Waldbrand auf Ibiza

Oktober 14, 2010

Ende August 2010 brannten auf Ibiza 400 Hektaren Wald ab, in einem der letzten grossen unverbauten Naturgebiete. Die Feuerwehren kämpften während drei bis vier Tagen gegen das Feuer, wobei die Löschaktionen aus der Luft jeweils bei Einbruch der Dunkelheit unterbrochen wurden, und das Feuer nachts somit praktisch ungehindert im unwegsamen Gelände wüten konnte.

Ein Jahr zuvor hatten wir bereits den Brand in der Cala Xarraca beobachten können und uns darüber geärgert, dass die Flugzeuge und Helikopter am Abend den Brand praktisch gelöscht hatten und dann bei Einbruch der Dämmerung aufhörten, worauf der Brand erst richtig losging.

Ich war damals schon der Meinung und bin es immer noch, dass solche Brände nur aus der Luft gelöscht werden können und dass das auch in der Nacht geschehen muss, sonst werden noch weitere grosse Gebiete zerstört werden. Wenn es um militärische Aktionen ginge, dann wäre es sicher machbar, dass grosse Gebiete von speziell mit Flutlicht ausgerüsteten Helikoptern ausgeleuchtet würden. Es dürfte also schlussendlich eine finanzielle Frage sein und somit eine Frage der politischen Prioritäten.

Nun haben wir die zerstörten Gebiete besichtigt – hier sind die Bilder…

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand


Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand


Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Waldbrand

Ibiza Küstenlinie

Ibiza Küstenlinie


Waldbrand auf Ibiza

August 2, 2009

Gestern abend, als wir kurz vor dem Sonnenuntergang zum Schwimmen fuhren, brannte der Pinienwald auf der Landzunge hinter der Cala Xarraca (neben der Strasse von San Juan nach Portinatx). Die Feuerwehr war bereits im Einsatz mit mehreren Löschwagen, die natürlich nicht überall bis zum Feuer vordringen konnten, einem Helikopter und einem Flugzeug.

Waldbrand auf Ibiza, Foto von Toni Pawers

Waldbrand auf Ibiza, Foto von Toni Pawers

Foto von Toni Pawers

Das Löschflugzeug sahen wir zweimal eine grössere Menge Wasser abwerfen, bevor es verschwand. Der Helikopter machte etwa zehn Einsätze und holte dabei jeweils neues Wasser aus der Bucht. Das Feuer schien einigermassen eingedämmt, als der Helikopter abdrehte. Nach wenigen Minuten flackerte das Feuer aber neu auf, und niemand löschte mehr aus der Luft.

Als wir nach Mitternacht nochmals am Ort des Geschehens vorbeifuhren, brannte etwa die zehnfache Fläche, und es war keine Aktivität von Helikoptern oder Flugzeugen zu sehen. Am Boden hingegen waren, habe ich heute gelesen, etwa 100 Menschen an der Bekämpfung des Feuers beteiligt. Offenbar ist es aber sehr schwierig, wenn nicht unmöglich, einen solchen Brand vom Boden aus zu löschen. Für die Helikopterpiloten hingegen scheint es unmöglich zu sein, im Dunkeln Wasser aufzunehmen.

Ich verstehe nicht, warum in so einer Situation nicht sofort Flutlichter aufgestellt werden, die dem Helikopterpiloten einen Einsatz auch im Dunkeln ermöglichen. Technisch sollte das doch machbar sein. Es wäre ja auch denkbar, dass zwei weitere Helikopter oder ein Schiff für Licht sorgen. Auf jedem Fussballplatz wird die Nacht zum Tage – warum nicht bei der Brandbekämpfung? Wir hatten den Eindruck, dass mit einer zusätzlichen halben Stunde Einsatz von Flugzeug und Helikopter der Brand noch am Samstagabend hätte gelöscht werden können.

Uebrigens: überall auf der Insel sieht man Plakate, die vor dem Entzünden von Feuern im Wald warnen. Allerdings nur auf katalanisch, und das versteht keiner der Touristen. Die Wahrung der kulturellen Identität in Ehren, aber so ist das eine weitgehend sinnlose Aktion.

