Kopierfehler bei Audio-CDs

November 9, 2007

Bei den Mac Users Switzerland gibt es einige sehr interessante Mailing Lists, wo man sich gegenseitig mit Know-How aushilft. Christoph Mijnssen hat einen Text über Kopierfehler geschrieben, der vielloeicht auch ein grösseres Publikum interessiert…

Kopierfehler:
Die Audio-CD und die Daten-CD haben verschiedene Fehlerkorrektursysteme für 100%-ige Datenintegrität (beide basieren auf zusätzlich vorhandenen Informationen und Schlüsseln) sind aber auf verschiedene Prioritäten optimiert.

Die Audio-CD läuft traditionell mitsamt Fehlerkorrektur “realtime” und wendet bei unkorrigierbaren Lesen-Fehlern eine zumeist (wirklich!) unhörbare Daten-Interpolation an, was dann aber per definitionem veränderte, fehlerhafte Daten bedeutet. Nur ganz selten steigt auch die Interpolation aus, dann knackt es, “hängt” oder “schreddert” der Laser.

Computerlaufwerke haben zwar eine optimierte Fehlerkorrektur, die auch bei sehr schnellen *Daten-CD*-Lesevorgängen einwandfrei funktioniert. Aber meines wissens können sie weder die Fehlerkorrektur-Daten einer *Audio-CD* verarbeiten, noch Interpolieren, was recht rasch zu hörbaren Datenfehlern führt – ohne dass eine Fehlermeldung erfolgt.

Fehlerkorrektur:
iTunes hat unter “Einstellungen->erweitert->Importieren-> die Option “Beim Lesen von Audio-CDs Fehlerkorrektur anwenden”. Das *sollte* unbedingt angeklickt sein. Mit dieser Funktion “bescheisst” sich iTunes clever um die fehlende Audio-CD-Korrektur: Es liest dann (ähnlich ExactAudioCopy auf dem PC) jede Audio-Datei zweimal ein, vergleicht diese, und liest bei Abweichungen solange ein, bis mehrere Lesevorgänge identische Dateien erzeugen. Die Daten sind dann “ziemlich” fehlerlos… Und das *ist* hörbar besser als ohne diese Korrektur!

Unter -> Importieren findet sich auch die Auswahl des Formates, in welchem gespeichert (du in die iTunes-Bibliothek aufgenommen wird). Zwischen WAV, AIFF und Apple lossless ist wie erwähnt die Konversion verlustfrei.

Archivierung:
D.h. also nur wenn Audiodaten auf *Daten*-CD gespeichert werden, ist die Archivierung problemlos, dann kann sie aber auf normalen CD-Spielern leider nicht gehört werden… Als Datei-Kopieraktion ist dabei eine 100%-ige Datenintegrität garantiert. Wenn man von solchen *unkomprimierten* Daten ab CD-Laufwerk einliest oder von der Harddisk auf Audio-CD brennt, ist die Kopie von den Daten her identisch mit dem Original.

Klangunterschiede:
Der Brennvorgang einer Audio-CD ergibt je nach Brenn-Speed, Laufwerk und Rohling Klangunterschiede, wobei bei den besten Rohlingen und Brennern die Kopie besser klingt als das Original… (weil die optische Codierung auf dem Rohling besser lesbar ist, und in der Abtastelektronik weniger “Unruhe” entsteht, die letztlich unterschwellig auf die DA-Konversion durchschlägt). Im Prinzip klingt aus obigen Gründen ein harddisk-Laufwerk besser als ein CD-Laufwerk (beim Speicher- und Lesevorgang sind kleinere Ströme involviert) – und ein Flash-Medium nochmals besser.

Diese Klangunterschiede haben nichts mit Daten-Verlusten oder Kopierfehlern zu tun. Es gibt Klangunterschiede auch mit identischen Daten, weil die Ströme beim Lesevorgang die Präzision der Taktung beeinflussen (Jitter). Sehr gut sind z.B. Die Fujifilm CD-R for Digital Photo. In sämtlichen mir bekannten Untersuchungen über Datenfehler / Lesefehler bei Audio-CDs waren effektive Lesefehler (gleichbedeutend mit Interpolation) effektiv *sehr* selten, in der Gegend von alle paar Sekunden im schlimmsten Fall. Das erklärt auf keinen Fall Klangunterschiede z.B. Bei CD-Laufwerken u.ä., die konsistent, durchgehend und eigentlich unmittelbar erkennbar sind. Wo Klangunterschiede sind, müssen also keine Datenfehler vorliegen.

