Growland: Berns ältester Hanfladen geschlossen

Andi Stafforte ist ein Begriff in der Schweizer Cannabis-Szene. Nicht nur eröffnete er einen der ersten Hanfläden in der Schweiz, er veranstaltete auch die ersten Goa-Parties. Letztes Jahr wurde Andi, der inzwischen häufiger in Nepal anzutreffen ist als in der Schweiz, verurteilt wegen Verkauf von Hanfblüten, allerdings kam er noch mit einer bedingten Strafe davon.

Andi Stafforte schreibt dazu: „Es ging dabei um die Jahre, in denen wir glaubten, legal Hanfblüten zu verkaufen im Growland, 10g pro Nase pro Tag, nur Freiland, erst ab 18 Jahren. Dafür bekam ich 18 Monate bedingt.“

Nun wurde sein Growland-Laden polizeilich geschlossen, was einmal mehr die repressive Tendenz der Schweizer Politik gegenüber Cannabis illustriert. Dafür saufen die jungen Schweizer inzwischen masslos, mit den bekannten Folgen Vandalismus und Gewalt. Der Zusammenhang zwischen Cannabis-Repression, Alkoholkonsum und stark gestiegener Gewalttätigkeit wird von Politikern und Medien beharrlich ignoriert, wahrscheinlich auch gar nicht verstanden.

Die Berner Zeitung Der Bund schreibt zum Fall Growland am 8.8.07:
1993 eröffnete Andrea Stafforte in Bern den ersten Hanfladen der Schweiz. Gestern nun wurde das «Growland» an der Herrengasse von der Stadtpolizei geschlossen – als zweitletztes Geschäft dieser Art in Bern.

Als 2002 ein regelrechter Wildwuchs von Hanfläden herrschte, boten in der Bundesstadt rund 50 Läden Rauchhanf zum Verkauf an. Damals eröffnete die Konferenz der Bernischen Regierungsstatthalter unter der Führung von Alec von Graffenried eine eigentliche Offensive gegen den Handel. Fast wöchentlich wurden Razzien durchgeführt und Hanfläden geschlossen. Auch das Growland wurde in dieser Zeit kontrolliert. Zwölf Kilogramm Hanf wurden sichergestellt, das Geschäft vorübergehend versiegelt. Erst als Stafforte glaubhaft machen konnte, dass er nur noch Anbauprodukte, Kosmetik, Kleider, und Lebensmittel im Sortiment führte, durfte er seinen Laden wieder eröffnen. «In den vergangenen Monaten kam es im Growland aber wieder zum Verkauf von Hanf zum Betäubungsmittelkonsum», sagt Statthalter Alec von Graffenried. Darum habe er die Schliessung angeordnet. Von Graffenried stützt sich bei seinem Entscheid auf Artikel 11 der Verordung zum Bundesgesetz über Betäubungsmittel, der es den Regierungsstatthaltern seit 2004 ermöglicht, Schliessungen in Eigenregie anzuordnen. Zuvor mussten sich die Behörden auf das Polizeigesetz stützen. (pas)

Kommentar von Andi Stafforte zu obiger Zeitungsmeldung:
Am 23. Februar 2007 wurden nur knappe 2 kg Hanfblüten gefunden, und der Laden kurzzeitig versiegelt. Damals im September 2002, als 12 kg Blüten gefunden worden waren, blieb der Laden durchgehend geöffnet, genauso wie Juli 2000, als 38 kg gefunden wurden, da wurde nicht mal gesagt, dass wir nichts mehr verkaufen dürften…

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