(Dieser Blog ist eine Ueberarbeitung der ursprünglichen Version, bei der noch einige Fakten fehlten, was zu Fehlschlüssen führte. Danke an Marian.)


Ibiza Juli 08: psyTrance verboten

Juli 28, 2008

Seit einigen Jahren sind Goatrance-Parties auf Ibiza defacto verboten. Jedesmal wenn wir irgendwo an einer Party sind, taucht irgendwann die Guardia Civil auf und macht alles kaputt.

Am Donnerstag waren wir im Zerostress in Figueral, in einem offiziellen Lokal also. Es wurde Goatrance gespielt und das Lokal war ein bisschen entsprechend dekoriert – sehr hübsch mit Blick aufs Meer. Ca um 21.00h war die Policia Local da und hat den Beat verboten. Chillout wurde toleriert.

Am Freitag war in Sol den Serra eine Hochzeitsparty, zu der auch die Szene eingeladen war. Um Mitternacht wurde auch diese geschlossen.

DJane und Policia Local

DJane und Policia Local

Die Autorin Wiltrud Schwetje, eine der besten Inselkennerinnen, schreibt mir dazu in einem email:
Auch den letzten “illegalen” Partyplätzen soll der Garaus gemacht werden – nur die Discos dürfen weiter dröhnen. Das geht ja schon seit Jahren so, aber langsam nimmt es absurde Formen an. Ein offizielles Lokal (wie das oben erwähnte Zerostress) müsste wahrscheinlich eine Lizenz als “Café concierto”, also Live-Musik-Konzession haben, um richtig laut Musik laufen zu lassen und zur Party einzuladen. Was “illegale” Privatparties auf dem Land angeht, haben sie Anfang der Saison angesagt, dass 60.000 bis 600.000 Euro (!!!!) Strafe drohen. Sowohl für den Hausbesitzer, als auch für den Partyveranstalter. Natürlich hat die Disco-Mafia seit langem ein Interesse an der Ausrottung dieser Parties, darüber wird ja schon seit Jahren diskutiert. Aber mittlerweile sind die Institutionen offensichtlich scharf drauf, eine “blitzsaubere” Insel zu kreieren, auf der es weder laute Musik noch Drogen gibt. Seit Jahren ihr Wunsch: Qualitätstourismus. Aber den werden sie ohne dieses legendäre “Ibizafeeling” auch nicht kriegen. Bleibt All-Inclusive – man kann nur gratulieren!
Dass sie sich momentan ihr eigenes Grab graben. liegt auf der Hand. Ibiza steht eine 1A-Krise bevor! Die ersten Anzeichen sind schon in dieser Saison sichtbar, man kann nur eins tun: Sich ein anderes Partyplätzchen suchen! Aber auch das wird wohl immer schwieriger werden!

Wiltrud hat ein sehr interessantes Buch über Ibiza herausgegeben: Goodbye Tanit: Ibiza zwischen Traum und Trauma, mit Vorwort von Dietmar Schönherr.

Ibiza zwischen Traum und Trauma

Goodbye Tanit: Ibiza zwischen Traum und Trauma


Stella Wassermann im Vertrieb von silenzio.de

November 12, 2007

Diesen Frühling hat Stella Wassermann ihr neues Album “L’Ame de la Lune” in der Schweiz veröffentlicht. Nun wird ihre CD, die stilistisch im Bereich von Ibiza-Chillout, Ambient und New Age angesiedelt ist, in Deutschland von silenzio.de vertrieben.

“Ich freue mich sehr”, sagt Stella Wassermann, “dass ich nun bei silenzio bin, da fühle ich mich zuhause.” Ebenfalls bei silenzio.de erhältlich ist Stellas erstes Solo-Album The Palace of Yin. Der Pariser Star-DJ Claude Challe hatte einen Track aus dieser CD auf seiner berühmten “Nirvana Lounge”-Compilation eingesetzt.

Stella Wassermann

Und hier geht’s zu Stella’s Website


UFO

Oktober 16, 2007

Am Sonntag, den 7. Oktober 2007 hatten wir abends gegen 21.00h eine UFO-Sichtung. Nicht UFO im Sinne der Hollywood-Movies mit netten oder bösen Aliens, sondern im Sinne eines unidentifizierbaren Flug-Objekts.

