Albert Hofmanns Abdankung

Mai 9, 2008

Heute fand in der idyllisch gelegenen reformierten Kirche zu St. Margarethen (Binningen, Nähe Basel) Albert Hofmanns Abdankung statt. Es kamen etwa 150 Gäste, neben der Familie, privaten Freunden und ehemaligen Arbeitskollegen vorwiegend Wissenschaftler, Künstler, Literaten und Vertreter der neuen psychedelische Bewegung. Einige waren eigens aus den USA angereist. Auch ein indischer buddhistischer Mönch war anwesend. Wie im privaten Gespräch mit ihm zu erfahren war, handelte es sich nicht um einen im voraus geplanten Besuch - doch fand ich es ganz speziell, dass auch ein Gesandter der östlichen Spiritualität bei Albert Hofmanns Abdankung zugegen war.

Die Feier im reformierten liturgischen Rahmen war schlicht und von Orgel und Volker Biesenbenders Violine umrahmt. Ein Chemiker-Kollege aus der damaligen Sandoz (heute: Novartis) erzählte von seiner Zusammenarbeit mit Albert Hofmann, der zuletzt eine leitende Funktion in der Pharmazeutik bekleidet hatte. Alberts und Anitas Kinder Trix und Andreas lasen Alberts Lebenslauf vor, den er selber verfasst hatte. Der Pfarrer erzählte, dass das Staunen gegenüber einer als wundervoll und beglückend empfundenen Schöpfung Alberts Lebensmotto gewesen war.

Hier ein kleiner Film mit Albert, den ich 1999 in seinem Heim aufgenommen hatte. “Drogen und Drogen” heisst das Thema, es geht um den Unterschied zwischen LSD und den anderen Psychedelika einerseits und profanen Drogen wie Heroin oder Kokain andererseits. Ich hatte Albert gebeten, seine Botschaft an die Jugend zu formulieren. Leider ist das Video nur auf schweizerdeutsch. Wenn sich jemand die Mühe macht, Alberts Wort zu übersetzen (deutsch und englisch zB), werde ich den Video untertiteln oder synchronisieren.

 


Albert Hofmann - ein kleiner Nachruf

Mai 1, 2008

Albert Hofmann, der “Vater des LSD”, ist tot. Mit 102 Jahren verstarb er in seinem wunderschön gelegenen Haus direkt an der französisch-schweizerischen Grenze in der Nähe von Basel, wenige Monate, nachdem ihn seine geliebte Anita verlassen hatte.

Albert war bis zuletzt rüstig und geistig aktiv gewesen, was seinem berühmtesten Produkt ein gutes Zeugnis ausstellt. Allerdings hatte Albert sich auch, wie er Stella und mir einmal verraten hat, täglich für 10 Minuten an den Füssen aufgehängt, um sein Gehirn besser zu durchbluten. Seine Söhne hatten ihm dafür ein Rad geschenkt, in dem er sich festschnallen konnte, um sich ohne Anstrengung in die “Kopf-unten”-Position zu begeben. Solche Uebungen gibt es im Yoga natürlich schon seit Ewigkeiten, nur muss man sich bei diesen Asanas sehr um die korrekte Stellung bemühen, um das Genick nicht zu sehr zu belasten.

Leider hatte Albert Hofmann für seine epochale Entdeckung des LSD nie die akademische Anerkennung erhalten, die ihm gebührt. Der Nobelpreis wäre das mindeste gewesen. Doch LSD war in die Fronten des Kulturkampfs gegen die Hippies geraten und erlebte eine unglaubliche Diffamierung, die bis heute anhält. So ist selbst die wissenschaftliche Forschung in den letzten Jahrzehnten strengstens verboten gewesen - so viel Angst besteht vor den Erkenntnissen, die LSD und andere Psychedelika vermitteln können…

Albert, stets in Anzug und Krawatte gekleidet, war immer der gutsituierte bürgerliche Chemiker geblieben, trotz aller Verbindungen zu Schamanismus und Hippietum. Er litt darunter, dass seine grösste Errungenschaft so verteufelt worden war, doch wenigstens hatte er eine grosse und treue Fangemeinde, die ihn zutiefst verehrte. Am glücklichsten war er in der Natur. Byebye Albert und Anita, thank you very, very much, farewell and all the best to you wherever you are.

