Professor David Nutt verlor seinen Job als Chef-Drogenberater der britischen Regierung, weil er als Wissenschatler darauf beharrte, die aus der Forschung gewonnene Wahrheit zu sagen, nämlich dass Cannabis weniger gefährlich ist als Alkohol, und dass die Substanz MDMA (auch als „Ecstasy“ bekannt) im Gefahrenpotenzial etwa dem Reiten eines Pferdes entspricht.
England hatte Cannabis 2004 in der Klassifikation von B auf C heruntergestuft. Nun hat die aktuelle Regierung Cannabis letztes Jahr Cannabis wieder herauf gestuft – völlig entgegen der wissenschaftlichen Ratschläge des „Advisory Council on the Misuse of Drugs“.
Ein zweites Mitglied des Berater-Teams, Dr. Les King, ist aus dem Rat zurückgetreten, weil die Regierung konsequent alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Drogen ignoriert. Weitere Rücktritte sind angekündigt worden.
Der Mischkonsum von Alkohol und Kokain ist in den letzten Jahren immer verbreiteter geworden. Gemäss dem britischen Guardian ist er verantwortlich für den Anstieg von Herzinfarkten bei 30 bis 40-Jährigen, da bei gleichzeitiger Einnahme der beiden Drogen im Körper eine dritte Substanz namens Cocaethylene entsteht, die stark leberschädigend wirkt.
Zudem bewirkt dieser Mischkonsum eine Zunahme von sexuell riskantem und gewalttätigem Verhalten: „The ability of cocaine users to consume vast amounts of alcohol is being blamed for an increase in sexually risky behaviour among the young and rising levels of violence. Small studies in Manchester and Merseyside suggest that around half of all young people arrested for violent behaviour were on drugs, and of these the majority were on cocaine. Many had been drinking prior to their arrest.“
Kokain ermöglicht den Konsum einer viel grösseren Menge von Alkohol. Saufgelage, die sich über 12 Stunden hinziehen, sind keine Seltenheit mehr.
Der Polizei-Chef von Manchester, Peter Fahy: „I am concerned that we seem to be producing a lot of angry young men at the moment,“ sagte er letztes Jahr. „We need to understand why that is, and why some of these young men are quite prepared to use extremes of violence over nothing. I think alcohol plays a part, but we are also concerned about the mixture of alcohol and cocaine.“
Die zunehmende Popularität von Kokain ist zweifellos auch eine Folge der Cannabis-Repression und der durch die polizeilichen Massnahmen erfolgten Verknappung von Cannabis.
Die Wählerschaft des amerikanischen Ski-Orts Breckenridge (Colorado) hat mit 72 Prozent der Legalisierung von Cannabis zugestimmt. Eine Unze (28g) pro Person gilt nun als legal.
Die Entscheidung hat weitgehend symbolischen Charakter, da Staats- und Bundesgesetze weiterhin gelten. Jedoch wirkt sie sich auf die Prioritäten der lokalen Polizei aus.
„This votes demonstrates that Breckenridge citizens overwhelmingly believe that adults should not be punished for making the safer choice to use marijuana instead of alcohol,“ said Sean McAllister, chair of Sensible Breckenridge and a member of the NORML Legal Committee.
Hier noch ein Video-Statement von Jessica Corry, Mitglied der Republikanischen Partei! Sogar dort bewegt sich was…
In Kalifornien befürworten 56% der Bürger die Legalisierung und Besteuerung von Cannabis, eine entsprechende Motion ist im Parlament hängig. Hier ein Video zu Oaksterdam, dem legalen Cannabis-Imperium des Unternehmers Richard Lee (zu Anfang des Videos kommt leider etwas Werbung)…
Besonders witzig die Szene, wo der junge Arnie Schwarzenegger genüsslich einen Spliff reinzieht. Und Obama antwortet auf die Frage, ob er inhaliert habe, mit „ja, häufig“…
Na, das macht doch Freude: nun gibt die US-Regierung unter Präsident Obama die offizielle Weisung an die Drug Enforcement Agency DEA, dass medizinische Cannabis-Konsumenten in den 14 Bundesstaaten nicht mehr verfolgt werden dürfen, wo Medical Cannabis legalisiert worden ist. Das nimmt auch den Druck von den Pflanzern und Verteilstellen, die in den letzten Jahren immer wieder Opfer von Razzien und mutwilliger Zerstörung durch DEA-Agenten geworden sind. Weiterhin verfolgt wird der Verkauf an Minderjährige, sowie Geldwäscherei und illegaler Waffenbesitz.
