Sieben Grad über dem Durchschnitt

April 23, 2007

In der Basler Zeitung stand heute zu lesen, dass die April-Temperaturen in der Region bereits sieben Grad über dem Durchschnitt liegen. Bei Spiegel-Online wird detailliert berichtet, wie Bangladesh untergehen wird.

Wie jeder weiss, der ein bisschen genauer hinhört, stecken wir bereits mitten in der Klimakatastrophe drin - es geht nur noch darum, ob in einigen Jahren oder Jahrzehnten die totale Hölle auf diesem Planeten herrschen wird, oder ob wir, zwar mit fürchterlichen Katastrophen, doch noch einigermassen die Kurve kriegen.

Aber davon spricht kaum einer. So ganz entspannt wird unter den Politikern diskutiert, ob Biogas- oder Atom-Kraftwerke besser seien, obwohl beide hirnverbrannt sind, denn Biogas erzeugt noch mehr CO2-Ausstoss, und AKWs, ja AKWs - muss man das wirklich noch ein weiteres Mal aufrollen? Dass es nach Tschernobyl noch Leute gibt, die ernsthaft für AKWs plädieren, das ist mir völlig schleierhaft. Manche davon sollen sogar einen IQ über 100 ihr eigen nennen…

Interessant ist die totale Verdrängung. Es ist so völlig offensichtlich, dass nichts mehr stimmt mit dem Wetter. Ueber 50 Prozent der Bienenvölker sind diesen Winter gestorben, in den USA über 70 Prozent. Ohne Bienen keine Bestäubung, ohne Bestäubung keine Pflanzen, ohne Pflanzen kein Mensch. Und dennoch ruft keiner: Alarm, Alarm, wir gehen unter. So ähnlich wie das Kaninchen, das starr vor Schreck auf den tödlichen Biss der Schlange wartet.

Noch ein paar weitere kreative Ideen zur Klimakatastrophe (ich habe bereits früher mal in diese Richtung geschrieben):

• Jedes einzelne Dach mit Sonnenzellen bedecken. Wieviel Strom gibt das? Falls jemand das weiss - bitte mitteilen. Durch das grossflächige Verbauen von Sonnenzellen wird auch die Innovation angekurbelt, und effizientere Solarzellen werden auf den Markt kommen.

• Die Halter jedes Personen-Autos mit mehr als 10 Litern Verbrauch auf 100km bezahlen massive CO2-Steuern. Je grösser der Verbrauch, umso steiler der Anstieg an Steuern. Mit den so eingenommenen Mitteln werden die Solardächer subventioniert, sodass die Hausbesitzer höchstens die Hälfte der Solarzellen bezahlen. Reiche Protzer können ihre Superschlitten fahren und tun ein gutes Werk dabei. Alle am Strassenrand applaudieren, wenn ein 400PS-Penis-Ersatz vorbeifährt.

• Ein Verbot sämtlicher Standby-Schaltungen. In Deutschland sollen zwei bis drei AKWs nur für Standby-Schaltungen laufen, kann man lesen. Wieso reden nicht mal die Grünen davon? Standby-Schaltungen, die nicht wirklich Strom sparen, sind pfui. Jede Firma, die sie verbaut, soll mega-out sein.

• Vegetarismus ist extrem wichtig, denn die Methan-Abgase der Rinderherden sind schlimmer als CO2. Oder wenigstens nur alle ein bis zwei Wochen mal etwas Fleisch essen. Dann kann man auch ethisch etwas ruhiger durchs Leben gehen. Es wäre wohl besser mit dem Fleischkonsum, wenn sich jeder seine Tiere selber schlachten müsste.

• Bevölkerungswachstum bremsen und zwar massiv. Den Papst und die Mullahs forciert bedrängen, dass sie endlich Kondome gutheissen - denen geht es ja nur darum, dass ihre jeweilige Herde schneller wächst als die der Konkurrenz. Mit einer Erdbevölkerung von nur einer halben Milliarde könnte jeder einen Ami-Luxus-Schlitten fahren und fünfmal pro Jahr in die Zweit- oder Drittwohnung düsen.


