Kokain mit Alkohol: gefährlich

November 8, 2009

Der Mischkonsum von Alkohol und Kokain ist in den letzten Jahren immer verbreiteter geworden. Gemäss dem britischen Guardian ist er verantwortlich für den Anstieg von Herzinfarkten bei 30 bis 40-Jährigen, da bei gleichzeitiger Einnahme der beiden Drogen im Körper eine dritte Substanz namens Cocaethylene entsteht, die stark leberschädigend wirkt.

Zudem bewirkt dieser Mischkonsum eine Zunahme von sexuell riskantem und gewalttätigem Verhalten: „The ability of cocaine users to consume vast amounts of alcohol is being blamed for an increase in sexually risky behaviour among the young and rising levels of violence. Small studies in Manchester and Merseyside suggest that around half of all young people arrested for violent behaviour were on drugs, and of these the majority were on cocaine. Many had been drinking prior to their arrest.“

Kokain ermöglicht den Konsum einer viel grösseren Menge von Alkohol. Saufgelage, die sich über 12 Stunden hinziehen, sind keine Seltenheit mehr.

Der Polizei-Chef von Manchester, Peter Fahy: „I am concerned that we seem to be producing a lot of angry young men at the moment,“ sagte er letztes Jahr. „We need to understand why that is, and why some of these young men are quite prepared to use extremes of violence over nothing. I think alcohol plays a part, but we are also concerned about the mixture of alcohol and cocaine.“

Die zunehmende Popularität von Kokain ist zweifellos auch eine Folge der Cannabis-Repression und der durch die polizeilichen Massnahmen erfolgten Verknappung von Cannabis.


Hanfplantage ausgehoben – Polizei arbeitet für organisierte Kriminalität

September 29, 2009

Immer wieder berichten die Polizei und Schweizer Medien stolz davon, eine Hanfplantage ausgehoben zu haben, so zum Beispiel heute in 20Minuten-Online. Da geht es um 130 Pflanzen mit einem Marktwert von 20′000 Franken, also um einen Pflanzer, der für sich und seinen Kollegenkreis anbaut.

Hat denn die Polizei wirklich nichts wichtigeres zu tun? Erwischt werden ohnehin nur die kleinen Fische. Das heisst die Polizei betreibt aktiv eine Marktbereinigung zugunsten der organisierten Kriminalität, denn die Nachfrage ist natürlich weiterhin vorhanden.

Diese Polizei-Aktionen treiben die Preise für Cannabis hoch, machen es schwerer erhältlich und verschieben somit den Drogenkonsum vorwiegend der jungen Leute in Richtung Alkohol und Kokain. Und dann fragt man sich allerseits ratlos, weshalb denn die Gewalt und die Brutalität auf den Strassen ständig zunimmt…

In den USA hat es in den letzten Jahren viele erfolgreiche Initiativen auf Bundesstaats-, Stadt- und Gemeinde-Ebene gegeben, den Kampf gegen Cannabis zur niedersten Priorität der Polizei zu machen. Weshalb gibt es in Europa keine Politiker, die diese Anregung aufnehmen?

Im Herbst 2008 haben 38 Prozent der abstimmenden Schweizer für die Legalisierung von Cannabis votiert. Dies, obwohl keinerlei Kampagne für die Initiative stattgefunden hatte. Politiker versprachen dann, diese respektable Ergebnis zu berücksichtigen. In der Realität findet das genaue Gegenteil statt, die grosse schweigende Minderheit der Cannabis-Konsumenten wird täglich weiterhin oder sogar noch vermehrt schikaniert.


Mit Cannabis gegen Gewalt

August 23, 2009

Ein Freund von uns und seine Kumpels wurden am letzten Wochenende auf dem Gempen (Nähe Basel) von einer 15 bis 20 Mann starken Gruppe von jungen Leuten brutal zusammengeschlagen. Die Schläger waren stark betrunken. Siehe den Artikel in der Basler Zeitung.

Der Zusammenhang zwischen der in den letzten Jahren enorm verstärkten Cannabis-Repression in der Schweiz und der zunehmenden Gewalt ist kaum jemandem bewusst. Dabei ist er offensichtlich: seit Gras und Haschisch durch polizeiliche Massnahmen vor allem gegen Plantagen verknappt worden sind, besaufen sich die jungen Leute, und logischerweise nehmen Vandalismus und brutale Gewalt zu.

Zu diesem Thema ist in den USA ein neues Buch von Paul Armentano und Steve Fox erschienen: Marijuana Is Safer: So Why Are We Driving Americans to Drink?, zu deutsch: „Cannabis ist sicherer – weshalb treiben wir die Amerikaner zum Alkohol?“.

