US-Mediziner-Verband pro Cannabis

März 31, 2008

Wie Alternet berichtet, setzt sich der zweitgrösste amerikanische Mediziner-Verband “American College of Physicians” in einem im Februar 2008 veröffentlichten Positionspapier dafür ein, dass Cannabis aus der Liste der medizinisch nutzlosen Drogen gestrichen wird, dass Aerzte ohne polizeiliche Behinderung Cannabis verschreiben können und dass mit der Repression gegenüber medizinischen Cannabis-Konsumenten endlich Schluss gemacht wird.

Gemäss dem 124′000 Mitglieder umfassenden ACP kann der medizinische Wert von Cannabis wissenschaftlich schon längst nicht mehr bestritten werden. Dank der Vaporizer-Technologie seien auch keine Lungenschäden durch den Konsum von Cannabis zu befürchten.

Gleichzeitig wird, wie NORML berichtet, der demokratische Kongress-Abgeordnete Barney Frank (Massachusetts) eine Vorlage einbringen, die den privaten Besitz von bis zu 100 Gramm Cannabis entkriminalisieren soll. Gemäss CNN und TIME befürworten mehr als drei Viertel der Amerikaner die Legalisierung von Cannabis.


Eidgenössische Drogenkommission empfiehlt Cannabis-Regulierung

Januar 25, 2008

Die Eidgenössische Kommission für Drogenfragen (EKDF) gelangt in ihrem Bericht vom 7.1.2008 zu einer vorsichtigen Empfehlung der regulierten Freigabe des Cannabiskonsums und entspricht somit weitgehend den Forderungen der Initiative “Pro Jugendschutz gegen Drogenkriminalität”.

Hier die Schlussfolgerungen aus dem Bericht “Cannabis 2008: Lagebeurteilung und Empfehlungen der Eidgenössischen Kommission für Drogenfragen”:

Die Erkenntnisse über den Cannabiskonsum und seine Folgen sollten nicht isoliert betrachtet werden, sondern im Zusammenhang mit den Gefährdungen, die gesamthaft mit dem Konsum psychoaktiver Substanzen (legale und illegale) in Zusammenhang stehen. Cannabiskonsum ist, wie der Konsum von Alkohol oder Tabak, nicht «gut» oder «schlecht» im Sinne eines Werturteils.

Die beschriebenen Folgen von Cannabiskonsum zeigen, dass eine Verharmlosung nicht gerechtfertigt ist – ebenso wenig wie bei anderen psychoaktiven Substanzen. Ein direkter Vergleich der möglichen körperlichen, psychischen und sozialen Schäden durch Cannabis und durch andere Substanzen lässt den Schluss zu, dass sich die Bekämpfung dieser Auswirkungen nach vergleichbaren Kriterien ausrichten sollte. Die Erfahrungen im Alkohol- und Tabakbereich zeigen, dass sich mit Regulierungsmassnahmen gute Erfolge erzielen lassen.

So wird zum Beispiel der Jugendschutz in diesen Bereichen besser als früher gewährleistet.Es bestehen keine objektiven Gründe, bei der Bekämpfung des Cannabismissbrauchsgrundsätzlich anders vorzugehen.

Eine Aufhebung der Konsumbestrafung im Betäubungsmittelgesetz schliesst keineswegsaus, den Konsum von Cannabis in definierten Situationen oder an zu bezeichnenden Ortenals Übertretung mit Bussen zu bestrafen. Denkbar wäre zum Beispiel ein Konsumverbot in öffentlich zugänglichen Räumlichkeiten und auf dem Areal von Schul- und Sportanlagen.

Zudem ist es durchaus denkbar, ähnliche Formen der Marktregulierung, wie sie sich im Bereich Tabak, Alkohol oder Medikamente bewährt haben, auch für den Cannabismarkt vorzusehen. Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass man zwar auf die generelle Strafbarkeit des Konsums verzichtet, den Handel mit Cannabisprodukten aber grundsätzlich weiterhin mit Strafe bedroht.