Knut ist gut!

März 29, 2007

Zusammen mit meinem Partner Mike Pyczak habe ich unter dem Projektnamen “Der Eisbär” einen deutschsprachigen Kinder-Popsong namens “Knut ist gut!” kreiert.

Wegen unserem gemeinsamen Online-Vertrieb migusto.de (CD-Vertrieb und Webshop für unabhängige Musiker, Bands, Produzenten und Labels in Deutschland) bin ich öfters mal in Berlin. Eine tolle Stadt übrigens, die mir sehr gut gefällt, und ihre Bewohner ebenso.

Anfangs Februar sahen wir ein Foto des knuddeligen, im Berliner Zoo geborenen Eisbär-Babys Knut und hatten spontan die Idee, einen Song für Knut zu machen. Denn Knut war nicht nur süss, sondern irgendwie pfiffig. Und wir hatten schon lange über eine mögliche musikalische Zusammenarbeit gesprochen. Mike war früher als Sänger der Gruppe Sechser-Pack jahrelang on the Road gewesen. Und ich habe einen reichen Background als elektronischer Musiker, Gitarrist und Produzent.

Knut bei seinem ersten Ausflug im Zoo.

Die Idee blieb zunächst liegen, aber anfangs März mailte mir Mike einen Text für einen Knut-Song, der mir gut gefiel. Eigentlich wollte ich mir nicht noch mehr Arbeit aufhalsen, doch ich setzte mich an einem Sonntagabend mit der Gitarre hin, nachdem ich mit Mike telefoniert hatte, um sein Feeling für den Song zu spüren. Ueberraschenderweise brauchte ich keine halbe Stunde für die gesamte Komposition - irgendwie war sie bereits im Raum gestanden und wartete nur darauf, dass ich sie abholte und aufzeichnete.

Mike hatte Freude an dem Song, und am nächsten Donnerstag holte ich ihn nachts in Basel am Bahnhof ab. Wir produzierten den ganzen Freitag und hatten dann den Song grundsätzlich im Kasten. Natürlich gab es noch einiges daran herumzufummeln. Dann noch die Hülle und das Mastering, und am 27.3.2007 begann migusto.de die CDs auszuliefern.

Der Rest ist Geschichte, sozusagen, denn am Sonntag, den 25.3.07, feierte die EU ihren 50jährigen Geburtstag in Berlin. Die Video-Teams und Fotografen, die dafür zu hunderten in Berlin anreisten, hatten am Freitag zuvor Knut entdeckt, der an diesem Tag seinen ersten Ausflug ins Freie machte.

Knut war zum Superstar geworden. Andere Künstler hatten ebenfalls Songs für Knut entwickelt, und der Medien-Hype explodierte. War es das schlechte Gewissen gegenüber der vom Aussterben bedrohten Tierart Eisbär, das mit der Liebe zu Knut kompensiert werden musste? Oder ein Bedürfnis nach einem Stück heiler Welt inmitten der auseinanderfallenden Realität? Oder einfach ein Urinstinkt des Menschen nach Freundschaft mit dem Tier? Sicher auch die Gier der Medien nach stets neuen emotional anrührenden und gut aussehenden Themen.

Die Medien beim Angriff.

Ich denke jedenfalls, es ist uns ein hübscher kleiner Kinder-Popsong gelungen, mit einem witzigen Text und einer überzeugenden gesanglichen Interpretation, wenn auch das Arrangement und die Produktion nicht ganz so ausgefeilt sind, wie ich es gerne habe - die Zeit war zu knapp. Wir kriegen viele Komplimente - von “tierisch gut” bis zu “welch ein entzückendes Lied” und einer schrieb: “If this isn’t a hit, I’ll eat my socks”. Andere, vor allem die Fans meiner eher experimentellen Projekte, können sich kleine Schmähungen nicht verkneifen, das kann ich ja verstehen, denn nicht alle Menschen sind musikalisch tolerant.

