Ibiza-Hotspots, August 2007

August 5, 2007

Ibiza ist einfach fantastisch, auch wenn ich immer wieder mal was zu lästern habe. Hier gibt es so viele nette und interessante Leute, wunderbare Natur, Kultur und tolle Lokale. Jeden Abend hat man die Qual der Wahl.

Montag nachts ist im Las Dalias (San Carlos) der Hippie Night Market angesagt. Dort trifft man sich und kauft nebenbei so ein, was die Freaks von Indien mitgebracht oder selber hergestellt haben, sowie auch allerlei Leckeres vom Land, wie zum Beispiel in Honig eingelegte Mandeln. DJ Djin, selber auch Musiker und Bildhauer, begrüsste uns mit “Spaced Out” von unserem 1981er-Album “Psychotron / Schaltkreis Wassermann”. Dieses heavy-duty Experimental-Stück passte gut in die entspannte Atmosphäre, erstaunlicherweise.

Nach dem Dalias empfiehlt sich das “Sansara” in Santa Eulalia, ein schönes asiatisch inspiriertes Lokal mit charmanter, manchmal ziemlich schräger Live-Musik.

Mittwochs gibts psyTrance im “Sunset Ashram” an der Cala Conta (San Antonio). Das Restaurant, das dieses Jahr sehr guten griechischen Salat serviert, liegt direkt über dem Meer, und Daniel und Amor legen heissen psychedelic Sound zum Tanzen auf. Tolle Location.

Sunset Ashram
Sonnenuntergang beim Sunset Ashram

Freitag und Sonntag abends spielt Ohm-G gepflegten Chill-Out im Atzaro, einem Agroturismo-Hotel in San Carlos. Wohl eines der schönsten Lokale in Ibiza, wenn nicht das schönste. Eine riesige Garten-Anlage mit balinesischen und anderen asiatischen Einflüssen, perfekt gemischt mit traditioneller ibizenkischer Finca-Architektur. Beeindruckend und sehr ästhetisch. Natürlich für die betuchte Klientel, aber wie fast überall auf Ibiza sind auch Freaks gerne gesehen.

Atzaro

Atzaro Agroturismo

Im “Casa Colonial” gibt es zurzeit die indischen Wochen, die mit einer Bollywood-Nacht eröffnet wurden. Saigo und Arda spielten Tabla und Dill-Ruda, Maria tanzte dazu indisch. Gediegenes Essen für Schickimicki-Kundschaft - nicht ganz unsere Welt, aber sehr schön.

Saigo
Maria, Saigo und Arda im Casa Colonial.

Und für mich das Geilste: hin und wieder eine unkommerzielle und illegale Trance-Party irgendwo im Wald. Dort kommt man nur hin, wenn man die richtigen Leute kennt. Leider taucht dann immer zwischen 3 und 5 Uhr morgens die Guardia Civil auf…

tranceparty
Fullmoon-Tranceparty


USA: Seit 1972 16.5 Millionen Cannabis-Konsumenten verhaftet

März 25, 2007

Gemäss einem Artikel bei Alternet.org wurden seit 1972 in den USA 16.5 Millionen Cannabis-Konsumenten verhaftet, wofür der US-Steuerzahler etwa 20 Milliarden Dollar bezahlen musste.

Viel schwerer wiegen natürlich das Leid und die materiellen Verluste, die Hanfkonsumenten in diesem geisteskranken Krieg gegen die Cannabis-Konsumenten erleiden mussten und weiterhin müssen.

Bereits vor 35 Jahren hatte eine Kommission des US-Kongresses befunden:
“[T]he criminal law is too harsh a tool to apply to personal possession even in the effort to discourage use,” concluded the commission, which included several conservative appointees of then-President Richard Nixon. “It implies an overwhelming indictment of the behavior, which we believe is not appropriate. The actual and potential harm of use of the drug is not great enough to justify intrusion by the criminal law into private behavior, a step which our society takes only with the greatest reluctance.

“… Therefore, the commission recommends … [that the] possession of marihuana for personal use no longer be an offense, [and that the] casual distribution of small amounts of marihuana for no remuneration, or insignificant remuneration, no longer be an offense.”

Dem damaligen Präsidenten und Oberschurken Richard Nixon war das egal - er missbrauchte die Drogengesetze, um die ihm so verhasste Hippie-Kultur zu zerschlagen. Und so geht das bis heute weiter. Wie lange noch?


Steve Jobs plädiert für DRM-freie Musik-Downloads

Februar 8, 2007

In einem am 6. Februar 2007 auf der Apple-Website veröffentlichten Artikel plädiert Steve Jobs für DRM-freie Musik-Downloads.

