Fahrenheit 9/11 revisited und der Rückzug Al Gores

Gestern kam im deutschen Fernsehen Michael Moore’s „Fahrenheit 9/11“. Damals hatte ich den Kinostart verpasst und danach hatte ich keine Lust mehr auf den Film, weil ich mich doch nur ärgern würde. Doch nun habe ich mich nach etwa einem halben Jahr zum ersten mal wieder vor die Glotzkiste gesetzt – ein mühsames Erlebnis mit diesen ständigen Werbeunterbrechungen. Fernsehen ist eine Zumutung.

Der Film ist aber immer noch durchaus sehenswert, wenn Michael auch aus heutiger Perspektive vieles nicht durchschaut hat (ist ja kein Wunder bei der ständigen Vernebelungstaktik durch das US-Regime). Beeindruckend nach wie vor wie die Szene, wo Bush in Florida im Kindergarten sitzt und ihm jemand die Nachricht von 9/11 ins Ohr flüstert. Bush bleibt einfach etwa zehn Minuten lang sitzen, und die Kamera dokumentiert, wie die Zahnräder in seinem Gehirn knirschend vor sich hin werkeln. Anders als Moore sehe ich bei Bush, wie er sich darauf vorbereitet, dass jetzt der Moment gekommen ist, wo der grosse Plan unwiderruflich in Aktion umgesetzt worden ist, der grosse Plan zur Weltherrschaft und Sicherung der republikanischen Dominanz für die nächsten Jahrzehnte, wie er bei newamericancentury.org formuliert ist.

Eindrücklich auch, wie zu Anfang des Irak-Kriegs die mit Amphetaminen aufgeputschten Soldaten sich aufs Morden freuen. Und dazu Rockmusik hören.

Den tiefsten Eindruck hinterlassen hat mir aber die Szene, wo der um seinen Sieg betrogene Al Gore als Senatspräsident die eigene Entmachtung mit stoischer Selbstverleugnung verwaltet. Und wie kein einziger der demokratischen Senatoren bereit ist, die unzähligen Wahlbetrugs-Klagen zu unterstützen. Durch diese fehlende Unterstützung wurden die Klagen gegenstandlos. Was ist damals in die Demokraten gefahren – noch lange vor 9/11? Wer hat Gore zu seinem feigen Rückzug überredet und mit welchen Argumenten? Weshalb hat keiner der prominenten Demokraten ernsthaft und nachhaltig gegen den Wahlbetrug protestiert? Auf diese Fragen wüsste ich gerne eine Antwort. Erst der kampflose Rückzug der Demokraten hat 9/11 und damit den neuen Amerikanischen Faschismus ermöglicht.

3 Gedanken zu “Fahrenheit 9/11 revisited und der Rückzug Al Gores

  1. @der kampflose Rückzug der Demokraten: „virtuelle Politik“? ….Politik i- nicht nur in den USA und Europa – schafft immer mehr den Übergang von der Realität zur Fiktion: Die politischen Entscheidungen dienen zwar realen Interessen. – Wahlen, Abstimmungen und Diskurse dagegen werden zunehmend theatralisch. Wer mag da noch ‚was gut aussieht‘ oder ‚Angst macht ‚ von dem unterscheiden, was wirklich passiert und vernünftig zu tun wäre?

  2. high,friends
    bush&die anderen faschoschweine brauchten den 11.9 genauso für ihren krieg gegen den terror(ha!ha!)wie hitler den überfall polens auf deutschland.god bless america oder wie die doors sangen:“the west is the best“.
    love&peace
    a-roy

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