Gleichzeitig müsste dann aber im Betäubungsmittelgesetz die Möglichkeitgeschaffen werden, unter genau geregelten Bedingungen auf die Strafverfolgung des Anbaus und Kleinhandels von Cannabis zu verzichten. Diese Bedingungen könnten wie folgt lauten:
- kein Verkauf an Jugendliche und an Personen ohne Wohnsitz in der Schweiz
- Verkauf nur in konzessionierten Verkaufsstellen, kein Verkauf an Automaten
- Meldepflicht und Begrenzung der Höchstmengen im Bezug auf Anbau, Lagerhaltung und Einzelverkauf
- Regulierung oder Deklarationspflicht bezüglich THC-Gehalt
- Werbeverbot
- Marktregulierung mit Bezugskarten (um die Bezüge pro Person zu limitieren)
Solche marktregulierende Massnahmen könnten durch eine Abgabe auf dem Verkaufspreisfinanziert werden.

Repressive Massnahmen gegen den Konsum und den Kleinhandel nach zurzeit geltendem Recht haben nur begrenzte Wirkung und müssen an ihren finanziellen und sozialen Folgekosten gemessen werden. Sie erschweren auch präventive Massnahmen, die sich in einem regulierten Markt besser und wirkungsvoller durchführen lassen.

Zusammenfassend erachtet die EKDF den Konsum von Cannabisprodukten als ein mit klaren Risiken verbundenes Verhalten. Sie erachtet das Strafrecht aber grossmehrheitlich als ungeeignete Antwort auf dieses Verhalten. Für eine «Liberalisierung» im Sinne einer freien, nicht geregelten Zugänglichkeit besteht allerdings kein Anlass.

Die Kommission bleibt daher grossmehrheitlich bei ihrer im Cannabisbericht 1999 formulierten Empfehlung, die Zugänglichkeit von Cannabisprodukten über ein Regulierungsmodell zusteuern, das der Prävention und insbesondere dem Jugendschutz die notwendige Beachtung schenkt. Eine solche Lösung würde eine materiellrechtliche Strafbefreiung für den eigenen Konsum und seine Vorbereitungshandlungen beinhalten. In Berücksichtigung der internationalen Konventionen bliebe der Grosshandel strafbar. Dies schliesst aber nicht aus, dass für den Kleinhandel im oben beschriebenen Rahmen eine Opportunitätsregelung geschaffen wird. Die rechtliche Grundlage dazu wäre im Betäubungsmittelgesetz festzulegen.


Der wahre Grund fürs Cannabisverbot

Dezember 24, 2007

Harry J. Anslinger, war der erste Anti-Cannabis-Kreuzzügler in den USA. Zuvor war er während der Alkoholprohibition Chef der Alkohol-Polizei gewesen. Nach dem Ende der Prohibition brauchte er ein neues Betätigungsfeld für sich und seine Polizisten. Hier seine Begründung vor dem US-Kongress im Jahre 1937:

“Es gibt 100′000 Marijuana-Raucher in den USA, und die meisten sind Neger, Latinos, Filipinos und Unterhalter. Ihre satanische Musik, Jazz und Swing, kommt aus dem Gebrauch von Marijuana. Dieses Marijuana bringt weisse Frauen dazu, sexuelle Beziehungen mit Negern, Unterhaltern und anderen einzugehen.”

Rassismus, Sexualneid und Hass auf kreative Entertainer waren also die wahren Gründe für das Verbot von Cannabis. Hinzugekommen sind damals schon die Konkurrenzängste der aufstrebenden Nylon-Industrie, damals verkörpert durch die Firma Dupont, und der Papier-Industrie, die dannzumal vom Zeitungsmagnaten Hearst beherrscht wurde. Später, in den 60er-Jahren war das Hanfverbot das probate Mittel, um die Hippie-Kultur zu unterdrücken.

(”There are 100,000 total marijuana smokers in the US, and most are Negroes, Hispanics, Filipinos, and entertainers. Their Satanic music, jazz, and swing, result from marijuana use. This marijuana causes white women to seek sexual relations with Negroes, entertainers, and any others.”")