Wir hatten im hügligen Norden Ibizas eine längere Wanderung unternommen und setzten uns nach Einbruch der Dunkelheit, bereits in der Nähe des Autos, auf die Steine, um den Sternenhimmel zu betrachten. Und da war das Ding. Mit etwa der Helligkeit der Venus und ca. 30 Grad über dem Horizont bewegte sich der Lichtpunkt auf seltsam schlingernden Bahnen, ruckartig und mit Beschleunigungen, die für ein Flugzeug oder ein anderes Gefährt menschlicher Technologie völlig unmöglich wären. Hin und wieder hatten wir den Eindruck, dass Lichtstrahlen von dem Objekt ausgingen. Nach etwa einer Minute war das UFO hinter den Bäumen am Horizont verschwunden. Strange Encounters…


Ibiza-Hotspots, August 2007

August 5, 2007

Ibiza ist einfach fantastisch, auch wenn ich immer wieder mal was zu lästern habe. Hier gibt es so viele nette und interessante Leute, wunderbare Natur, Kultur und tolle Lokale. Jeden Abend hat man die Qual der Wahl.

Montag nachts ist im Las Dalias (San Carlos) der Hippie Night Market angesagt. Dort trifft man sich und kauft nebenbei so ein, was die Freaks von Indien mitgebracht oder selber hergestellt haben, sowie auch allerlei Leckeres vom Land, wie zum Beispiel in Honig eingelegte Mandeln. DJ Djin, selber auch Musiker und Bildhauer, begrüsste uns mit “Spaced Out” von unserem 1981er-Album “Psychotron / Schaltkreis Wassermann”. Dieses heavy-duty Experimental-Stück passte gut in die entspannte Atmosphäre, erstaunlicherweise.

Nach dem Dalias empfiehlt sich das “Sansara” in Santa Eulalia, ein schönes asiatisch inspiriertes Lokal mit charmanter, manchmal ziemlich schräger Live-Musik.

Mittwochs gibts psyTrance im “Sunset Ashram” an der Cala Conta (San Antonio). Das Restaurant, das dieses Jahr sehr guten griechischen Salat serviert, liegt direkt über dem Meer, und Daniel und Amor legen heissen psychedelic Sound zum Tanzen auf. Tolle Location.

Sunset Ashram
Sonnenuntergang beim Sunset Ashram

Freitag und Sonntag abends spielt Ohm-G gepflegten Chill-Out im Atzaro, einem Agroturismo-Hotel in San Carlos. Wohl eines der schönsten Lokale in Ibiza, wenn nicht das schönste. Eine riesige Garten-Anlage mit balinesischen und anderen asiatischen Einflüssen, perfekt gemischt mit traditioneller ibizenkischer Finca-Architektur. Beeindruckend und sehr ästhetisch. Natürlich für die betuchte Klientel, aber wie fast überall auf Ibiza sind auch Freaks gerne gesehen.

Atzaro

Atzaro Agroturismo

Im “Casa Colonial” gibt es zurzeit die indischen Wochen, die mit einer Bollywood-Nacht eröffnet wurden. Saigo und Arda spielten Tabla und Dill-Ruda, Maria tanzte dazu indisch. Gediegenes Essen für Schickimicki-Kundschaft – nicht ganz unsere Welt, aber sehr schön.

Saigo
Maria, Saigo und Arda im Casa Colonial.

Und für mich das Geilste: hin und wieder eine unkommerzielle und illegale Trance-Party irgendwo im Wald. Dort kommt man nur hin, wenn man die richtigen Leute kennt. Leider taucht dann immer zwischen 3 und 5 Uhr morgens die Guardia Civil auf…

tranceparty
Fullmoon-Tranceparty


Stella Wassermann’s neue CD “L’ Ame de la Lune”

August 4, 2007

Lange hat’s gedauert, doch endlich ist es erschienen: Stella Wassermann’s neues Album “L’ Ame de la Lune”. Der Stil liegt irgendwo zwischen Ibiza-Chillout, Ambient und New Age, und die Musik ist sehr entspannend.

