Kuhglocken-Gebimmel und Intoleranz

In Arboldswil, einer kleinen Baselbieter Gemeinde, hat sich ein Neuzuzüger beschwert, weil er beim nächtlichen Gebimmel der Kuhglocken nicht schlafen konnte. Darauf gingen in den Leserbriefspalten der Basler Zeitung die Wogen hoch – offenbar sind die Kuhglocken für viele Schweizer ein heiliges Symbol der nationalen Identität. Dabei hat das Bundesgericht schon längst geurteilt, dass Kuhglocken nachts in bewohnten Gebieten verboten sind.

Erschreckend jedenfalls, mit welcher Intoleranz und Gehässigkeit in den Leserbriefen die Menschen mit einem sensibleren Schlaf angegangen worden sind. Das erinnert fatal an die berüchtigten Schafskopf-Plakate der Schweizerischen Vascho-, äh Volks-Partei SVP. Witzig hingegen, dass laut Presseberichten ausgerechnet ein SVP-Mitglied gegen das nächtliche Gebimmel reklamiert haben soll – der Arme sitzt jetzt zwischen Stuhl und Bank.

Ich schlage vor, dass alle aufrechten Schweizer ab sofort tagsüber eine Treichel (schweizerischer Ausdruck für eine grosse Kuhglocke) um den Hals tragen, das gibt im Büro und im Tram die richtige patriotische Geräuschkulisse. Und die, die’s besonders lieben, dürfen sie auch nachts im Bett anbehalten!

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