Zuhause bei Albert Hofmann
Zuhause bei Albert Hofmann, inmitten seiner Pflanzenlandschaft


Super High Me

April 20, 2008

Manche mögen sich an den Film ‘Super Size Me’ erinnern, wo ein armer Kerl während eines ganzen Monats sich nur von McDonalds-Food ernährte und dabei schwer krank wurde. Nun hat der US-Komiker Doug Benson den Dokumentarfilm ‘Super High Me’ gedreht, in dem er während 30 Tagen permanent inhaliert, Marijuana kifft, Vaporizer reinzieht, Joints und Bongs raucht, Cookies isst - Cannabis total!

Und das unter ständiger ärztlicher Ueberwachung. Wir sind gespannt…

Der Film kommt am 17. Juni in den Verkauf.

Super High Me, Movie-Poster


Der Spiegel, Cannabis und Rauschgift

Februar 3, 2008

Spiegel-TV berichtete heute abend (3.2.0 8) über die Grossrazzia, die die deutsche Polizei kürzlich bei deutschen Cannabispflanzern durchgeführt hatte. Zwei Grossplantagen wurden ausgehoben, ein paar mittlere und viele kleine, so zum Beispiel die Pflanzung eines Richters und einer Rechtsanwältin, die zusammen im Keller 13 Pflanzen gezogen hatten, und die nun mit der vollen Härte des deutschen Betäubungsmittelgesetzes rechnen müssen.

Die Fahnder hatten einen Gartenbedarf-Grosshändler verdeckt überwacht, seine emails mitgelesen und seine Kundendatenbank durchforstet. Unter einem repressiven Regime einschlägige Werkzeuge online einzukaufen, ist wohl nicht das Klügste, da schickt man besser die Oma zum Shopping.

Flashback in die sechziger Jahre: beim Spiegel wird immer noch von Rauschgift gesprochen, wenn von Cannabis die Rede ist. Tief ist das Blatt gesunken, seit Augstein nicht mehr da ist, der selber immerhin mal mit 40 Gramm Haschisch in Sardinien erwischt worden war. In einem anderen Beitrag derselben Sendung wurden betrunkene Disco-Schläger gezeigt. Alkohol ist nun wirklich sehr giftig, aber da redet keiner von Rauschgift…


Eidgenössische Drogenkommission empfiehlt Cannabis-Regulierung

Januar 25, 2008

Die Eidgenössische Kommission für Drogenfragen (EKDF) gelangt in ihrem Bericht vom 7.1.2008 zu einer vorsichtigen Empfehlung der regulierten Freigabe des Cannabiskonsums und entspricht somit weitgehend den Forderungen der Initiative “Pro Jugendschutz gegen Drogenkriminalität”.

Hier die Schlussfolgerungen aus dem Bericht “Cannabis 2008: Lagebeurteilung und Empfehlungen der Eidgenössischen Kommission für Drogenfragen”:

Die Erkenntnisse über den Cannabiskonsum und seine Folgen sollten nicht isoliert betrachtet werden, sondern im Zusammenhang mit den Gefährdungen, die gesamthaft mit dem Konsum psychoaktiver Substanzen (legale und illegale) in Zusammenhang stehen. Cannabiskonsum ist, wie der Konsum von Alkohol oder Tabak, nicht «gut» oder «schlecht» im Sinne eines Werturteils.

Die beschriebenen Folgen von Cannabiskonsum zeigen, dass eine Verharmlosung nicht gerechtfertigt ist – ebenso wenig wie bei anderen psychoaktiven Substanzen. Ein direkter Vergleich der möglichen körperlichen, psychischen und sozialen Schäden durch Cannabis und durch andere Substanzen lässt den Schluss zu, dass sich die Bekämpfung dieser Auswirkungen nach vergleichbaren Kriterien ausrichten sollte. Die Erfahrungen im Alkohol- und Tabakbereich zeigen, dass sich mit Regulierungsmassnahmen gute Erfolge erzielen lassen.

So wird zum Beispiel der Jugendschutz in diesen Bereichen besser als früher gewährleistet.Es bestehen keine objektiven Gründe, bei der Bekämpfung des Cannabismissbrauchsgrundsätzlich anders vorzugehen.