Kritiker merken allerdings an, dass es sich beim Memo der Obama-Regierung immer noch um eine mehr oder weniger unverbindliche Weisung handelt. Im amerikanischen Parlament ist der Gesetzesentwurf House Bill 2835 hängig, der der DEA weitere Eingriffe verunmöglichen würde.
Ein junger Mann aus unserer Bekanntschaft hat die schreckliche Dummheit begangen, ein Kilo Kokain aus Venezuela in die Schweiz schmuggeln zu wollen. Er wurde, wie nicht anders zu erwarten, auf dem Flughafen von Caracas gefasst.
Nun hat er dafür acht Jahre erhalten, und die muss er in Los Teques absitzen, einem der schlimmsten Knäste der Welt, wo Vergewaltigungen an der Tagesordnung sind und Häftlinge im Wochentakt ermordet werden.
In Deutschland hat letzthin der Mörder eines Mädchens neun Jahre erhalten, zwar unter Jugendstrafrecht, das sei fairerweise hinzugefügt – aber ist ein Kilo Kokain in der Schwere des Verbrechens vergleichbar mit dem Mord an einem Kind?
Ich bin kein Freund von Kokain, habe Menschen schon kaputtgehen sehen an dieser Droge, doch dasselbe kann ich auch sagen von Schnaps. Die weltweite Drogengesetzgebung stinkt zum Himmel, ist eine schreiende Ungerechtigkeit und ein unglaubliches Unrecht, das von einer total verirrten Rechtssprechung täglich an Abertausenden von Menschen verübt wird – seien das die Opfer von Schiesserein zwischen mexikanischen Drogengangs, harmlose Cannabis-Konsumenten, die jahrelang wegen einer Bagatelle in Gefängnissen schmoren, oder eben unser junger Bekannter, der nun eine der irdischen Höllen erleiden muss.
Immer wieder berichten die Polizei und Schweizer Medien stolz davon, eine Hanfplantage ausgehoben zu haben, so zum Beispiel heute in 20Minuten-Online. Da geht es um 130 Pflanzen mit einem Marktwert von 20′000 Franken, also um einen Pflanzer, der für sich und seinen Kollegenkreis anbaut.
Hat denn die Polizei wirklich nichts wichtigeres zu tun? Erwischt werden ohnehin nur die kleinen Fische. Das heisst die Polizei betreibt aktiv eine Marktbereinigung zugunsten der organisierten Kriminalität, denn die Nachfrage ist natürlich weiterhin vorhanden.
Diese Polizei-Aktionen treiben die Preise für Cannabis hoch, machen es schwerer erhältlich und verschieben somit den Drogenkonsum vorwiegend der jungen Leute in Richtung Alkohol und Kokain. Und dann fragt man sich allerseits ratlos, weshalb denn die Gewalt und die Brutalität auf den Strassen ständig zunimmt…
In den USA hat es in den letzten Jahren viele erfolgreiche Initiativen auf Bundesstaats-, Stadt- und Gemeinde-Ebene gegeben, den Kampf gegen Cannabis zur niedersten Priorität der Polizei zu machen. Weshalb gibt es in Europa keine Politiker, die diese Anregung aufnehmen?
Im Herbst 2008 haben 38 Prozent der abstimmenden Schweizer für die Legalisierung von Cannabis votiert. Dies, obwohl keinerlei Kampagne für die Initiative stattgefunden hatte. Politiker versprachen dann, diese respektable Ergebnis zu berücksichtigen. In der Realität findet das genaue Gegenteil statt, die grosse schweigende Minderheit der Cannabis-Konsumenten wird täglich weiterhin oder sogar noch vermehrt schikaniert.