Bin gespannt, wie’s weitergeht mit “Der Eisbär”….

Alle Fotos (ausser CD-Cover) Copyright von Tina Merkau, Berlin, mailto: Tina.Merkau@t-online.de


Global Warming etc.

März 4, 2007

Wir stecken bereits mittendrin in der Klimakatastrophe. Und unsere Zivilisation ist wie ein Supertanker, der 20km braucht zum Bremsen. Alles war wir jetzt tun, wirkt sich erst in vielen Jahren aus. Dabei tun wir noch nicht mal was. Die Leute kriegen’s schon ein bisschen mit, und es ist ihnen auch nicht ganz geheuer, aber was will der einzelne schon tun - ausser die Glühbirnen durch Energiesparlampen zu ersetzen?

Die einschlägigen Wissenschaftler sind die einzigen, die wissen, was es geschlagen hat. Doch sie verstehen nichts von professioneller Kommunikation. Die Politiker getrauen sich nicht, wirklich etwas zu tun. Sie warten lieber ab, bis es so schlimm ist, dass vom Volk ernsthaft Handeln gefordert wird. Und die Wirtschaftsführer wollen nicht auf ihre Profite verzichten, solange das noch möglich ist.

So wird ein bisschen rumgedoktert. Das einfache Volk soll auf den Urlaub verzichten, bzw. ihn im eigenen Land verbringen. Cool.

Was nötig wäre:

- Sofort auf dem ganzen Planeten das Militär verbieten, weil es viel zu viel Energie verbraucht. Ein Panzer säuft über 100 Liter pro 100 Kilometer! Und dann erst die Energie, die für die Herstellung der Waffen, Flugzeuge und Bomben verbraucht wird. Die Eisenerze können im Boden bleiben, müssen nicht verarbeitet und nicht transportiert werden.

- Cannabis nicht nur entkriminalisieren, sondern massiv fördern. Hanf ist die stärkste Naturfaser der Welt, er ersetzt Nylon und andere aus Erdöl gewonnenen Fasern. Dazu Jack Herer (Author von “The Emperor Wears No Clothes”): “If all fossil fuels and their derivatives, as well as trees for paper and construction, were banned in order to save the planet, reverse the greenhouse effect and stop deforestation; then there is only one known annually renewable natural resource that is capable of providing the overall majority of the world’s paper and textiles; meet all of the world’s transportation, industrial and home energy needs, while simultaneously reducing pollution, rebuilding the soil and cleaning the atmosphere all at the same time… and that substance is the same one that has done it before . . . CANNABIS/HEMP/MARIJUANA!
www.jackherer.com
Cannabis hat zudem den Vorteil, dass es die Leute fröhlicher und zufriedener macht, sodass sie weniger Konsum benötigen und dadurch weniger Energie konsumieren.

- Meditation und Yoga mit massiven staatlichen Mitteln fördern. Kurse in Ethik, Workshops über Mitmenschlichkeit obligatorisch für alle, besonders aber für Führungskräfte. Oeffentliche Aechtung jedes übermässig profitgierigen Verhaltens, mit gleichzeitiger Ermunterung des Strebens nach ökonomischer Selbstständigkeit.

- Ermunterung von psychedelischen Thinktanks, wo Freiwillige unter Einfluss von LSD, Pilzen und anderen geeigneten Substanzen originelle Ideen und Konzepte ausbrüten. Schliesslich haben uns die Acidheads schon den Personal Computer gebracht…
(Siehe dazu “What the Dormouse Said” von John Markoff, Senior Writer für Information Technology der New York Times.)

Bin gespannt, wie lange die Menschheit braucht, um zur Vernunft zu kommen. Und ob sie die Kurve überhaupt noch kriegt.