Unter dem Titel “Thoughts on Music” sinniert der Apple-Boss über die Entstehungsgeschichte von Digital Rights Management (DRM) und über zukünftige Möglichkeiten. Er erinnert daran, dass Apple von den grossen vier Musikfirmen Sony, BMG, Universal und EMI (”Majors” genannt) die Downloadrechte für iTunes und iPod nur erhalten habe, indem sich Apple zu einem wirkungsvollen DRM verpflichtet hat. Viele intelligente Menschen, schreibt Jobs, würden ständig versuchen, das DRM zu knacken, und es sei ein grosser Aufwand für die Firma, das DRM wirkungsvoll zu erhalten.

Jobs skizziert drei Möglichkeiten für die Zukunft:
1. Weiter so wie bisher. Jobs weist darauf hin, dass iPod-Nutzer nur gerade 3% ihrer iPods mit vom iTunes MusicStore heruntergeladener Musik gefüllt haben - der Rest kommt von gerippten CDs oder von freien Quellen. Somit sei es müssig, davon zu reden, dass iTunes-Nutzer mit Handschellen an Apple gefesselt seien. Die aktuelle DRM-Lösung funktioniere gut und könne weitergeführt werden.

2. Apple würde sein DRM-System FairPlay an andere Firmen lizenzieren, wie das viele DRM-Gegner unter dem Stichwort “Interoperabilität” fordern. Das Problem liege darin, dass bei jedem gelungenen Hack ein Neu-Schreiben und eine Neu-Verteilung der gesamten iTunes- und iPod-Software notwendig sei. Der Aufwand sei schon jetzt sehr gross. Und wenn das alles von meheren weiteren Firmen gleichzeitig durchgeführt werden müsse, dann sei das nahzu unmöglich. Zudem sei es sehr schwierig, die DRM-Geheimnisse geheim zu halten, wenn viele Firmen und ihre Mitarbeiter involviert sind.

3. DRM abschaffen. Jobs weist darauf hin, dass heute nur gerade 10 Prozent der verkauften Musik über Downlaods abgesetzt werden. 90 Prozent der Musik wird nach wie vor über ungeschützte CDs verkauft. Weshalb DRM nicht gleich abschaffen? Jobs ist dafür und würde in diesem Falle einen neuen Boom für Musik-Downloads erwarten: “If anything, the technical expertise and overhead required to create, operate and update a DRM system has limited the number of participants selling DRM protected music. If such requirements were removed, the music industry might experience an influx of new companies willing to invest in innovative new stores and players. This can only be seen as a positive by the music companies.”

Hintergrund der überraschenden Jobs’schen Initiative sind wohl die Forderungen europäischer Parlamente, dass iTunes und der iPod Interoperabilität mit anderen Formaten und Abspielgeräten garantieren müssten. Jobs schiebt den schwarzen Peter weiter an die grossen Plattenfirmen, die ihr Repertoire für Apple nur geöffnet haben unter der Voraussetzung, dass ein möglichst scharfes DRM ihre Rechte schütze.


algorithmische Komposition

Dezember 10, 2006

In letzter Zeit fange ich wieder an, mich für algorithmische Komposition zu interessieren - eine Kompositionsmethode, wo der menschliche Komponist gewisse Vorgaben macht (einige Noten, einige Melodien, Wahrscheinlichkeiten) und wo die Software daraus Musik erzeugt. Früher habe ich gerne auf dem Atari mit dem Programm “M” herumgespielt. Die Software ist nach wie vor zu haben für Mac OS X bei der Firma cycling74, und sieht immer noch gleich aus, voll retro! Etwas enttäuschend, dass da nichts weiterentwickelt wurde, aber immerhin kriegt man das Programm noch. Jetzt werde ich es wohl zum dritten Mal kaufen müssen, auch wenn man leider keine internen Soft-Synths anspielen kann, sondern nur externe MIDI-Kisten. Aber von denen habe ich noch ein paar rumstehen…

Bei meinen Recherchen zum Thema algorithmische Komposition bin ich auf eine CD gestossen, die mir gut gefallen hat: Organised Chaos von Phil Thompson. Hört mal rein.

Ich will ja wieder auf die Bühne zurück nach vielen Jahren reiner Studio-Arbeit, das Jammen auf Ibiza hat mir wieder Appetit gemacht. Einer meiner dortigen Jam-Partner hat übrigens auch eine interessante CD, ziemlich schräg und experimentell: Djin - The Son in the Sun.

Einerseits habe ich mit Stella bereits begonnen wieder aufzutreten (www.stellaworld.ch), andererseits arbeite ich an meinem Solo-Programm, wo ich mit der Gitarre und einem Looper rummnudle - und da hätte ich gerne sowas algorithmisches im Hintergrund. Mal schauen, wie sich’s entwickelt - mir gefällt’s schon recht gut allein mit der Gitarre und dem Looper. Falls du Lust hast, bei meiner Musik mal reinzuhören: www.pjwassermann.ch. Und wenn du mich für einen Gig engagieren willst - ein mail genügt…


heute und morgen

November 12, 2006

“Was du morgen erledigen kannst, das tue auf keinen Fall heute.”
Syrisches Sprichwort

“Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.”
Deutsches Sprichwort