Dunkle Wolken

Dezember 12, 2007

Am Montag hat der Schweizer Nationalrat die Volksinitiative “Pro Jugendschutz” zur Entkriminalisierung von Cannabis mit 106 zu 70 Stimmen abgelehnt. Einmal mehr wurden die altbekannten und längst widerlegten Argumente vorgebracht: Cannabis sei eine gefährliche Droge, die wissenschaftlich noch nicht genügend erforscht sei, Cannabis sei eine Einstiegsdroge usw. Wo doch jeder, der sich unvoreingenommen informiert, sehr schnell wissen kann, dass Alkohol und Nikotin weitaus gefährlicher sind als Hanf, und dass Milch bei weitem die gefährlichste Einstiegsdroge ist, denn 100% aller Junkies haben mit Milch begonnen - was beweist, dass man mit Statistiken so ziemlich jeden Mist beweisen kann.

Das Problem ist, dass Vernunft in dieser Diskussion überhaupt nichts bewirkt. Schon der britische Hanfdrogen-Report anfangs des 20. Jahrhunderts hat aufgezeigt, dass selbst jahrzehntelanges Konsumieren keine schwerwiegenden Schäden nach sich zieht und dass Cannabis ein relativ harmloses Kraut ist, das zudem viele heilsame Wirkungen aufweist. Der New Yorker La Guardia-Report in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts hat das bestätigt, und unzählige weitere Studien sind zu ähnlichen Ergebnissen gekommen, obwohl es für Wissenschaftler äusserst schwierig ist, für eine unvoreingenommene Studie Bewilligungen und Gelder zu erhalten. Umgekehrt ist es vor allem in den USA sehr einfach seine Karriere zu befördern, wenn das Ziel einer Studie darin besteht, die Gefährlichkeit von Cannabis zu beweisen.

Es geht vielmehr darum - und da muss ich mich leider wiederholen - unbequeme und tendenziell rebellische Minderheiten unter dem Daumen zu halten. Dazu ist das Cannabisverbot doch ein wunderbar probates Mittel: immer ist ein Vorwand vorhanden, um Menschen anzuhalten und zu durchsuchen und anhand ihrer gespeicherten Handynummern ganze Beziehungsnetze zu durchleuchten. Besonders praktisch sind die Strassenverkehrsgesetze, die es in der Schweiz und anderen Ländern ermöglichen, selbst Gelegenheitskonsumenten den Führerausweis zu entziehen - die Grenzwerte sind so tief angesetzt, dass auch ein Konsum, der vor zehn Tagen stattgefunden hat und die Fahrtüchtigkeit nicht im geringsten beeinträchtigt, für einen Ausweisentzug ausreicht. Traurig zu sehen, dass auch Grüne, wie die mir persönlich bekannte und geschätzte Esther Maag, resolute Befürworter dieses diskriminierenden Gesetzes-Machwerks waren.

In den Vereinigten Staaten sind vorwiegend Schwarze und andere Nicht-Weisse Opfer der Drogengesetze. Das kommt der Rechten sehr zupass, denn Vorbestrafte verlieren ihr Wahlrecht, sodass ein grosser Teil der tendenziell demokratisch ausgerichteten schwarzen Bevölkerung zum vornherein von den Wahlen ausgeschlossen werden kann.

Dass die Unterdrückung des Cannabiskonsums und die Verknappung des Hanf-Angebots zu vermehrtem Alkoholkonsum mit seinen sattsam bekannten gewalttätigen Folgen führt, wird von den rechts ausgerichteten Politikern gerne in Kauf genommen, denn mehr Gewalt bringt die Zustimmung der Bürger zu mehr Polizei, härterem Durchgreifen, mehr Ueberwachung und zu einer generellen Einschränkung der individuellen Freiheit und der Bürgerrechte. Dazu passt auch, dass die von den Politikern erzeugte Schwarzmarkt-Situation kriminelle und terroristische Organisationen fördert, denn Terror ist die beste Begründung für die faschistoiden Gesetze, die in den sogenannt aufgeklärten westlichen Demokratien zur Tagesordnung geworden sind.