Eine Aufhebung der Konsumbestrafung im Betäubungsmittelgesetz schliesst keineswegsaus, den Konsum von Cannabis in definierten Situationen oder an zu bezeichnenden Ortenals Übertretung mit Bussen zu bestrafen. Denkbar wäre zum Beispiel ein Konsumverbot in öffentlich zugänglichen Räumlichkeiten und auf dem Areal von Schul- und Sportanlagen.

Zudem ist es durchaus denkbar, ähnliche Formen der Marktregulierung, wie sie sich im Bereich Tabak, Alkohol oder Medikamente bewährt haben, auch für den Cannabismarkt vorzusehen. Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass man zwar auf die generelle Strafbarkeit des Konsums verzichtet, den Handel mit Cannabisprodukten aber grundsätzlich weiterhin mit Strafe bedroht.

Gleichzeitig müsste dann aber im Betäubungsmittelgesetz die Möglichkeitgeschaffen werden, unter genau geregelten Bedingungen auf die Strafverfolgung des Anbaus und Kleinhandels von Cannabis zu verzichten. Diese Bedingungen könnten wie folgt lauten:
- kein Verkauf an Jugendliche und an Personen ohne Wohnsitz in der Schweiz
- Verkauf nur in konzessionierten Verkaufsstellen, kein Verkauf an Automaten
- Meldepflicht und Begrenzung der Höchstmengen im Bezug auf Anbau, Lagerhaltung und Einzelverkauf
- Regulierung oder Deklarationspflicht bezüglich THC-Gehalt
- Werbeverbot
- Marktregulierung mit Bezugskarten (um die Bezüge pro Person zu limitieren)
Solche marktregulierende Massnahmen könnten durch eine Abgabe auf dem Verkaufspreisfinanziert werden.

Repressive Massnahmen gegen den Konsum und den Kleinhandel nach zurzeit geltendem Recht haben nur begrenzte Wirkung und müssen an ihren finanziellen und sozialen Folgekosten gemessen werden. Sie erschweren auch präventive Massnahmen, die sich in einem regulierten Markt besser und wirkungsvoller durchführen lassen.

Zusammenfassend erachtet die EKDF den Konsum von Cannabisprodukten als ein mit klaren Risiken verbundenes Verhalten. Sie erachtet das Strafrecht aber grossmehrheitlich als ungeeignete Antwort auf dieses Verhalten. Für eine «Liberalisierung» im Sinne einer freien, nicht geregelten Zugänglichkeit besteht allerdings kein Anlass.

Die Kommission bleibt daher grossmehrheitlich bei ihrer im Cannabisbericht 1999 formulierten Empfehlung, die Zugänglichkeit von Cannabisprodukten über ein Regulierungsmodell zusteuern, das der Prävention und insbesondere dem Jugendschutz die notwendige Beachtung schenkt. Eine solche Lösung würde eine materiellrechtliche Strafbefreiung für den eigenen Konsum und seine Vorbereitungshandlungen beinhalten. In Berücksichtigung der internationalen Konventionen bliebe der Grosshandel strafbar. Dies schliesst aber nicht aus, dass für den Kleinhandel im oben beschriebenen Rahmen eine Opportunitätsregelung geschaffen wird. Die rechtliche Grundlage dazu wäre im Betäubungsmittelgesetz festzulegen.


Tabak und Cannabis bei US-Teenagern

Dezember 26, 2007

Auf alternet.org sind interessante Zahlen zur Entwicklung von Tabak- und Cannabiskonsum unter Teenagern in den letzten 15 Jahren zu finden: If Tobacco Regulation Works, Why Not Regulate Marijuana?

Im Jahre 1992 haben 3.7 Prozent der amerikanischen Achtklässler Marijuana konsumiert, 2007 waren es 5,7 Prozent. Bei den Zwölftklässlern stieg der Konsum von 11,9 auf 18,8 Prozent. Dies trotz harschester Repression.Bei den Cigaretten hingegen, wo Prävention und regulierte Abgabe praktiziert wurden, sank der Konsum bei den Achtklässlern von 27,8 auf 21,6 Prozent, bzw. bei den Achtklässlern von 15,5 auf 7,1 Prozent. Unter den Zehntklässlern wird heute sogar leicht mehr Marijuana konsumiert als Cigaretten.

Diese Zahlen müssten all den Repressionsfanatikern zu denken geben. Tun sie aber nicht, denn beim Cannabis geht es um Ideologie und Kulturkampf, nicht um Vernunft.

