Der Kirschbaum-Mörder

Der Kirschbaum-Mörder geht um im Kanton Baselland. Als Wanderer oder Spaziergänger im schönen Baselbiet sieht man zurzeit immer wieder Spuren von Vandalismus: prächtige und gesunde Kirschbäume, einst der Stolz des Landkantons, fallen der Kettensäge zum Opfer. Häufig wird sogar das wertvolle Holz der Bäume, aus dem früher exquisite Möbelstücke gefertigt wurden, achtlos zu Brennholz zerteilt. So zuletzt gesehen in Hersberg, Waldenburg (Gerstel) und Arboldswil.

Redet man mit den Bauern und Anwohnern, so hört man immer dieselben Sprüche von Sympathisanten der Kirschbaum-Mörder: „Die Kirschen waren nicht mehr gut“, „die Bäume waren krank“ (was in vielen Fällen nicht stimmt), „niemand macht mehr die anstrengende Arbeit des Ablesens“, „das jährliche Schneiden der Aeste macht zuviel Arbeit“, „es rentiert nicht mehr“. Dieser letzte Satz ist wohl der entscheidende.  In ihrer krankhaften Fixierung auf den ökonomischen Aspekt (vorgelebt von der ganzen heutigen Gesellschaft) übersehen die Kirschbaum-Mörder den Wert ihrer Bäume für das Landschaftsbild, für Vögel und Insekten und für die Freude der Passanten, besonders im Frühling, wenn die Bäume blühen.

Ein nicht rentabler Baum muss nicht geschnitten werden, die Bäume haben ohne Schnitt gelebt, lange bevor es die Menschen gab. Auch Bäume sind Lebewesen – wieso soll man sie nicht einfach leben lassen? Der einzelne Baumbesitzer trägt mit seinem Entscheid zur Kettensäge eine Verantwortung, die weit über seine privaten Interessen und Frustrationen hinausgeht, doch das haben offenbar die meisten Bauern noch nicht gemerkt.

Traurig.

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Waldzerstörung

Letzthin auf einem Spaziergang oberhalb von Hersberg (über dem Wasserreservoir) im Kanton Baselland/Schweiz war ich schockiert zu sehen, wie einmal mehr eine grössere Waldfläche abgeholzt und brutal zerstört wurde – ohne Rücksicht auf ökologische Lebensräume plattgewalzt, auch mit grösseren, maschinell durchgeführten Erdbewegungen.

Solche Waldzerstörungen sind im Baselland immer häufiger zu sehen. Ich möchte gerne wissen, wer so etwas bewilligt, und ob da ökologische und biologische Abklärungen vorangehen, oder ob irgendwelche Ignoranten einfach entscheiden können.

Der Ertrag aus solchen Abholzungen wird gering sein und vermutlich kaum die Kosten decken, der Verlust an Lebensräumen für Pflanzen und Tiere hingegen ist gross. Sind das verdeckte Arbeitsbeschaffungsprogramme für Forstarbeiter, geht es um Holzbeschaffung für die Pellet-Industrie oder um was eigentlich?