Das Buch behandelt zwei Hauptthemen:
1. Viele Leute glauben immer noch, Cannabis sei gefährlicher als Alkohol, und das ist völlig falsch. Alkohol ist eine harte Droge, sehr giftig für den Körper und fordert jährlich 3′000 direkte Todesopfer alleine in der Schweiz. Dabei sind die durch Alkohol ausgelösten Gewalttaten und Unfälle nicht eingerechnet, ebensowenig das Leid, das die Familien von Alkoholikern ertragen müssen.
Cannabis hingegen ist ungiftig, es gibt keinen einzigen dokumentierten Todesfall durch Cannabis. Wenn es ohne Nikotin geraucht wird, ist kein Lungenschaden zu erwarten, siehe die Langzeitstudie der University of California. In einem Interview mit Alternet geht Paul Armentano auch auf andere Behauptungen von Cannabis-Gegenern ein, wie die Psychosen-Angstmacherei, für die keine wissenschaftlich haltbare Begründung vorliegt.

2. Der soziale Schaden durch Alkohol ist enorm, vor allem durch Autofahren und Gewalttaten unter Alkohol-Einfluss. Demgegenüber führt Cannabis zu einem vorsichtigeren Fahrstil und dämpft Aggressionen ab. Womit nicht gesagt sein soll, dass die Leute zum Autofahren kiffen sollen, aber es ist absurd und ungerecht, dass selbst um Tage und Wochen zurückliegender Cannabisgenuss zum Führerschein-Entzug führt. Jedenfalls brauchen wir eine öffentliche Diskussion darüber, ob es nicht vernünftiger sein könnte, Cannabis allgemein zugänglich zu machen, um uns vor der zunehmenden Gewalt zu schützen.

Marijuana Is Safer

Marijuana Is Safer'


Immer mehr Gewalt wegen Alkohol

November 8, 2007

Der SPIEGEL berichtet über die zunehmenden Gewalt-Exzesse, die vor allem von betrunkenen Jugendlichen ausgeübt werden.

Ausschnitt aus dem Text: Vom Alkohol enthemmt fliegen die Fäuste leichter. Die Münchner Polizei sieht einen Grund für den Anstieg im Alkoholkonsum. „Insbesondere bei den Gewaltdelikten wie gefährlicher und schwerer Körperverletzung spielt Alkohol bei der Tatausführung eine wesentliche Rolle“, sagt Arno Helfrich, Leiter des Kommissariats für verhaltensorientierte Prävention und Opferschutz, SPIEGEL ONLINE. Demnach waren 36,9 Prozent der jugendlichen Tatverdächtigen stark alkoholisiert. „Vor zehn Jahren lag dieser Wert bei 26 Prozent! Die enthemmende Wirkung des Alkohols leistet hier offensichtlich ganze Arbeit.“

Meine Meinung: Legalisiert endlich den Hanf-Konsum! Wenn sich die Jugendlichen am Wochenende mit Cannabis berauschen, werden die Strassen wieder friedlicher.


Alkohol und Kokain mit Gewalt verlinkt, aber nicht Cannabis

August 25, 2007

Was Cannabis-Konsumenten schon lange wissen, wurde ein weiteres Mal wissenschaftlich belegt: Eine Studie des Zentrums für Suchtforschung der Universität von Victoria weist nach, dass zwischen Alkohol und Kokain einerseits und Gewalt und Unfällen andererseits ein klarer Zusammenhang besteht. Nicht so mit Cannabis.

Hier der Beriicht von NORML:

Alcohol And Cocaine – But Not Cannabis – Linked To Violent Behavior, Study Says

Victoria, British Columbia: Cannabis use is not independently associated with causing violence, according to the results of a multivariate analysis to be published in the journal Addictive Behaviors.

Investigators at the University of Victoria, Centre for Addictions Research assessed how frequently subjects in a substance abuse treatment facility reported using cocaine, alcohol, and/or cannabis in the hours immediately prior to committing a violent act. Researchers also evaluated subjects’ personality for characteristics associated with violent behavior, such as risk-taking, impulsivity, and/or disrespect for the law.