Dither:
Man nehme ein 1kHz-Signal bei -90dB in 24Bit und mische es mit einem leiser werdenden Rauschen, und hackt die Datei auf 16Bit (truncated). Dann hebt man das Signal sehr stark an. Man hört dann zuerst gut vernehmlich Rauschen, dann immer deutlicher einen sauberen 1kHz-Ton. Dann, mit schwindendem Rauschen beginnt der 1kHz zuerst leise, dann immer unerträglich zu Klirren. Das minime Rauschen (auch eines Vorverstärkers…!) hilft das Signal also perfekt zu linearisieren.

Nur mit extrem “guten” Vorverstärkern (wenig Rauschen ist nicht gleichbedeutend mit gutem Klang) wird Dithering wirklich benötigt. Ein Rauschen mit mehr als -90 dB Abstand zu Peaks von 0dB ist durch eine ganze Aufnahmekette hindurch nicht ganz trivial zu erreichen. Und wo Dithering wegen des Eigenrauschens nicht von Nöten ist, sollte man es weglassen, denn dann kann es klanglich nachteilig sein.

Nur, geht das bei Logic leider nicht! Bei meinen Versuchen, haben sämtliche Dither- und nichtditherfunktion auf diesem letzten (LSB) Bit nicht sauber funktioniert (nett ausgedrückt).

“Flasche leer, ich habe fertig!”


Ist Gratis-Musik unausweichlich?

Oktober 5, 2007

Einmal mehr propagiert ein bekannter Web-Autor die Gratis-Musik: unter dem Titel “The Inevitable March of Recorded Music Towards Free” schreibt diesmal TechCrunch-Gründer Michael Arrington. Sein Haupt-Argument: die Replikations- und Distributionskosten von Musik auf dem Web tendieren gegen Null, und somit müsse gemäss Grundgesetzen der Oekonomie die aufgezeichnete Musik gratis sein.

Wie die meisten seiner Mitstreiter lässt Arrington völlig ausser Acht, dass die Herstellung eines Musikmasters mit Arbeit und Kosten verbunden ist, auch wenn die Preise für Aufnahme-Equipment extrem gefallen sind. Ironischerweise befindet er sich damit in der Gesellschaft des OldSchool-Musicbusiness, das auch gerne davon ausgeht, dass eine Master-Aufnahme keinen betriebswirtschaftlichen Wert darstellt.

Arrington geht auch davon aus, dass alle Musiker automatisch Live-Musiker sein müssten, und ihr Einkommen mit Auftritten bestreiten könnten. Gerade im Bereich der elektronische Musik ist meist das Gegenteil der Fall: die Musiker arbeiten primär im Studio.

Angesichts der nach wie vor massiven P2P-Downloads (gib mal deinen Lieblingstrack bei Skreemr ein) und dem Versagen bzw. der Nicht-Akeptanz der DRM-Systeme, ist allerdings immer mehr anzunehmen, dass eine Flat Fee der einzige Ausweg aus dem Musik-Dilemma sein wird. Also sozusagen ein Musik-Abonnement, das der Nutzer monatlich bezahlt und das ihm freien Zugang zum gesamten Musik-Katalog bietet.

Als Kommentar habe ich bei Michael Arrington’s Blog geschrieben:
Michael is right as far as the big labels are concerned. He’s wrong about the artists because he’s unclear about the word “production” in music. On the one hand production means replication and that’s where he’s right. On the other hand it means the creation of a master tape or, today, a master file and that’s where he’s wrong.

A lot of work and money goes into the production of a master file - composers and lyricists work on it, performing musicians and engineers, too, and someone has to finance it. These people are the original owners of this piece of recorded music. It’s not just about fairness but it touches the most basic fundamentals of our economy and our ethics if these master owners are dispossessed.

In the past there have been many cases where the big labels have dispossessed the artists. Let’s not repeat the same wrongfulness by expecting recorded music to be free. Free music is theft unless it’s consciously been given away by the master owners.


ZOOM H4 Handy Recorder - wirklich sehr “handy”

September 16, 2007

Seit meiner Kindheit haben mich Tonaufnahmen fasziniert. Ich sparte mein Taschengeld und machte kleine Jobs, um mir mein erstes Philips-Tonbandgerät zu kaufen. Später, als ich bereits professionell im Audiobereich tätig war, hatte ich ein UHER für Aussenaufnahmen, dann vor etwa 20 Jahren einen Sony Profi-Walkman mit Audio-Cassetten und schliesslich ein portables DAT von TEAC. Nun konnte ich dem neuen ZOOM H4 nicht widerstehen…

Der H4 nimmt auf Flashcard auf - sehr praktisch, denn es gibt nun keine beweglichen Teile mehr in dem Aufnahmegerät, und dadurch fallen sowohl mechanischer Verschleiss als auch die Notwendigkeit der periodischen Reinigung weg. Das Teil ist klein und leicht und gleich mit zwei hochwertigen Mikrophonen bestückt. Dennoch können problemlos auch externe Mikrophone zum Einsatz kommen sowie auch beliebige Line-Quellen.