Es besteht die Gefahr eines neuen Faschismus, der noch viel gefährlicher wird als die Nazi-Herrschaft, denn heute wird die Unterdrückung perfektioniert mit flächendeckender Video-Ueberwachung, mit Software, die einen Menschen anhand seiner Art sich zu bewegen identifizieren kann, mit routinemässiger Durchsuchung von elektronischer Kommunikation und Telefongesprächen, mit der Aufzeichnung aller Aufenthaltsorte eines Menschen anhand seines Mobiltelefons und mit der Erstellung vollständiger Profile jeden Bürgers aufgrund seiner Lektüre und seiner Aeusserungen im Internet. Winzige Drohnen mit Videokameras werden heute schon in den USA eingesetzt, um bei Musik-Festivals Cannabis-Konsumenten herauszupicken und zu verhaften.

Solange die einigermassen demokratischen Strukturen noch funktionieren, ist das noch nicht ganz schlimm. Wenn aber autoritäre Kreise die Macht übernehmen, ist für die vollständige Unterdrückung technologisch alles schon bestens vorbereitet. Dunkle Wolken am Horizont.


Mit Blei vergiftetes Cannabis im Umlauf

November 12, 2007

Die Leipziger Polizei hat gemeldet, dass mit Blei vergiftetes Cannabis im Umlauf sei. Dies berichteten n-tv und andere Medien. Bislang seien den Ermittlern 19 Fälle bekannt, bei denen Konsumenten zum Teil schwerste Bleivergiftungen erlitten.

Im Mushroom-Magazin war bereits vor einigen Monaten von mit feingemahlenem Glas verunreinigtem Gras zu lesen gewesen, was der Lunge schwere Schädigungen zufügt.

Wer steckt wohl hinter solchen menschenverachtenden Aktionen? Wahrscheinlich skrupellose Kriminelle, die wegen ein paar Euro Zusatzprofit brutalste Verletzungen ihrer ahnungslosen Opfer in Kauf nehmen. Es ist aber auch denkbar, dass dunkle Kreise gezielt die Cannabis-Konsumenten verunsichern wollen.

Jedenfalls ist es Aufgabe der Politiker, die Volksgesundheit zu schützen. Und zwar nicht mit Verboten, die nun schon seit 40 Jahren nichts nützen, sondern mit staatlicher Qualitätskontrolle und regulierter Abgabe von Cannabis-Produkten und mit begleitenden Präventivmassnahmen, vor allem Jugendschutzbereich.

Solange die Regierungen weiterhin ihre Pflicht sträflich vernachlässigen - es ist vor allem auch eine Riesenschande, dass die Grünen und die Roten hier nicht aktiv werden - solange müssen Cannabiskonsumenten höchste Vorsicht walten lassen und den gekauften Stoff vor dem Konsum genauestens überprüfen. Wo irgendwie möglich soll der Hanf selber angepflanzt werden. Eltern sollen ihre jugendlichen Sprösslinge bei der Indoor-Pflanzung unterstützen, um sie vor dem Schwarzmarkt zu schützen, den verantwortungslose Politiker erzeugt haben.


Methodikfehler: Studie behauptet schwere Lungenschäden bei Kiffern

November 11, 2007

Die Basler Zeitung schreibt: Langjähriger Cannabis-Konsum kann gemäss einer Studie des Berner Inselspitals die Lunge schwer schädigen. Wer jahrelang regelmässig Cannabis konsumiere, müsse mit schweren Lungenschädigungen und Atembehinderungen rechnen, erklärte der Leiter der Studie, Ralph Schmid, am Sonntag.

Allerdings scheint die Studie an einem schweren Methodikfehler zu leiden, da die 17 Probanden neben Cannabis offenbar auch viel Tabak geraucht haben. “Die 17 Untersuchten hatten im Schnitt während 8,8 Jahren täglich 6 Joints und während durchschnittlich 11,8 Jahren täglich Zigaretten geraucht”, schreibt die BaZ.