Investigators concluded: „When analyses were conducted controlling for covariates, the frequency of alcohol and cocaine use was significantly related to violence, suggesting that pharmacological effects [of the drugs] may play a role in violence. Frequency of cannabis use, however, was not significantly related to violence when controlling for other factors.“

The study’s conclusions are similar to the findings of a pair of recent government reports refuting allegations that cannabis use triggers violent behavior. The first, published by the Canadian Senate in 2002, determined: „Cannabis use does not induce users to commit other forms of crime. Cannabis use does not increase aggressiveness or anti-social behavior.“

The second review, published by the British Advisory Council on the Misuse of Drugs, reported: „Cannabis differs from alcohol in one major respect. It does not seem to increase risk-taking behavior. This means that cannabis rarely contributes to violence either to others or to oneself, whereas alcohol use is a major factor in deliberate self-harm, domestic accidents and violence.“

Most recently, a logistical regression analysis of approximately 900 trauma patients published in the Journal of TRAUMA Injury, Infection, and Critical Care, determined that the use of cannabis is not independently associated with either violent or non-violent injuries requiring hospitalization. By contrast, alcohol and cocaine use are associated with violence-related injuries, the study found.

For more information, please contact Paul Armentano, NORML Senior Policy Analyst, at: paul@norml.org. Full text of the study, „Predicting violence among cocaine, cannabis, and alcohol treatment clients,“ will appear in the journal Addictive Behaviors. Additional audio commentary regarding this study is available on the August 15, 2007 broadcast of the NORML Audio Stash at: http://audio.norml.org/audio_stash/NORML_Daily_AudioStash_08_15_2007.mp3.


Gewalt, Alkohol und Cannabis

August 21, 2007

Im nordenglischen Warrington wurde der Familienvater Gary Newlove von einer Bande volltrunkener Jugendlicher erschlagen, die zuvor sein Auto demoliert hatten. Alle acht Minuten wird in England ein Verbrechen mit einem Messer begangen, meist von betrunkenen Tätern. Und gesoffen wird immer mehr, vor allem auch von Jugendlichen. Dasselbe ist in der Schweiz und insbesondere in Basle zu beobachten, wo immer mehr Gewaltdelikte zu beklagen sind. Die Medien rätseln nun über die Gründe der Epidemie von Gewalt und Suff und lassen dabei die wichtigsten Punkte ausser Acht:

1. Diese Welt ist ohne Rausch kaum auszuhalten.
Offensichtlich haben die industrialisierten Länder einen Zustand erreicht, wo viele junge Leute den Alltag ohne Rausch nicht mehr aushalten können. Mangelnde Zukunftsaussichten, die Verarmung der unteren und mittleren Schichten durch die Verschiebung des Reichtums hin zu den Globalisierungs-Gewinnlern, brutalste Gewalt in Medien und Computerspielen und nicht zuletzt die Verrohung durch den allgegenwärtigen Terrorismus der Mächtigen (sprich Irakkrieg) sind einige der Gründe.

2. Die herrschende Drogen-Ideologie begünstigt die Gewalt.
Cannabis hat bekanntlich eine beruhigende Wirkung, es sind keine Gewalttaten bekannt, die in direktem Zusammenhang mit Hanfkonsum stehen. Vom Alkohol hingegen wissen wir, dass er Aggressionen auslöst und dass sehr viele Straftaten in direktem Zusammenhang mit Alkoholkonsum stehen. Die seit 30 Jahren von den USA geprägte weltweite Drogen-Ideologie bekämpft vehement den Anbau, Handel und Konsum von Cannabis, mit stark verschärfter Tendenz in den letzten Jahren. Dadurch ist es zu einer Verknappung von Cannabis gekommen mit der Folge, dass der Alkoholkonsum bei Jugendlichen stark zugenommen hat. Wenn ich vor drei oder vier Jahren in Basel dem Rhein entlang spaziert bin, so war ständig Hanfrauch zu riechen. Heute ist Cannabis kaum mehr wahrzunehmen, dafür wird überall nur noch gesoffen. Littering ist ein kleiner Nebeneffekt.

3. Erfolgreiche Gewaltbekämpfung bedingt eine Kehrtwende in der Drogenpolitik.
Man muss den Tatsachen mal nüchtern ins Auge blicken: Alkohol ist weit gefährlicher als Cannabis! Nicht nur für den einzelnen Konsumenten (3000 Alkoholtote in der Schweiz pro Jahr, null Cannabistote), sondern auch für die Gesellschaft als Ganzes. Eine verantwortungsvolle Drogenpolitik muss den Konsum von Alkohol soweit als möglich eindämmen und Cannabis entkriminalisieren. Natürlich werden dadurch nicht sämtliche Gewaltprobleme gelöst, aber es wird eine Besserung stattfinden.