Stella “L’ Ame de la Lune”

Auf Stella’s Website www.stellaworld.ch kannst du in die Musik reinhören, und dort gibt’s zurzeit auch den vollständigen Song “Will to Happiness” gratis zum Downloaden als mp3 und zwar ohne DRM!

Wenn dir der Song gefällt, dann schicke doch bitte deine Freunde und Bekannten auf Stella’s Website. Wir sind unabhängige Künstler ohne Unterstützung der Musikindustrie und deshalb darauf angewiesen, dass unsere Fans uns helfen!

Wir arbeiten nach dem Prinzip von “Music 2.0″, das heisst, dass wir uns von der “alten” Musikindustrie fernhalten, die Musiker und Konsumenten gleichermassen als Milchkühe betrachtet, die es möglichst profitabel auszunehmen gilt. Dank dem Internet können Künstler wie wir heute direkt mit den Musikliebhabern in Kontakt treten. Das ist grundsätzlich eine tolle Sache, aber sie funktioniert nur, wenn Fans und Musikliebhaber mithelfen. Also bitte schreib auf Foren oder wo auch immer über Stella’s neue CD, wenn sie dir gefällt.

Bei cdbaby.com kriegst du zurzeit 40% Rabatt, wenn du zwei oder mehr Exemplare von “L’Ame de la Lune” kaufst. Vielleicht suchst du nach einem Geburtstagsgeschenk oder willst sonst jemandem eine Freude machen?

Das Album liegt auch bei iTunes zum Download bereit. Auch hier wäre es toll, wenn du eine Rezension schreiben könntest.

In Deutschland ist es erhältlich bei migusto.de und in der Schweiz bei phontastic.ch.


Ibiza-Update 2, Juli 07

Juli 29, 2007

In den Sommermonaten fahren manche Leute hier wie vom Teufel besessen, wahrscheinlich sind sie es auch. Immer wieder sieht man waghalsige Ueberholmanöver auf kurvigen, unübersichtlichen Strassen und immer wieder Wracks am Strassenrand. Letzthin wurden wir Zeugen eines grausigen Unfalls, wo einem alten Bauern beide Beine abgerissen und der Rest seiner Leiche über ein Kilometer mitgeschleppt wurde. Der Todesfahrer, ein junger Brite, fuhr dann in seinem demolierten Auto noch zehn Kilometer weiter, bis er sich der Polizei stellte. Es ist beängstigend.

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Strassenmarkierung auf Ibiza

Gestern im “Diario de Ibiza” die Geschichte eines ungarischen Pärchens, deren Leichen im Wald gefunden wurden. Er hatte sie offenbar in einem perversen Sexual-Akt erwürgt und dann, vielleicht erschreckt über seine nicht unbedingt so gewollte Tat, sich selbst umgebracht.

Im Leserbrief-Teil derselben Zeitung beklagt sich die Halterin einer Strandkneipe bei San Antonio (britisch besetztes Gebiet), dass ihre Familie täglich von schwer betrunkenen Gästen angepöbelt wird. Es wird ins Lokal gepinkelt, Mobiliar beschädigt und die Zeche geprellt. Letzthin wurde die Schwester der Schreibenden mit mehreren Messerstichen verletzt, und die Guardia Civil brauchte über eine Stunde, um am Ort des Geschehens zu erscheinen. Die Schreiberin vermerkt verbittert, dass beim höchst umstrittenen Autobahnbau des Matutes-Clans die Polizei in Hundertschaften bereitstand, um die Zwangsenteignungen und die Zerstörung von Häusern und Kulturland vor dem Zorn der Bevölkerung zu beschützen.