Die gefährliche Unsitte des Vermischens von Haschisch und Marijuana mit Cigaretten-Tabak wird nur in Europa praktiziert. Amerikanische und asiatische Cannabis-Konsumenten sind darüber jeweils sehr erstaunt. In den meisten Fällen dieses Mischkonsums geht es um eine schwere Nikotinsucht mit Cannabis-Zusatz. Offensichtlich ist die Gefährdung der Lunge am grössten bei der Kombination von Tabak und Hanf.

Andere Untersuchungen haben gezeigt, dass reiner Cannabis-Konsum für die Lunge nicht problematisch ist und sogar, was erstaunt, gegen Lungenkrebs vorbeugen soll. Selber gehe ich davon aus, dass das Zuführen von heissem Rauch der Lunge nicht gefallen kann: wenn schon Cannabis konsumieren, dann am besten mit einem Vaporizer.

Erst kürzlich hat eine eine andere Hanf-Studie bei Schülern aufgezeigt, dass auch im sozialen Verhalten und Schulerfolg grosse Unterschiede bestehen zwischen Cannabis-Konsumenten, die rein konsumieren und solchen, die mit Tabak vermischen.


Kiffende Schüler sind fitter und schlauer

November 7, 2007

Die Schweizer Tageszeitung BLICK berichtet unter dem Titel Kiffende Schüler sind fitter und schlauer über eine Studie von Lausanner Forschern, die folgendes herausgefunden haben:
• Kiffer haben eine bessere soziale Ader.
• Kiffer treiben eher Sport.
• Kiffer sind beliebter bei ihren Mitschülern.
• Die Kiffer sind mit weniger Aufwand gleich gut in der Schule wie ihre drogenfreien Kollegen.

Befragt haben die Experten des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin 5263 Schüler im Alter von 16 bis 20 Jahren. Die Resultate wurden in der neusten Ausgabe der renommierten US-Fachzeitschrift Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine veröffentlicht.

Schlechter schneiden Misch-Konsumenten ab, die neben Cannabis auch Tabak und Alkohol konsumieren. Dies ist der eigentlich Focus der Studie, was im Blick-Artikel nicht klar erwähnt wird.

Meine Meinung
Der entscheidende Punkt ist, wie gekifft wird: Weder vor noch während der Schule. Zuhause zuerst die Aufgaben machen und dann, wenn alles erledigt ist, darf man sich entspannen und sich den Hanf gönnen. Dass es auf diese Weise gut funktioniert, habe ich bei jungen Leuten öfters beobachten können. Und eben enorm wichtig: nicht mit Cigaretten vermischen, denn Tabak ist tödliches Gift!


Alle 38 Sekunden wird ein Cannabis-Konsument in den USA verhaftet.

Oktober 6, 2007

Gemäss dem neuesten FBI-Report wurden 2006 in den USA 829′625 Personen wegen Verstössen gegen das Cannabis-Verbot festgenommen, was einen Zuwachs von fast 15% gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Etwa 89% der Festgenommenen wurden lediglich wegen Besitz und Kosnum angeklagt. Etwa 30 Prozent von ihnen sind 19 Jahre oder jünger. Auf die Erhältlichkeit von Cannabis in den USA hat diese enorme Repression keinen Einfluss, Hanf ist im Gegenteil die grösste Cash Crop der USA.

Gemäss einer neuen Studie von drugscience.org geben Amerikaner pro Jahr etwa 113 Millarden Dollar für Cannabis aus. Dem Staat entgehen durch die Prohibition etwa 30 Millarden USD jährlich. Zynischerweise kann man annehmen, dass die Prohibition vor allem dem Zweck dient, die Schwarzmarktpreise hochzutreiben und damit die Profite des Schwarzmarkt-Akteure zu vergrössern.

Hier der Presstext von NORML:

Washington, DC: Police arrested a record 829,625 persons for marijuana violations in 2006, according to the Federal Bureau of Investigation’s annual Uniform Crime Report, released today. This is the largest total number of annual arrests for pot ever recorded by the FBI. Marijuana arrests now comprise nearly 44 percent of all drug arrests in the United States.

