sein, dass in diesen Lokalen Drogen verkauft worden seien. Wer hätte das gedacht? Jeder weiss, dass in allen grossen Discos und Clubs der Drogenhandel zum Geschäft gehört, auch im Space, bei dem König Matutes Mitbesitzer ist.

Bezüglich Drogen ist Spanien immer noch völlig unaufgeklärt, die Medien schreiben nach wie vor von „la Droga“, in den meisten Fällen ohne zu spefizieren, um was es konkret geht. Wie soll da eine ernsthafte Diskussion stattfinden? Wie immer seit dem Antritt von Bush läuft alles in die völlig falsche Richtung.

Gesoffen wird wie eh und je. Als letzthin eines meiner Lieblingslokale um 1.00h morgens schloss, torkelten mehrere Besucher aus der Bar und hinter das Steuer ihrer Autos. Entsprechend viele Tote gibt es auf Ibizas Strassen.

Dennoch gibt es auf Ibiza immer noch wunderschöne Gegenden mit unberührter Natur. Wie lange noch?

Die Sozialisten haben nun immerhin die Schliessung von mehreren Restaurants in den Salinen angeordnet, die ohne Bewilligung mitten in die Dünen gebaut worden sind, nach guter ibizenkischer Tradition: „Die Gesetze gelten nur für die Ausländer.“ Gerade habe ich gelesen über einen politischen Vorstoss, dass bei Drogenvergehen gegenüber Ausländern keine bedingten Strafen mehr angewendet werden sollen, für Spanier und Ibicencos schon. Ob das mit dem EU-Recht vereinbar ist?

Zecken: Frontline gefährlich für Menschen?

Vor einem Monat hatte ich einen Zeckenbiss, und der Arzt diagonstizierte eine Borreliose, sodass ich Antibiotika schlucken musste. Ich war nicht sicher, wo ich die Zecke aufgelesen hatte: ich war im Wald gewesen, hatte Rasen gemäht und hatte eine unserer Katzen bei nacktem Oberkörper auf dem Arm gehabt. Die Katzen waren alle mit „Frontline“ behandelt, einem vom Tierarzt empfohlenen Mittel, das die Zecken abhalten sollte.

Noch während der Antibiotika-Kur fand ich eine weitere Zecke auf meiner Hand, nachdem ich eine der Katzen gekrault hatte, und vor einer Woche biss mich eine weitere in den Oberarm – zum Glück diesmal ohne Borreliose.

Für mich ist der Fall nun klar: Die Zecken befinden sich trotz Frontline weiterhin im Fell der Tiere, können aber nicht zubeissen, weil sie Frontline abstösst. Sobald menschliche Haut in Reichweite kommt, bietet sich diese als Alternative für die Zecken an. Somit ist Frontline zwar ein Schutz für die Tiere, aber eine ernsthafte Gefahr für die Menschen.