Blocher abgewählt!

Dezember 12, 2007

Blocher wurde von der neu gewählten Bundesversammlung abgewählt – so geil !!!

Die SVPler fluchen und schimpfen, doch auch mit einem Wähleranteil von 29 Prozent sind sie halt doch nur eine Minderheit – zwar eine lautstark pöbelnde, aber eben doch eine Minderheit. Und wenn sie sich nun spalten werden, so sind die Zürcher Hardliner eine noch kleinere Minderheit.

Jetzt sind wir gespannt auf Eveline Widmer-Schlumpf, sie macht einen intelligenten und sympathischen Eindruck. Endlich mal wieder ein erfreuliche Ueberraschung in der Schweizer Politik.

Blocher und Schlumpfine

Schlumpfine und der Fürst der Finsternis (by Melchior)


Ein bisschen Sieg für Blocher

Oktober 23, 2007

Die Schweizer haben gewählt, und sie haben politische Reife bewiesen. Die 2.3 Prozent Zugewinn für die SVP sind bescheiden in anbetracht ihres in der Schweiz noch nie dagewesenen Propaganda-Aufwands und ihrer ständigen populistischen Provokationen, die dem Schweizer Politik-Habitus des Ausgleichs der Interessen so völlig zuwiderlaufen.

“Ein bisschen Sieg für Blocher” hat der SPIEGEL zutreffend getitelt. Die aus dunklen Quellen fliessenden Dutzenden von Millionen für den SVP-Wahlkampf – die Schweiz braucht dringend ein Wahltransparenz-Gesetz – hätten eine satte Mehrheit von gegen 35 Prozent bringen sollen. Danach wäre eine rechtsbürgerliche Regierung installiert worden. Aber für eine klare Mehrheit im Nationalrat hat’s nicht gereicht. So mussten die SVPler nach der Wahl wieder friedlich werden und mit sanfter Stimme die gute alte Konkordanzpolitik loben.

Es ist anzunehmen, dass sie Ihre Ziele noch längst nicht aufgeben.


Danke, New York Times

Oktober 15, 2007

So klar wie die New York Times vom 8. Oktober 2007 hat keine Schweizer Zeitung die gegenwärtige politische Lage in der Schweiz analysiert und zusammengefasst: der Artikel “Immigration, Black Sheep and Swiss Rage” über die Schafskopf-Plakate, das “Himmel und Hölle”-Video und den Führerkult um den SVP-Oberhammel, Milliardär und Justizminister Christoph Blocher mit seiner fremdenfeindlichen Hetze ist Pflichtlektüre für jeden Schweizer.

Bei aller Kritik an den rassistischen Entgleisungen der Schweizer Völkischen bleibt in der New York Times auch die tatsächlich hohe Ausländer-Kriminalität nicht unerwähnt, die der Rechtspartei erst die Munition liefert und die von den anderen Parteien zuwenig klar angegangen wird.

Sicher ist, dass das Image der Schweiz nachhaltig beschädigt ist. Bleibt zu hoffen, dass das neue Parlament Blocher abwählen wird.


SVP: die Schweizerische Vascho-Partei

September 16, 2007

Bald sind in der Schweiz Nationalratswahlen und auf jeder grösseren Strasse und in allen Zeitungen lächeln oder grinsen einen die Bilder der Kandidaten an – eine echte visuelle Umweltverschmutzung!

Für mich die schlimmsten sind die Bilder und Plakate der Schweizerischen Vascho-Partei SVP. Besonders nervig das widerliche Schafs-Plakat, wo die weissen SVP-Schafsköpfe ein schwarzes Schaf von der Weise drängen. Es gab bereits Proteste der britischen Handelskammer und der UNO gegen dieses rassistische Machwerk. Beindrucken lassen sich die Vaschos nicht.

Die Vascho-Partei wird gesteuert von einem kleinen Club von Milliardären und Multimillionären, die mit populistischer Politik und dem Einsatz von sehr viel Geld dem kleinen Mann vorgaukeln, sie würden für seine Interessen einstehen. Bush und Berlusconi haben es vorgemacht, jetzt wollen Blocher und seine Spiessgesellen die Macht in der Schweiz übernehmen. Das Haupt-Instrument der Vaschos ist die Mobilisierung von fremdenfeindlichen Ressentiments.

Immerhin hat Bundesrat Couchepin bereits das Wort “faschistisch” in den Mund genommen, und auch die Bundesrätinnen Calmy-Rey und Leuthard haben deutliche Worte gefunden gegen die Brandstifter-Politik der Vaschos. Diese klotzen aber mit riesigen Plakaten und stets neuen Provokationen. Wird das Schweizer Volk bei den Wahlen einmal mehr auf die Vascho-Rattenfänger hereinfallen?


Kuhglocken-Gebimmel und Intoleranz

September 5, 2007

In Arboldswil, einer kleinen Baselbieter Gemeinde, hat sich ein Neuzuzüger beschwert, weil er beim nächtlichen Gebimmel der Kuhglocken nicht schlafen konnte. Darauf gingen in den Leserbriefspalten der Basler Zeitung die Wogen hoch – offenbar sind die Kuhglocken für viele Schweizer ein heiliges Symbol der nationalen Identität. Dabei hat das Bundesgericht schon längst geurteilt, dass Kuhglocken nachts in bewohnten Gebieten verboten sind.

Erschreckend jedenfalls, mit welcher Intoleranz und Gehässigkeit in den Leserbriefen die Menschen mit einem sensibleren Schlaf angegangen worden sind. Das erinnert fatal an die berüchtigten Schafskopf-Plakate der Schweizerischen Vascho-, äh Volks-Partei SVP. Witzig hingegen, dass laut Presseberichten ausgerechnet ein SVP-Mitglied gegen das nächtliche Gebimmel reklamiert haben soll – der Arme sitzt jetzt zwischen Stuhl und Bank.

Ich schlage vor, dass alle aufrechten Schweizer ab sofort tagsüber eine Treichel (schweizerischer Ausdruck für eine grosse Kuhglocke) um den Hals tragen, das gibt im Büro und im Tram die richtige patriotische Geräuschkulisse. Und die, die’s besonders lieben, dürfen sie auch nachts im Bett anbehalten!


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