“These numbers belie the myth that police do not target and arrest minor marijuana offenders,” said NORML Executive Director Allen St. Pierre, who noted that at current rates, a marijuana smoker is arrested every 38 seconds in America. “This effort is a tremendous waste of criminal justice resources that diverts law enforcement personnel away from focusing on serious and violent crime, including the war on terrorism.”

Of those charged with marijuana violations, approximately 89 percent some 738,915 Americans were charged with possession only. The remaining 90,710 individuals were charged with “sale/manufacture,” a category that includes all cultivation offenses even those where the marijuana was being grown for personal or medical use. In past years, roughly 30 percent of those arrested were age 19 or younger.

“Present policies have done little if anything to decrease marijuana’s availability or dissuade youth from trying it,” St. Pierre said, noting young people in the U.S. now frequently report that they have easier access to pot than alcohol or tobacco.

“Two other major points standout from today’s record marijuana arrests: Overall, there has been a dramatic 188 percent increase in marijuana arrests in the last 15 years — yet the public’s access to pot remains largely unfettered and the self-reported use of cannabis remains largely unchanged. Second, America’s Midwest is decidedly the hotbed for marijuana-related arrests with 57 percent of all marijuana-related arrests. The region of America with the least amount of marijuana-related arrests is the West with 30 percent. This latter result is arguably a testament to the passage of various state and local decriminalization efforts over the past several years.”

The total number of marijuana arrests in the U.S. for 2006 far exceeded the total number of arrests in the U.S. for all violent crimes combined, including murder, manslaughter, forcible rape, robbery and aggravated assault.

Annual marijuana arrests have nearly tripled since the early 1990s.

“Arresting hundreds of thousands of Americans who smoke marijuana responsibly needlessly destroys the lives of otherwise law abiding citizens,” St. Pierre said, adding that over 8 million Americans have been arrested on marijuana charges in the past ten years. During this same time, arrests for cocaine and heroin have declined sharply, implying that increased enforcement of marijuana laws is being achieved at the expense of enforcing laws against the possession and trafficking of more dangerous drugs.

St. Pierre concluded: “Enforcing marijuana prohibition costs taxpayers between $10 billion and $12 billion annually and has led to the arrest of nearly 20 million Americans. Nevertheless, some 94 million Americans acknowledge having used marijuana during their lives. It makes no sense to continue to treat nearly half of all Americans as criminals for their use of a substance that poses no greater - and arguably far fewer - health risks than alcohol or tobacco. A better and more sensible solution would be to tax and regulate cannabis in a manner similar to alcohol and tobacco.”


Gewalt, Alkohol und Cannabis

August 21, 2007

Im nordenglischen Warrington wurde der Familienvater Gary Newlove von einer Bande volltrunkener Jugendlicher erschlagen, die zuvor sein Auto demoliert hatten. Alle acht Minuten wird in England ein Verbrechen mit einem Messer begangen, meist von betrunkenen Tätern. Und gesoffen wird immer mehr, vor allem auch von Jugendlichen. Dasselbe ist in der Schweiz und insbesondere in Basle zu beobachten, wo immer mehr Gewaltdelikte zu beklagen sind. Die Medien rätseln nun über die Gründe der Epidemie von Gewalt und Suff und lassen dabei die wichtigsten Punkte ausser Acht:

1. Diese Welt ist ohne Rausch kaum auszuhalten.
Offensichtlich haben die industrialisierten Länder einen Zustand erreicht, wo viele junge Leute den Alltag ohne Rausch nicht mehr aushalten können. Mangelnde Zukunftsaussichten, die Verarmung der unteren und mittleren Schichten durch die Verschiebung des Reichtums hin zu den Globalisierungs-Gewinnlern, brutalste Gewalt in Medien und Computerspielen und nicht zuletzt die Verrohung durch den allgegenwärtigen Terrorismus der Mächtigen (sprich Irakkrieg) sind einige der Gründe.

