Spiegels schiefe Optik bei Drogen

Dezember 30, 2011

Wenn’s um Drogen geht, ist der Spiegel einfach nicht zu brauchen: reisserischer Titel und Lead, immer gegen Hippies und/oder Cannabis wie zum Beispiel Opium bringt Opi um, Flower-Power, freie Liebe, “Lucy in the Sky with Diamonds” oder Jährlich betrinken sich Tausende Jugendliche zwischen 15 und 25 hemmungslos oder kiffen so viel, dass sie im Krankenhaus landen.

Wenn man weiterliest, kommt irgendwann kleinlaut die Wahrheit ans Licht, dass nämlich das grosse Problem bei der harten Droge Alkohol liegt sowie bei der Medikamenten-Sucht. Die illegalen Substanzen werden dann aber in den Spiegel-Texten weiterhin fröhlich durcheinander gemixt – Opium, Heroin, Kokain, LSD, Haschisch, alles dasselbe – und wer vom Thema nicht ohnehin bereits viel versteht, wird gründlich desinformiert.

Wer schmiert wohl den Spiegel beim Thema Drogen? Vor Jahren war mal im selben Spiegel zu lesen, dass es keine grössere Nachrichtenredaktion ohne Geheimdienst-Offizier gibt. Hier aber hat wohl vor allem die Pharma-Industrie ihre schmutzigen Finger im Spiel.

Tatsache ist, dass Senioren mit etwas Cannabis – oder in manchen Fällen, vor allem bei Schmerzen, sogar mit Opium – besser dran sind als mit dem Schrott, den die Pharma-Multis reindrücken und an deren Nebenwirkungen die Leute massenhaft leiden und untergehen. Es ist ja schliesslich kein Zufall, dass unsere Körper mit einem eigenen Endocannabionid-System ausgerüstet sind, sind wir doch nur ein kleiner Teil der planetaren Biosphäre und reagieren meistens am besten auf Substanzen, die aus derselben Biosphäre stammen.


Kokain mit Alkohol: gefährlich

November 8, 2009

Der Mischkonsum von Alkohol und Kokain ist in den letzten Jahren immer verbreiteter geworden. Gemäss dem britischen Guardian ist er verantwortlich für den Anstieg von Herzinfarkten bei 30 bis 40-Jährigen, da bei gleichzeitiger Einnahme der beiden Drogen im Körper eine dritte Substanz namens Cocaethylene entsteht, die stark leberschädigend wirkt.

Zudem bewirkt dieser Mischkonsum eine Zunahme von sexuell riskantem und gewalttätigem Verhalten: “The ability of cocaine users to consume vast amounts of alcohol is being blamed for an increase in sexually risky behaviour among the young and rising levels of violence. Small studies in Manchester and Merseyside suggest that around half of all young people arrested for violent behaviour were on drugs, and of these the majority were on cocaine. Many had been drinking prior to their arrest.”

Kokain ermöglicht den Konsum einer viel grösseren Menge von Alkohol. Saufgelage, die sich über 12 Stunden hinziehen, sind keine Seltenheit mehr.

Der Polizei-Chef von Manchester, Peter Fahy: “I am concerned that we seem to be producing a lot of angry young men at the moment,” sagte er letztes Jahr. “We need to understand why that is, and why some of these young men are quite prepared to use extremes of violence over nothing. I think alcohol plays a part, but we are also concerned about the mixture of alcohol and cocaine.”

Die zunehmende Popularität von Kokain ist zweifellos auch eine Folge der Cannabis-Repression und der durch die polizeilichen Massnahmen erfolgten Verknappung von Cannabis.


Acht Jahre Hölle für ein Kilo Koks

Oktober 12, 2009

Ein junger Mann aus unserer Bekanntschaft hat die schreckliche Dummheit begangen, ein Kilo Kokain aus Venezuela in die Schweiz schmuggeln zu wollen. Er wurde, wie nicht anders zu erwarten, auf dem Flughafen von Caracas gefasst.

Nun hat er dafür acht Jahre erhalten, und die muss er in Los Teques absitzen, einem der schlimmsten Knäste der Welt, wo Vergewaltigungen an der Tagesordnung sind und Häftlinge im Wochentakt ermordet werden.

In Deutschland hat letzthin der Mörder eines Mädchens neun Jahre erhalten, zwar unter Jugendstrafrecht, das sei fairerweise hinzugefügt – aber ist ein Kilo Kokain in der Schwere des Verbrechens vergleichbar mit dem Mord an einem Kind?

Ich bin kein Freund von Kokain, habe Menschen schon kaputtgehen sehen an dieser Droge, doch dasselbe kann ich auch sagen von Schnaps. Die weltweite Drogengesetzgebung stinkt zum Himmel, ist eine schreiende Ungerechtigkeit und ein unglaubliches Unrecht, das von einer total verirrten Rechtssprechung täglich an Abertausenden von Menschen verübt wird – seien das die Opfer von Schiesserein zwischen mexikanischen Drogengangs, harmlose Cannabis-Konsumenten, die jahrelang wegen einer Bagatelle in Gefängnissen schmoren, oder eben unser junger Bekannter, der nun eine der irdischen Höllen erleiden muss.