Wrack
Wieder mal ein Wrack neben der Strasse

In diesem Zusammenhang ist auch die diesjährige Schliessung von einigen Discotheken, Clubs und Bars zu sehen, über die ich in meinem ersten Ibiza-Update geschrieben habe. In seltener Einmütigkeit verkündeten Lokalpolitiker wie auch die britische Botschafterin, dass die Zeit des “Anything Goes” abgelaufen sei. Nach diversen sensationalistischen Medienberichten hatte das Image Ibizas einen neuen Tiefpunkt erreicht, und dies zu Recht – der Abschaum hat Ibizas touristische Gegenden erobert, man kann es leider nicht anders ausdrücken. Nun soll nach Wunsch der Behörden alles diskreter ablaufen, das war wohl in etwa das Signal an die wegen Drogenhandels geschlossenen Clubs. Amnesia ist inzwischen wieder geöffnet.

Angetrieben von der Geldgier einheimischer und zugewanderter Hoteliers und Geschäftsleute wird einerseits mit Billigreisen alkoholisiertes Proletariat herangekarrt und andererseits hochprofitable Club-, Party- und Drogentouristen, die gnadenlos abgezockt werden mit Eintrittspreisen von 90 EUR in Clubs, wo ein Bier 18 EUR kostet.

Die Politik ist hilflos. Die PP (Partido Popolar) ist nur an Zement und Asphalt interessiert, weil so die herrschenden Clans am meisten absahnen können. Die jetzt herrschenden Sozialisten (die die Wahl mit 38 Stimmen Differenz gewonnen haben) meinen es gut, aber sind weder zur klaren Analyse noch zur durchgreifenden Aktion fähig. Nicht einmal der dringend nötige massive Ausbau des öffentlichen Verkehrs wird angepackt. So geht das Kräftespiel des entfesselten Kapitalismus ungehindert weiter.

Vor Jahrzehnten in den 60er-Jahren, war Ibiza das Paradies der Hippies gewesen. Regiert hatten “Shit und Trips”, also Haschisch und LSD. Das waren Zeiten gewesen, idyllisch und romantisch. Natürlich gab es auch damals private Dramen, aber die Gesamtstimmung war freundlich zu Natur und Menschen. Heute sind Kokain, Ecstasy (womit nicht reines MDMA gemeint ist), Ketamin und GHB die vorherrschenden Drogen – und natürlich vor allem Alkohol in rauhen Mengen. Und weiterhin präsentiert die im Sommer massiv verstärkte Drogenpolizei (Vorsicht auf den Fähren!) stolz ihre Cannabis-Beute, wenn sie wieder mal einen Kleindealer oder einen Touristen mit privatem Drogenproviant erwischt haben.

Trotz allem: wer mehr als nur ein paar wenige Schritte in die Natur tut, weg von Bars und Verkehr, der kann nach wie vor die majestätische Schönheit dieser Insel erleben. Und auf dem Land gibt es immer noch die friedlichen und gemütlichen Szenen sowie stets lächelnde Ibicencos. Ein unglaublicher Kontrast.


Ibiza-Update, Juli 07

Juli 15, 2007

Oelpest vor Ibizas Küste: der Tanker “Don Pedro” mit 150 Tonnen Oel ist wenige Kilometer vor Ibizas Hafen auf ein Riff aufgelaufen und sofort gesunken. Die Strände Playa d’en Bossa, Talamanca und Figueretas wurden geschlossen. Taucher haben inzwischen die Lecks abgedichtet, und es scheint, dass eine grössere Katastrophe verhindert werden konnte.
(Nachtrag vom 16.7.2007: Offenbar alles viel schlimmer, als die ersten Meldungen vermittelten. Habe Video gesehen von oelverschmierten Felsen bei Ses Salines, dem wunderschönen Strand mit den bizarren Felsen und den Sanddünen.)

Der Tanker-Unfall ist symptomatisch für die Rücksichtslosigkeit, mit der Ibiza, ein Juwel des Mittelmeers, von den Menschen behandelt wird. Insebesondere in den vier Jahren Herrschaft der rechtsgerichteten PP (Partido Popolar), die von König Abel Matutes beherrscht wird, wie auch grosse Teile von Ibizas Wirtschaft, wurden brutale Schneisen in die kleine Insel geschlagen, um ungeheuerlich überteuerte Autobahnen zu bauen, von denen wiederum primär Matutes und sein Clan profitiert haben.