Gemäss Spiegel-Online hat das oberste Gericht Argentiniens einstimmig beschlossen, den privaten Konsum von Cannabis zu entkriminalisieren. Letzte Woche hatte bereits Mexico einen ähnlichen Schritt gemacht – Südamerika bewegt sich.
Besonders interessant ist die Begründung für den einstimmig gefassten Beschluss des obersten Gerichts: die bisherige Praxis, die jeglichen Drogenbesitz unter Strafe stellte, sei verfassungswidrig und verstosse gegen das in der Verfassung verankerte Selbstbestimmungsrecht.
Da können sich Politiker und Richter unserer sogenannten freiheitlich-demokratischen Rechtsstaaten mal eine Scheibe abschneiden…
Ein Freund von uns und seine Kumpels wurden am letzten Wochenende auf dem Gempen (Nähe Basel) von einer 15 bis 20 Mann starken Gruppe von jungen Leuten brutal zusammengeschlagen. Die Schläger waren stark betrunken. Siehe den Artikel in der Basler Zeitung.
Der Zusammenhang zwischen der in den letzten Jahren enorm verstärkten Cannabis-Repression in der Schweiz und der zunehmenden Gewalt ist kaum jemandem bewusst. Dabei ist er offensichtlich: seit Gras und Haschisch durch polizeiliche Massnahmen vor allem gegen Plantagen verknappt worden sind, besaufen sich die jungen Leute, und logischerweise nehmen Vandalismus und brutale Gewalt zu.
Das Buch behandelt zwei Hauptthemen:
1. Viele Leute glauben immer noch, Cannabis sei gefährlicher als Alkohol, und das ist völlig falsch. Alkohol ist eine harte Droge, sehr giftig für den Körper und fordert jährlich 3′000 direkte Todesopfer alleine in der Schweiz. Dabei sind die durch Alkohol ausgelösten Gewalttaten und Unfälle nicht eingerechnet, ebensowenig das Leid, das die Familien von Alkoholikern ertragen müssen.
Cannabis hingegen ist ungiftig, es gibt keinen einzigen dokumentierten Todesfall durch Cannabis. Wenn es ohne Nikotin geraucht wird, ist kein Lungenschaden zu erwarten, siehe die Langzeitstudie der University of California. In einem Interview mit Alternet geht Paul Armentano auch auf andere Behauptungen von Cannabis-Gegenern ein, wie die Psychosen-Angstmacherei, für die keine wissenschaftlich haltbare Begründung vorliegt.
2. Der soziale Schaden durch Alkohol ist enorm, vor allem durch Autofahren und Gewalttaten unter Alkohol-Einfluss. Demgegenüber führt Cannabis zu einem vorsichtigeren Fahrstil und dämpft Aggressionen ab. Womit nicht gesagt sein soll, dass die Leute zum Autofahren kiffen sollen, aber es ist absurd und ungerecht, dass selbst um Tage und Wochen zurückliegender Cannabisgenuss zum Führerschein-Entzug führt. Jedenfalls brauchen wir eine öffentliche Diskussion darüber, ob es nicht vernünftiger sein könnte, Cannabis allgemein zugänglich zu machen, um uns vor der zunehmenden Gewalt zu schützen.
Mexico entkriminalisiert den Besitz von kleinen Mengen von Drogen für den persönlichen Gebrauch, berichtet Huffington Post.
Dies betrifft alle möglichen Drogen wie Cannabis, LSD, Amphetamin sowie auch Cocain und Heroin. Im Gesetz waren bisher drakonische Strafen auch für den Besitz von kleinen Mengen vorgesehen, auch wenn sie in der Praxis kaum durchgesetzt wurden. Jedoch liess diese Diskrepanz grossen Spielraum für Korruption.
Mexico führt seit einigen Jahren einen blutigen Krieg gegen die Drogenkartelle, der bisher Tausende von Toten gefordert hat und von beiden Seiten mit grösster Brutalität geführt wird. Kritiker weisen darauf hin, dass es bei diesem War-on-Drugs vor allem darum geht, die Macht und die Millarden einiger weniger Kartelle zu sichern und Konkurrenten auszuschalten.