Südstaaten: bis zu 30% der Schwarzen ohne Wahlrecht

Dezember 14, 2007

Die extrem harschen amerikanischen Drogengesetze, die vor allem gegen Nicht-Weisse angewandt werden, haben den von der Rechten erwünschten Nebeneffekt, dass in den Südstaaten der USA 30 Prozent der Schwarzen kein Wahlrecht mehr besitzen. Dies berichtet alternet.org und zieht daraus den Schluss, dass die US-Drogengesetze heute das grösste Bürgerrechtsproblem darstellen.

Ganz so krass wie in den USA ist es in der Schweiz nicht. Das skandalös ungerechte Strassenverkehrsgesetz, das länger zurückliegenden und minimalen Cannabiskonsum mit Führerscheinentzug bestraft, ist jedoch ebenfalls eine grausame und unfaire Bestrafung, da es den Betroffenen grosse berufliche Probleme auferlegt.

Hier ein Ausschnitt aus dem Originaltext von alternet.org:
The struggle to bring some justice to federal cocaine laws is just one part of a bigger struggle to undo the damage being done by the war on drugs. In a recent op-ed in New Orleans’ Times-Picayune, former ACLU Executive Director and current Drug Policy Alliance President Ira Glasser makes the case that drug prohibition is one of the major civil rights issues of our day.

“The racially discriminatory origin of most [drug] laws is reinforced by the disparate impact they have on racially targeted drug felons. In the states of the Deep South, 30 percent of black men are barred from voting because of felony convictions. But all of them are nonetheless counted as citizens for the purpose of determining congressional representation and electoral college votes. The last time something like this happened was during slavery, when three-fifths of slaves were counted in determining congressional representation.
“Just as Jim Crow laws were a successor system to slavery in the attempt to keep blacks subjugated, so drug prohibition has become a successor system to Jim Crow laws in targeting black citizens, removing them from civil society and then barring them from the right to vote while using their bodies to enhance white political power in Congress and the electoral college.”


Alkohol und Kokain mit Gewalt verlinkt, aber nicht Cannabis

August 25, 2007

Was Cannabis-Konsumenten schon lange wissen, wurde ein weiteres Mal wissenschaftlich belegt: Eine Studie des Zentrums für Suchtforschung der Universität von Victoria weist nach, dass zwischen Alkohol und Kokain einerseits und Gewalt und Unfällen andererseits ein klarer Zusammenhang besteht. Nicht so mit Cannabis.

Hier der Beriicht von NORML:

Alcohol And Cocaine – But Not Cannabis – Linked To Violent Behavior, Study Says

Victoria, British Columbia: Cannabis use is not independently associated with causing violence, according to the results of a multivariate analysis to be published in the journal Addictive Behaviors.

Investigators at the University of Victoria, Centre for Addictions Research assessed how frequently subjects in a substance abuse treatment facility reported using cocaine, alcohol, and/or cannabis in the hours immediately prior to committing a violent act. Researchers also evaluated subjects’ personality for characteristics associated with violent behavior, such as risk-taking, impulsivity, and/or disrespect for the law.

Investigators concluded: “When analyses were conducted controlling for covariates, the frequency of alcohol and cocaine use was significantly related to violence, suggesting that pharmacological effects [of the drugs] may play a role in violence. Frequency of cannabis use, however, was not significantly related to violence when controlling for other factors.”

The study’s conclusions are similar to the findings of a pair of recent government reports refuting allegations that cannabis use triggers violent behavior. The first, published by the Canadian Senate in 2002, determined: “Cannabis use does not induce users to commit other forms of crime. Cannabis use does not increase aggressiveness or anti-social behavior.”

The second review, published by the British Advisory Council on the Misuse of Drugs, reported: “Cannabis differs from alcohol in one major respect. It does not seem to increase risk-taking behavior. This means that cannabis rarely contributes to violence either to others or to oneself, whereas alcohol use is a major factor in deliberate self-harm, domestic accidents and violence.”

Most recently, a logistical regression analysis of approximately 900 trauma patients published in the Journal of TRAUMA Injury, Infection, and Critical Care, determined that the use of cannabis is not independently associated with either violent or non-violent injuries requiring hospitalization. By contrast, alcohol and cocaine use are associated with violence-related injuries, the study found.

For more information, please contact Paul Armentano, NORML Senior Policy Analyst, at: paul@norml.org. Full text of the study, “Predicting violence among cocaine, cannabis, and alcohol treatment clients,” will appear in the journal Addictive Behaviors. Additional audio commentary regarding this study is available on the August 15, 2007 broadcast of the NORML Audio Stash at: http://audio.norml.org/audio_stash/NORML_Daily_AudioStash_08_15_2007.mp3.


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