ZoomH4

Von der Audioqualität bin ich begeistert. Vor allem ambiente Klänge kommen sehr sauber und klar. Aber auch Sprachaufnahmen sind kein Problem. Ideal ist die einfache Ueberspielmöglichkeit zum Rechner - das Einstecken des USB-Kabels reicht aus, um die Verbindung herzustellen.

Die Menusteuerung ist etwas frickelig und inkonsequent für meinen Geschmack. Das Menu ruft man auf über einen Mini-Joystick auf der Frontseite, während danach alle Eingaben über einen kleinen “Jog Dial” auf der Seite erfolgen. Für mich eine stetige Quelle von Fehleingaben.

Zu den Grundfunktionen kommen Möglichkeiten wie Compressor/Limiter, Autogain etc. hinzu. Diese habe ich noch nicht getestet, aber bei ZOOM gehe ich davon aus, dass sie brauchbar sind. Wenn möglich, habe ich aber lieber einen unkomprimierten Sound und bearbeite später im Studio nach.

Für Musiker gibt es allerlei interne Effekte und die Möglichkeit, neben der ursprünglichen Sterrospur zwei weiter Spuren nachträglich aufzunehmen - cool, auch wenn ich selber lieber auf meinem Macbook Pro mit Logic arbeite.

Alles in allem ein tolles kleines Gerät zu einem vernünftigen Preis!


Apple stellt Logic Studio vor

September 12, 2007

Ewig hat das Warten gedauert. Wenn auch bereits LogicPro 7 ein wunderbares und vollständiges Studio im Rechner darstellte, so hat man sich doch diese und jene Verbesserung gewünscht. Nun hat Apple heute Logic Studio vorgestellt. Darin ist nicht nur LogicPro 8 enthalten, sondern auch die neue Anwendung Mainstage für Live-Gigs! Ich bin total gespannt und werde aus der Praxis berichten, sobald ich das Teil in den Fingern halte.

Bemerkenswert: Apple verzichtet ab sofort auf den Dongle! Der Preis ist ja ohnehin schon praktisch geschenkt, bei den unglaublichen Features, die Logic Studio mit sich bringt. Falls nun nicht ein Aktivierungs-Schema übers Web zur Anwendung kommt, wird sich Logic Studio raubkopieren lassen. Das kann nur so interpretiert werden, dass uns Apple primär die Rechner verkaufen will, und nicht die Software.

www.apple.com/logicstudio

Hier der Pressetext von Apple Schweiz:
Für gerade einmal CHF 699.- erhalten Musiker mit dieser umfangreichen Suite professioneller Werkzeuge alles, was man braucht, um im Studio oder auf der Bühne zu komponieren, zu produzieren und zu performen. Logic Studio enthält Logic Pro 8, ein bedeutendes Upgrade, das ein intuitives neues Interface mit Logics renommierter Klangqualität und festem Timing kombiniert. Mit MainStage bietet Logic Studio eine innovative neue Anwendung für Live Auftritte, die den Mac in ein leistungsstarkes Live-Rig verwandelt. Logic Studio beinhaltet zudem Apples professionelle Audio Post-Production-Software Soundtrack Pro 2. Desweiteren umfasst die Suite Studio Instruments, bestehend aus 40 hochqualitativen Instrumenten; Studio Effects, mit 80 professionellen Effekt-Plug-Ins; eine gewaltige Bibliothek mit Studiosounds und eine umfangreiche Zusammenstellung von Produktionsprogrammen.

“Vom intuitiv zu bedienenden und Spass machenden GarageBand bis hin zu dem komplett neuen Logic Studio - es gab nie einen besseren Zeitpunkt um als Musiker mit dem Mac zu arbeiten”, sagt Rob Schoeben, Vice President Applications Product Marketing von Apple. “Für weniger als 500 Euro verwandelt Logic Studio den Mac in das leistungsstärkste Musikinstrument der Welt.”