Hier noch ein paar weitere interessante US-Zahlen, aus einem Kommentar von thoughtcriminal bei alternet.org:

The leading causes of death in 2000 were tobacco (435,000 deaths; 18.1% of total US deaths), poor diet and physical inactivity (400,000 deaths; 16.6%), and alcohol consumption (85,000 deaths; 3.5%). Other actual causes of death were microbial agents (75,000), toxic agents (55,000), motor vehicle crashes (43,000), incidents involving firearms (29,000), sexual behaviors (20,000), and illicit use of drugs (17,000).

A sane drug policy would apply equally to alcohol, tobacco, cannabis, opium, cocaine and to other drugs. Recreational drugs could be made legal, sold to people at licensed locations (just as alcohol and tobacco are today), and the taxes would go to state and local governments. Laws banning drug use by minors, illicit traffic, and so could be implemented.

Today, around half of all newly sentenced prisoners are drug offenders (In 1970, it was 16%). Of the 2.2 million people in U.S. prisons, perhaps a quarter are there on non-violent drug charges. Since it costs as much as $50,000 a year to hold and feed a prisoner, releasing all those people (around half a million people) would save the government about $25 billion dollars a year!


Der wahre Grund fürs Cannabisverbot

Dezember 24, 2007

Harry J. Anslinger, war der erste Anti-Cannabis-Kreuzzügler in den USA. Zuvor war er während der Alkoholprohibition Chef der Alkohol-Polizei gewesen. Nach dem Ende der Prohibition brauchte er ein neues Betätigungsfeld für sich und seine Polizisten. Hier seine Begründung vor dem US-Kongress im Jahre 1937:

“Es gibt 100′000 Marijuana-Raucher in den USA, und die meisten sind Neger, Latinos, Filipinos und Unterhalter. Ihre satanische Musik, Jazz und Swing, kommt aus dem Gebrauch von Marijuana. Dieses Marijuana bringt weisse Frauen dazu, sexuelle Beziehungen mit Negern, Unterhaltern und anderen einzugehen.”

Rassismus, Sexualneid und Hass auf kreative Entertainer waren also die wahren Gründe für das Verbot von Cannabis. Hinzugekommen sind damals schon die Konkurrenzängste der aufstrebenden Nylon-Industrie, damals verkörpert durch die Firma Dupont, und der Papier-Industrie, die dannzumal vom Zeitungsmagnaten Hearst beherrscht wurde. Später, in den 60er-Jahren war das Hanfverbot das probate Mittel, um die Hippie-Kultur zu unterdrücken.

(”There are 100,000 total marijuana smokers in the US, and most are Negroes, Hispanics, Filipinos, and entertainers. Their Satanic music, jazz, and swing, result from marijuana use. This marijuana causes white women to seek sexual relations with Negroes, entertainers, and any others.”")


Dunkle Wolken

Dezember 12, 2007

Am Montag hat der Schweizer Nationalrat die Volksinitiative “Pro Jugendschutz” zur Entkriminalisierung von Cannabis mit 106 zu 70 Stimmen abgelehnt. Einmal mehr wurden die altbekannten und längst widerlegten Argumente vorgebracht: Cannabis sei eine gefährliche Droge, die wissenschaftlich noch nicht genügend erforscht sei, Cannabis sei eine Einstiegsdroge usw. Wo doch jeder, der sich unvoreingenommen informiert, sehr schnell wissen kann, dass Alkohol und Nikotin weitaus gefährlicher sind als Hanf, und dass Milch bei weitem die gefährlichste Einstiegsdroge ist, denn 100% aller Junkies haben mit Milch begonnen - was beweist, dass man mit Statistiken so ziemlich jeden Mist beweisen kann.

Das Problem ist, dass Vernunft in dieser Diskussion überhaupt nichts bewirkt. Schon der britische Hanfdrogen-Report anfangs des 20. Jahrhunderts hat aufgezeigt, dass selbst jahrzehntelanges Konsumieren keine schwerwiegenden Schäden nach sich zieht und dass Cannabis ein relativ harmloses Kraut ist, das zudem viele heilsame Wirkungen aufweist. Der New Yorker La Guardia-Report in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts hat das bestätigt, und unzählige weitere Studien sind zu ähnlichen Ergebnissen gekommen, obwohl es für Wissenschaftler äusserst schwierig ist, für eine unvoreingenommene Studie Bewilligungen und Gelder zu erhalten. Umgekehrt ist es vor allem in den USA sehr einfach seine Karriere zu befördern, wenn das Ziel einer Studie darin besteht, die Gefährlichkeit von Cannabis zu beweisen.

