DEA – die edlen Ritter für das Gute

Beim Surfen bin ich auf eine Seite der DEA gestossen, der amerikanischen Drug Enforcement Administration. Es geht dort um die Substanz 2,5-Dimethoxy-4-(n)-propylthiophenethylamine (2C-T-7), die 2002 in einer sogenannten Scheduling Action unter die gefährlichsten Drogen (Schedule 1) eingereiht und somit strengstens verboten worden ist.

Zur Wirkung von 2C-T-7 schreibt die DEA: „Self-reports on the Internet have described the hallucinations resulting from the self-administration of 2C-T-7 as being very 2CB-like; consisting of persistent multiple images, overlaid patterns, and trails. The subjective effects of 2C-T-7 have also been described as being similar to those of 2CB; mood lifting, sense of well being, emotionally, volatility, increased appreciation of music, and psychedelic ideation.“ Eher einladend als abschreckend.

Als Begründung für das Verbot führt die DEA drei Todesfälle an, zwei davon im Zusammenhang mit gleichzeitiger Einnahme von Ecstasy (MDMA). Wenn denn bei diesen traurigen Fällen wirklich diese Substanzen im Spiel waren – durch die Illegalität wissen die User nie, was und wieviel sie einnehmen – besteht offenbar ein Ueberdosierungs- und/oder ein Kombinationsrisiko.

Anstelle von Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen und staatlicher Reinheits- und Dosierungskontrolle wird sofort verboten mit allerschärfsten Strafandrohungen. Im Vergleich: das prototypische Rauschgift Alkohol (berauschend und sehr giftig) fordert jährlich Millionen Tote. Aber das interessiert die DEA überhaupt nicht, und sie sie entlarvt sich damit als rein ideologisch gesteuerte Agentur zur Unterdrückung von psychedelischer Bewusstseinserweiterung (was natürlich nichts neues ist, aber immer wieder mal gesagt werden muss).

Ich konnte es nicht lassen und habe etwas weiter auf der DEA-Website herumgestöbert. Die DEA-Chefin Karen P. TandyKaren P. Tandy sieht aus wie eine wildgewordene Hausfrau. Sie lässt sich ablichten vor Bildern von berittenen kanadischen Polizisten und glaubt offensichtlich allen Ernstes, mit ihren Agenten und Spitzeln als edle Ritter für das Gute zu kämpfen.

Weiter wird im DEA-Jahresbericht aufgeführt, dass ein gewisser Francisco Javier Arellano-Felix, „the current leader of the narcotics trafficking Arellano-Felix Organization“ in internationalen Gewässern aufgegriffen worden ist. Als juristischer Laie staune ich über die Legalität dieser Aktion – da internationale Gewässer eigentlich nicht zum Hoheitsgebiet der USA gehören, ist das rechtlich gesehen vermutlich ganz gewöhnliches Kidnapping. Aber das sind wir ja inzwischen gewöhnt, dass die USA auf der ganzen Welt tun und lassen, was ihnen gerade so passt.

2 Gedanken zu “DEA – die edlen Ritter für das Gute

  1. Zum update vom 08.10.07

    ADHS gibt es nicht

    Erstellt am 04.08.2012 von Winston Smith

    Leon EisenbergDer amerikanische Psychiater Leon Eisenberg gilt als der Erfinder des psychiatrischen Krankheitsbilds Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätssyndrom, kurz ADHS – im Volksmund auch Zappelphilipp-Syndrom genannt. Mit diesem Etikett werden Kinder und jugendliche pathologisiert, die in der Schule durch unruhiges, implsives Verhalten auffallen. In der Regel wird dann von Psychiatern das Stimulanz Methylphenidat (Handelsname Ritalin) verschrieben, welches von Spöttern auch als „Koks mit Kinderfreigabe“ bezeichnet wird. Kritiker unterstellen schon seit langer Zeit, ADHS wäre eine erfundene Krankheit.

    Kurz vor seinem Tod gestand Eisenberg dem Medizinjournalisten Jörg Blech, daß ADHS ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung sei, wie die FAZ berichtet. Ferner stellt die FAZ fest, daß psychische Krankheiten keine Krankheiten, sondern ein Deutungsmuster seien: Als psychisch krank würde definiert, was gegen bestimmte Regeln verstoße und von Normen abweiche. Diese Normen wären nicht ein für alle Mal festgelegt, sie könnten sich verändern.

    Damit ist nun die konservative FAZ zu einer Meinung gelangt, die der libertäre Psychiater und Psychiatriekritiker Thomas Szaz schon lange war. Szasz meint, es gäbe psychische Krankheiten garnicht im eigentlichen Sinne, sondern nur als Metapher für unerwünschtes Verhalten.

    Im Deutschlandradio gab Blech ein Interview, in dem er über seinen Besuch bei Eisenberg berichtet. Eisenberg kämpfte einst darum, ADHS als angebliche Hirnstörung in das DSM – die Bibel der Psychiatrie – aufzunehmen. Doch Eisenberg habe seine Meinung geändert. Er sei jetzt der Meinung, Kinderpsychiater müssten viel gründlicher die psychosozialen Gründe ermitteln, die zu Verhaltensauffälligkeiten führen könnten.

    Doch die Modediagnose AHDS ist vor allem eines: Ein riesen Geschäft für die Pharmaindustrie. Laut Spiegel seien die Verschreibungen von Ritalin von 34 Kilogramm im Jahre 1993, auf Jahr 1760 Kilogramm im Jahr 2011 angestiegen.

    Mehr Informationen zum Thema:

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