2. Die herrschende Drogen-Ideologie begünstigt die Gewalt.
Cannabis hat bekanntlich eine beruhigende Wirkung, es sind keine Gewalttaten bekannt, die in direktem Zusammenhang mit Hanfkonsum stehen. Vom Alkohol hingegen wissen wir, dass er Aggressionen auslöst und dass sehr viele Straftaten in direktem Zusammenhang mit Alkoholkonsum stehen. Die seit 30 Jahren von den USA geprägte weltweite Drogen-Ideologie bekämpft vehement den Anbau, Handel und Konsum von Cannabis, mit stark verschärfter Tendenz in den letzten Jahren. Dadurch ist es zu einer Verknappung von Cannabis gekommen mit der Folge, dass der Alkoholkonsum bei Jugendlichen stark zugenommen hat. Wenn ich vor drei oder vier Jahren in Basel dem Rhein entlang spaziert bin, so war ständig Hanfrauch zu riechen. Heute ist Cannabis kaum mehr wahrzunehmen, dafür wird überall nur noch gesoffen. Littering ist ein kleiner Nebeneffekt.

3. Erfolgreiche Gewaltbekämpfung bedingt eine Kehrtwende in der Drogenpolitik.
Man muss den Tatsachen mal nüchtern ins Auge blicken: Alkohol ist weit gefährlicher als Cannabis! Nicht nur für den einzelnen Konsumenten (3000 Alkoholtote in der Schweiz pro Jahr, null Cannabistote), sondern auch für die Gesellschaft als Ganzes. Eine verantwortungsvolle Drogenpolitik muss den Konsum von Alkohol soweit als möglich eindämmen und Cannabis entkriminalisieren. Natürlich werden dadurch nicht sämtliche Gewaltprobleme gelöst, aber es wird eine Besserung stattfinden.

Leider ist von der jetzigen US-Regierung keine Einsicht zu erwarten, und keine europäische Regierung wird sich getrauen, der amerikanischen Ideologie entgegenzutreten. Dennoch gibt es inzwischen auch in den USA wieder einige Anzeichen von aufkeimender Vernunft, zum Beispiel letzten Sonntag in der Washington Post, wo unter dem Titel “The Lost War” ein Ende der Drogenprohibition gefordert wurde, hier eher unter dem Aspekt, dass vor allem Terrorismus und Gangster-Syndikate von der Prohibition profitieren.

Und in Deutschland wurde laut Spiegel-Online der ersten Multiple Sklerose-Patientin legales Cannabis erlaubt. Bisher hatte man die Kranken mit ihren Schmerzen allein gelassen und ihnen das Medikament Hanf verwehrt.

Die amerikanische Organisation DRCNet (Drug Reform Coordination Network) betreibt die Website stopthedrugwar.org und verzeichnet inzwischen mehr als 100′000 Zugriffe pro Tag - fast soviel wie huffingtonpost. Auch das ein hoffnungsvolles Zeichen. DRCNet bittet übrigens um Spenden, um die Serverkapazität ausbauen zu können.


Cannabis/Psychose-Angstmacherei in England neu aufgewärmt

August 15, 2007

Die britischen Medien haben sich, wie alternet.org berichtet, begeistert auf einen Artikel in der medizinischen Zeitschrift “The Lancet” gestürzt, der einmal mehr das Thema Cannabis und Psychose aufgreift. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine neue Studie, sondern um eine Zusammenfassung mehrerer, teils jahrzehnte alter Studien. Obwohl der Lancet-Artikel selber nicht alarmistisch ist, machen die Medien daraus einmal mehr eine Angstmacherei, was offenbar der Linie des neuen englischen Premiers Gordon Brown entspricht, der wieder auf härtere Strafen gegen Cannabis-Konsumenten drängt. When will they ever learn…

Laut alternet.org weist der Lancet-Artikel zwar auf einen geringen statistischen Zusammenhang zwischen Cannabis-Konsum und Psychose hin, doch kann daraus nicht gefolgert werden, dass es Cannabis ist, das Psychosen auslöst. Vielmehr ist es häufig so, dass Menschen mit psychotischen Problemen bei Cannabis Linderung ihrer Symptome suchen und wahrscheinlich auch öfters finden. Vermutlich liegt die Wahrheit genau beim Gegenteil dessen, was uns die Drogen-Krieger einreden wollen: Cannabis kann ein effektives Heilmittel bei psychischen Problemen sein, das im Gegensatz zu chemischen Mitteln nur geringe Nebenwirkungen aufweist.

