Theater um den Ex-Terroristen und politischen Mörder Christian Klar

Der Ex-RAF-Terrorist und politische Mörder Christian Klar hat ein Gnadengesuch gestellt, wie das jeder andere verurteilte Mörder auch tun kann, und er hat gleichzeitig einen Text veröffentlicht, in dem er nach wie vor die brutale Herrschaft des Kapitals über die Menschen anprangert. Nun regen sich alle öffentlich auf in Deutschland.

Doch dieses Theater um den Text von Christian Klar ist absolut lächerlich. Erstens hat der Mann mit seiner Analyse völlig recht (auch wenn sie in alt-linker Diktion daherkommt), und das passt den Vertretern des Kapitals natürlich nicht, und zweitens ruft Klar in keiner Weise zu Gewalt auf. Soll er nun weiterhin im Gefängnis sitzen, nur weil er sich getraut, eine eigene Meinung zu vertreten?

Die entscheidende Frage beim Gnadengesuch wäre, ob Klar bezüglich seiner Morde Reue zeigt. Aber von einem Schreibtisch-Massenmörder wie Bush oder von seinen ausführenden Mordgehilfen erwartet ja auch keiner Reue – es sind ja „nur“ Iraker, die Bush umbringen lässt – da wird halt mit ganz verschiedenen Ellen gemessen.

Die Kommunisten, Sozialisten und linken Terroristen hatten mit ihrer Analyse der Unterdrückung der Menschen durch das Grosskapital weitgehend recht, es ist ja leider in keiner Weise besser geworden. Heute ist noch die Zerstörung unserer gesamten Lebensgrundlagen durch die Gier der Reichen und Mächtigen hinzugekommen. Doch die Kommunisten haben ihre historische Chance verspielt, weil sie nicht erkannt haben, dass ein brüderliches Zusammenleben der Menschen nur auf spiritueller Basis möglich ist.

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Hier noch Klars Text im Wortlaut:

Liebe Freunde, das Thema der diesjährigen Rosa-Luxemburg-Konferenz „Das geht anders“ bedeutet – so verstehe ich es – vor allem die Würdigung der Inspiration, die seit einiger Zeit von verschiedenen Ländern Lateinamerikas ausgeht. Dort wird nach zwei Jahrzehnten sozial vernichtender Rezepte der internationalen Besitzerklasse endlich den Rechten der Massen wieder Geltung gegeben und darüber hinaus an einer Perspektive gearbeitet.

Aber wie sieht das in Europa aus? Von hier aus rollt weiter dieses imperiale Bündnis, das sich ermächtigt, jedes Land der Erde, das sich seiner Zurichtung für die aktuelle Neuverteilung der Profite widersetzt, aus dem Himmel herab zu züchtigen und seine ganze gesellschaftliche Daseinsform in einen Trümmerhaufen zu verwandeln. Die propagandistische Vorarbeit leisten dabei Regierungen und große professionelle PR-Agenturen, die Ideologien verbreiten, mit denen alles verherrlicht wird, was den Menschen darauf reduziert, benutzt zu werden.

Trotzdem gilt hier ebenso: „Das geht anders“. Wo sollte sonst die Kraft zu kämpfen herkommen? Die spezielle Sache dürfte sein, dass die in Europa ökonomisch gerade abstürzenden großen Gesellschaftsbereiche den chauvinistischen „Rettern“ entrissen werden. Sonst wird es nicht möglich sein, die Niederlage der Pläne des Kapitals zu vollenden und die Tür für eine andere Zukunft aufzumachen.

Es muss immer wieder betont werden: Schließlich ist die Welt geschichtlich reif dafür, dass die zukünftigen Neugeborenen in ein Leben treten können, das die volle Förderung aller ihrer menschlichen Potentiale bereithalten kann und die Gespenster der Entfremdung von des Menschen gesellschaftlicher Bestimmung vertrieben sind.

Quelle: „Junge Welt“ vom 15. Januar 2007

Ein Gedanke zu “Theater um den Ex-Terroristen und politischen Mörder Christian Klar

  1. Die Freiheit des Andersdenkenden sollte uns,als zivilisierte Menschen ein achtenswertes Gut sein.Wer die freie Meinungsäusserung unterdrückt,um Menschen zu willenlosen Robotern zu machen,ist für eine spirituelle Zukunft nicht reif.

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