Nun haben bei den Wahlen vom 16.Mai die Sozialisten die Mehrheit erreicht und wurden anfangs Juli in ihre Aemter eingesetzt. Bereits laufen Korruptionsverfahren gegen Prinzessin Stella Matutes und zwei weitere Abgeordnete.

Nun rasen die Taxifahrer mit 130 km/h über das Stück Autobahn vom Flughafen bis in die Umfahrungsstrassen rund um Ibiza, auf denen eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h pro Stunde signalisiert ist. Keiner scheint sich darum zu kümmern. Die Touristen, von denen die Insel lebt, können der Autobahn nichts abgewinnen – genau vor solchen Monströsitäten sind sie temporär aus ihrer Heimat geflüchtet.

Ibiza Sunset

Von Inselbewohnern höre ich, dass die Polizei aggressiv gegen kleine Haschisch-Dealer vorgeht. Aus dem “Hippie”-Markt vo Las Dalias soll einer mit Handschellen abgeführt worden sein. Andererseits ist zu lesen, dass Spanien den höchsten Pro-Kopf-Konsum von Kokain haben, Spitzenreiter ist vermutlich Ibiza. Sichtbar wird das, wenn einer mit 150km/h über eine Landstrasse rast, auf die Velofahrer von den Tourismusbehörden gelockt worden sind.

Die Clubs Amnesia, Bora-Bora und DC-10 wurden anfangs dieser Saison geschlossen. Vielleicht können sie jetzt im Juli wieder öffnen. Der Grund soll sein, dass in diesen Lokalen Drogen verkauft worden seien. Wer hätte das gedacht? Jeder weiss, dass in allen grossen Discos und Clubs der Drogenhandel zum Geschäft gehört, auch im Space, bei dem König Matutes Mitbesitzer ist.

Bezüglich Drogen ist Spanien immer noch völlig unaufgeklärt, die Medien schreiben nach wie vor von “la Droga”, in den meisten Fällen ohne zu spefizieren, um was es konkret geht. Wie soll da eine ernsthafte Diskussion stattfinden? Wie immer seit dem Antritt von Bush läuft alles in die völlig falsche Richtung.

Gesoffen wird wie eh und je. Als letzthin eines meiner Lieblingslokale um 1.00h morgens schloss, torkelten mehrere Besucher aus der Bar und hinter das Steuer ihrer Autos. Entsprechend viele Tote gibt es auf Ibizas Strassen.

Dennoch gibt es auf Ibiza immer noch wunderschöne Gegenden mit unberührter Natur. Wie lange noch?

Die Sozialisten haben nun immerhin die Schliessung von mehreren Restaurants in den Salinen angeordnet, die ohne Bewilligung mitten in die Dünen gebaut worden sind, nach guter ibizenkischer Tradition: “Die Gesetze gelten nur für die Ausländer.” Gerade habe ich gelesen über einen politischen Vorstoss, dass bei Drogenvergehen gegenüber Ausländern keine bedingten Strafen mehr angewendet werden sollen, für Spanier und Ibicencos schon. Ob das mit dem EU-Recht vereinbar ist?


Ibiza Flughafen evakuiert

Juni 30, 2007

Heute sind wir ca. 10.30h auf dem Flughafen Ibiza gelandet und haben das Gelände ca. um 11.30h verlassen. Eine Stunde später wurde der Aeropuerto wegen einer anonymen Bombendrohung evakuiert, und und bis 16.09h konnten keine Flugzeuge starten oder landen. Es wurde von einer kontrollierten Sprengung eines Paketes durch die Guardia Civil berichtet, was später dementiert wurde.

Uns beiden war beim Warten auf das Gepäck aufgefallen, dass zwischen den Förderbändern mehrere Pakete lagen, die so aussahen, wie wenn sie schon seit ein paar Tagen dort liegen würden. “Die sind hier ziemlich lasch”, hatte ich mir gedacht.

Wir hatten noch darüber diskutiert, dass die Kontrollen und Vorschriften für die Passagier teils schikanös sind und wohl eher dem Zweck dienen, die Leute an ständige Durchsuchungen zu gewöhnen. Während an anderen Stellen Sicherheitslücken so gross wie Scheunentore klaffen…


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