Damit soll nicht für einen hirn- und sinnlosen Konsum plädiert werden, wie er heute leider gerade bei jüngeren Leuten öfters zu beobachten ist. Probleme in der Schule oder an der Lehrstelle, lösen sich nicht, wenn hemmungslos Hanf konsumiert wird - im Gegenteil, sie werden meist noch verschärft, gerade auch wegen dem Unverständnis und der Ablehnung, die Hanf-Konsumenten entgegengebracht wird. Dies ist halt auch eine negative Folge der Cannabis-Repression: da über das Thema nicht offen geredet werden kann, kann sich auch keine vernünftige Konsumkultur entwickeln.

Hier der Text von alternet.org in voller Länge:

Smoking Pot Won’t Make You Crazy, But Dealing with the Lies about It Will
By Paul Armentano and Mitch Earlywine, HuffingtonPost.com. Posted August 13, 2007.

A new attempt to scare pot smokers in Britain alleges that smoking pot can increase the risk of becoming “psychotic.” A quick glance at the data cited reveals no such correlation.

Smoking pot won’t make you crazy, but trying to find the truth behind the recent rash of headlines regarding a supposed link between cannabis and mental illness might.

According to the Associated Press and other news sources, a new study in the British medical journal The Lancet reports that smoking cannabis — even occasionally — can increase one’s risk of becoming psychotic. It sounds alarming at first, but a closer look at the evidence reveals that there’s less here than the headlines imply.

First, there is no new study. The paper published in The Lancet is a meta-analysis — a summary of seven studies that previously appeared in other journals, including some that were published decades ago. Second, the touted association between cannabis and mental illness is small — about the same size as the link between head injury and psychosis. Finally, despite what some new sources suggest, this association is hardly proof of a cause-and-effect relationship between cannabis and psychosis,

So why the sudden fuss?

Part of the answer is political. New British Prime Minister Gordon Brown longs to stiffen penalties against marijuana users. One way to justify this move involves convincing the public that The Lancet proved that puffing the weed will make you batty. Of course, that’s not what the article says at all.

In fact, investigators actually reported that cannabis use was associated with a slight increase in psychotic outcomes. However, the authors emphasized (even if many in the media did not) that this small association does not reflect a causal relationship. Folks with psychoses use all intoxicants more often than other people do, including alcohol and tobacco.

Cannabis use can correlate with mental illness for many reasons. People often turn to cannabis to alleviate the symptoms of distress. A recent study performed in Germany showed that cannabis offsets certain cognitive declines in schizophrenic patients. Another study shows that psychotic symptoms predict later use of cannabis, suggesting that people might turn to the plant for help rather than become ill after use.

Perhaps the most impressive evidence against the cause-and-effect relationship concerns the unvarying rate of psychoses across different eras and different countries. People are no more likely to be psychotic in Canada or the United States (two nations where large percentages of citizens use cannabis) than they are in Sweden or Japan (where self-reported marijuana use is extremely low). Even after the enormous popularity of cannabis in the 1960s and 1970s, rates of psychotic disorders haven’t increased.

Despite this evidence, we’d like to spread the word that cannabis is not for everybody. Teens should avoid the plant. Folks with a predisposition for mental illness should stay away, too. This potential for health risks in a few people, however, does not justify criminal prohibitions for everyone. (We wouldn’t pass blanket prohibitions against alcohol simply to protect pregnant women, for example.) The underground market does an extremely poor job of keeping marijuana out of the hands of teens and others who should stay away from it. A regulated market could better educate users to potential risks and prohibit sales to young people.

Consequently, the review in The Lancet suggests that if cannabis really does alter risk for mental illness, we can’t leave control of sales to folks who are willing to break the law. Instead, a taxed, regulated, age-restricted market is our best chance to keep any negative consequences of marijuana under control.