Leider ist von der jetzigen US-Regierung keine Einsicht zu erwarten, und keine europäische Regierung wird sich getrauen, der amerikanischen Ideologie entgegenzutreten. Dennoch gibt es inzwischen auch in den USA wieder einige Anzeichen von aufkeimender Vernunft, zum Beispiel letzten Sonntag in der Washington Post, wo unter dem Titel „The Lost War“ ein Ende der Drogenprohibition gefordert wurde, hier eher unter dem Aspekt, dass vor allem Terrorismus und Gangster-Syndikate von der Prohibition profitieren.

Und in Deutschland wurde laut Spiegel-Online der ersten Multiple Sklerose-Patientin legales Cannabis erlaubt. Bisher hatte man die Kranken mit ihren Schmerzen allein gelassen und ihnen das Medikament Hanf verwehrt.

Die amerikanische Organisation DRCNet (Drug Reform Coordination Network) betreibt die Website stopthedrugwar.org und verzeichnet inzwischen mehr als 100′000 Zugriffe pro Tag – fast soviel wie huffingtonpost. Auch das ein hoffnungsvolles Zeichen. DRCNet bittet übrigens um Spenden, um die Serverkapazität ausbauen zu können.


Growland: Berns ältester Hanfladen geschlossen

August 12, 2007

Andi Stafforte ist ein Begriff in der Schweizer Cannabis-Szene. Nicht nur eröffnete er einen der ersten Hanfläden in der Schweiz, er veranstaltete auch die ersten Goa-Parties. Letztes Jahr wurde Andi, der inzwischen häufiger in Nepal anzutreffen ist als in der Schweiz, verurteilt wegen Verkauf von Hanfblüten, allerdings kam er noch mit einer bedingten Strafe davon.

Andi Stafforte schreibt dazu: „Es ging dabei um die Jahre, in denen wir glaubten, legal Hanfblüten zu verkaufen im Growland, 10g pro Nase pro Tag, nur Freiland, erst ab 18 Jahren. Dafür bekam ich 18 Monate bedingt.“

Nun wurde sein Growland-Laden polizeilich geschlossen, was einmal mehr die repressive Tendenz der Schweizer Politik gegenüber Cannabis illustriert. Dafür saufen die jungen Schweizer inzwischen masslos, mit den bekannten Folgen Vandalismus und Gewalt. Der Zusammenhang zwischen Cannabis-Repression, Alkoholkonsum und stark gestiegener Gewalttätigkeit wird von Politikern und Medien beharrlich ignoriert, wahrscheinlich auch gar nicht verstanden.

Die Berner Zeitung Der Bund schreibt zum Fall Growland am 8.8.07:
1993 eröffnete Andrea Stafforte in Bern den ersten Hanfladen der Schweiz. Gestern nun wurde das «Growland» an der Herrengasse von der Stadtpolizei geschlossen – als zweitletztes Geschäft dieser Art in Bern.

Als 2002 ein regelrechter Wildwuchs von Hanfläden herrschte, boten in der Bundesstadt rund 50 Läden Rauchhanf zum Verkauf an. Damals eröffnete die Konferenz der Bernischen Regierungsstatthalter unter der Führung von Alec von Graffenried eine eigentliche Offensive gegen den Handel. Fast wöchentlich wurden Razzien durchgeführt und Hanfläden geschlossen. Auch das Growland wurde in dieser Zeit kontrolliert. Zwölf Kilogramm Hanf wurden sichergestellt, das Geschäft vorübergehend versiegelt. Erst als Stafforte glaubhaft machen konnte, dass er nur noch Anbauprodukte, Kosmetik, Kleider, und Lebensmittel im Sortiment führte, durfte er seinen Laden wieder eröffnen. «In den vergangenen Monaten kam es im Growland aber wieder zum Verkauf von Hanf zum Betäubungsmittelkonsum», sagt Statthalter Alec von Graffenried. Darum habe er die Schliessung angeordnet. Von Graffenried stützt sich bei seinem Entscheid auf Artikel 11 der Verordung zum Bundesgesetz über Betäubungsmittel, der es den Regierungsstatthaltern seit 2004 ermöglicht, Schliessungen in Eigenregie anzuordnen. Zuvor mussten sich die Behörden auf das Polizeigesetz stützen. (pas)

Kommentar von Andi Stafforte zu obiger Zeitungsmeldung:
Am 23. Februar 2007 wurden nur knappe 2 kg Hanfblüten gefunden, und der Laden kurzzeitig versiegelt. Damals im September 2002, als 12 kg Blüten gefunden worden waren, blieb der Laden durchgehend geöffnet, genauso wie Juli 2000, als 38 kg gefunden wurden, da wurde nicht mal gesagt, dass wir nichts mehr verkaufen dürften…