Gestern abend, als wir kurz vor dem Sonnenuntergang zum Schwimmen fuhren, brannte der Pinienwald auf der Landzunge hinter der Cala Xarraca (neben der Strasse von San Juan nach Portinatx). Die Feuerwehr war bereits im Einsatz mit mehreren Löschwagen, die natürlich nicht überall bis zum Feuer vordringen konnten, einem Helikopter und einem Flugzeug.
Das Löschflugzeug sahen wir zweimal eine grössere Menge Wasser abwerfen, bevor es verschwand. Der Helikopter machte etwa zehn Einsätze und holte dabei jeweils neues Wasser aus der Bucht. Das Feuer schien einigermassen eingedämmt, als der Helikopter abdrehte. Nach wenigen Minuten flackerte das Feuer aber neu auf, und niemand löschte mehr aus der Luft.
Als wir nach Mitternacht nochmals am Ort des Geschehens vorbeifuhren, brannte etwa die zehnfache Fläche, und es war keine Aktivität von Helikoptern oder Flugzeugen zu sehen. Am Boden hingegen waren, habe ich heute gelesen, etwa 100 Menschen an der Bekämpfung des Feuers beteiligt. Offenbar ist es aber sehr schwierig, wenn nicht unmöglich, einen solchen Brand vom Boden aus zu löschen. Für die Helikopterpiloten hingegen scheint es unmöglich zu sein, im Dunkeln Wasser aufzunehmen.
Ich verstehe nicht, warum in so einer Situation nicht sofort Flutlichter aufgestellt werden, die dem Helikopterpiloten einen Einsatz auch im Dunkeln ermöglichen. Technisch sollte das doch machbar sein. Es wäre ja auch denkbar, dass zwei weitere Helikopter oder ein Schiff für Licht sorgen. Auf jedem Fussballplatz wird die Nacht zum Tage – warum nicht bei der Brandbekämpfung? Wir hatten den Eindruck, dass mit einer zusätzlichen halben Stunde Einsatz von Flugzeug und Helikopter der Brand noch am Samstagabend hätte gelöscht werden können.
Uebrigens: überall auf der Insel sieht man Plakate, die vor dem Entzünden von Feuern im Wald warnen. Allerdings nur auf katalanisch, und das versteht keiner der Touristen. Die Wahrung der kulturellen Identität in Ehren, aber so ist das eine weitgehend sinnlose Aktion.
(Dieser Blog ist eine Ueberarbeitung der ursprünglichen Version, bei der noch einige Fakten fehlten, was zu Fehlschlüssen führte. Danke an Marian.)

Verfasst von pjwassermann 

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