Den Kern von Logic Studio bildet Logic Pro 8, jetzt mit einem intuitiven Ein-Fenster-Interface für sofortigen Zugriff auf die leistungsstarken Musikkrea- tions- und Produktionsfunktionen, darunter “snap-to-transient” Auswahl sowie samplegenaues Editieren direkt im Arrangierfenster. Neue Audio- produktionswerkzeuge wie zum Beispiel “Quick Swipe Comping” und die dynamische Erstellung von Kanalzügen beschleunigen das Erledigen alltäglicher Aufgaben. Logic Pro 8 bietet zudem die Möglichkeit zur durchgehenden Surround-Produktion, durch innovative Surround Panning-Regler, Mehrkanal-Spuren und -Busse und die Unterstützung realer Surround-Software-Instrumente und -Effekte.

MainStage verwandelt den Mac in ein leistungsfähiges Rig. Egal ob man damit Musik zu Hause macht, es in einer Probensituation verwendet, oder vor Publikum spielt: MainStage erzeugt einen verlässlichen, konsistenten Klang. Bildschirmbedienelemente koppeln die Software-Plug-Ins mit den Hardware-Drehreglern, -Fadern und -Knöpfen, so dass Musiker einen Liveauftritt auch weiterhin mit ihrer gewohnten Lieblingsausrüstung bestreiten können. Eine leicht lesbare, interaktive Anzeige, die speziell dafür entworfen wurde auch über grössere Distanzen bei schummerigen Licht erkennbar zu sein, zeigt exakt die Informationen an, die man auf der Bühne benötigt. Professionelle Vorlagen erleichtern das Set-Up, wodurch die Musiker mehr Zeit erhalten ihren eigenen, einzigartigen Sound zu erkunden und zu kreieren.

Soundtrack Pro 2 ist die perfekte Software für die musikalische Untermalung bewegter Bilder mit professionellen Bearbeitungswerkzeugen und nahtloser Film- und Videointegration. Es erleichtert alle Aspekte des Audio Post-Produktions-Prozesses. Musiker können ihre Filmmusik in Logic Pro 8 komponieren und anschliessend Soundtrack Pro 2 verwenden, um die Dialoge zu bearbeiten, Soundeffekte zu entwerfen und den Mix in filmischem Klang zu vervollständigen.

Mit 40 Instrumenten-Plug-Ins versetzt Studio Instruments Musiker in die Lage auf nahezu alle nur vorstellbaren Klänge zurückzugreifen und mit diesen Sounds zu spielen. Es beinhaltet weiterentwickelte Versionen des Ultrabeat-, Sculpture- und ES2-Synthesizers und des Samplers EXS24. Studio Effects enthält ein neues Delay-Designer-Plug-In, das weitestgehende Kontrolle über individuelle Delay-Taps bietet. Das Space Designer-Plug-In bietet jetzt die True Surround-Weiterentwicklung für die Multikanalaudioverarbeitung. Logic Studio gibt Musikern eine gewaltige Bibliothek mit Studiosounds bestehend aus den Inhalten der fünf Jam Pack-Sammlungen und der Soundlibrary von Final Cut Studio 2 an die Hand. Insgesamt 18.000 Apple Loops, 1.300 EXS Instrumente und 5.000 Soundeffekte der verschiedensten Genres und Stilrichtungen stehen somit dem Logic Studio Nutzer zur Verfügung. Die Produktionsprogramme bestehen aus WaveBurner für das Mastering von CDs, Compressor 3 für das Kodieren im Surround-Format, einer speziellen Apple Loops-Applikation sowie einem neuen Impuls Resonanz-Programm zum Erfassen der Akustik einer realen Auftrittsumgebung.

Preise und Verfügbarkeit
Logic Studio ist ab sofort zu dem empfohlenen Verkaufspreis von CHF 699.- inkl. Mwst. über den Apple Store (www.applestore.ch), die Apple Retail Stores und den Apple Fachhandel erhältlich. Registrierte Nutzer von Logic Pro 7 erhalten ein Upgrade auf Logic Studio für CHF 279.- inkl. Mwst. Kunden, die Logic Pro 7 an oder nach dem 1. August 2007 erstanden haben, sind zu einem kostenfreien Upgrade auf Logic Studio berechtigt (gegen eine geringe Liefer- und Bearbeitungsgebühr). Die vollständigen Systemvoraussetzungen, sowie ausführlichere Informationen zu Logic Studio, darunter eine Liste zertifizierter, kompatibler Hard- und Software findet man unter www.apple.com/chde/logicstudio

www.apple.com/logicstudio

Anmerkung: diesen Text habe ich für den “MUS-Falter” der Macintosh Users Switzerland geschrieben.