Es geht vielmehr darum - und da muss ich mich leider wiederholen - unbequeme und tendenziell rebellische Minderheiten unter dem Daumen zu halten. Dazu ist das Cannabisverbot doch ein wunderbar probates Mittel: immer ist ein Vorwand vorhanden, um Menschen anzuhalten und zu durchsuchen und anhand ihrer gespeicherten Handynummern ganze Beziehungsnetze zu durchleuchten. Besonders praktisch sind die Strassenverkehrsgesetze, die es in der Schweiz und anderen Ländern ermöglichen, selbst Gelegenheitskonsumenten den Führerausweis zu entziehen - die Grenzwerte sind so tief angesetzt, dass auch ein Konsum, der vor zehn Tagen stattgefunden hat und die Fahrtüchtigkeit nicht im geringsten beeinträchtigt, für einen Ausweisentzug ausreicht. Traurig zu sehen, dass auch Grüne, wie die mir persönlich bekannte und geschätzte Esther Maag, resolute Befürworter dieses diskriminierenden Gesetzes-Machwerks waren.

In den Vereinigten Staaten sind vorwiegend Schwarze und andere Nicht-Weisse Opfer der Drogengesetze. Das kommt der Rechten sehr zupass, denn Vorbestrafte verlieren ihr Wahlrecht, sodass ein grosser Teil der tendenziell demokratisch ausgerichteten schwarzen Bevölkerung zum vornherein von den Wahlen ausgeschlossen werden kann.

Dass die Unterdrückung des Cannabiskonsums und die Verknappung des Hanf-Angebots zu vermehrtem Alkoholkonsum mit seinen sattsam bekannten gewalttätigen Folgen führt, wird von den rechts ausgerichteten Politikern gerne in Kauf genommen, denn mehr Gewalt bringt die Zustimmung der Bürger zu mehr Polizei, härterem Durchgreifen, mehr Ueberwachung und zu einer generellen Einschränkung der individuellen Freiheit und der Bürgerrechte. Dazu passt auch, dass die von den Politikern erzeugte Schwarzmarkt-Situation kriminelle und terroristische Organisationen fördert, denn Terror ist die beste Begründung für die faschistoiden Gesetze, die in den sogenannt aufgeklärten westlichen Demokratien zur Tagesordnung geworden sind.

Es besteht die Gefahr eines neuen Faschismus, der noch viel gefährlicher wird als die Nazi-Herrschaft, denn heute wird die Unterdrückung perfektioniert mit flächendeckender Video-Ueberwachung, mit Software, die einen Menschen anhand seiner Art sich zu bewegen identifizieren kann, mit routinemässiger Durchsuchung von elektronischer Kommunikation und Telefongesprächen, mit der Aufzeichnung aller Aufenthaltsorte eines Menschen anhand seines Mobiltelefons und mit der Erstellung vollständiger Profile jeden Bürgers aufgrund seiner Lektüre und seiner Aeusserungen im Internet. Winzige Drohnen mit Videokameras werden heute schon in den USA eingesetzt, um bei Musik-Festivals Cannabis-Konsumenten herauszupicken und zu verhaften.

Solange die einigermassen demokratischen Strukturen noch funktionieren, ist das noch nicht ganz schlimm. Wenn aber autoritäre Kreise die Macht übernehmen, ist für die vollständige Unterdrückung technologisch alles schon bestens vorbereitet. Dunkle Wolken am Horizont.


Schweizer Suchtexperten fordern regulierte Drogenfreigabe

November 12, 2007

Wie 20 Minuten berichtet, haben sich der Fachverband Sucht, das Groupement Romand d’Etudes des Addictions (GREA) und die Schweizerische Gesellschaft für Suchtmedizin (SSAM) in einem gemeinsamen Positionspapier für eine kohärente Suchtpolitik eingesetzt.

Aus der Pressemitteilung zum Positionspapier
Die drei Verbände halten grundsätzlich fest, dass der Suchtproblematik durch eine simple Einteilung in erlaubte und verbotene Substanzen nur sehr unbeholfen begegnet werden kann. Vielmehr müsse die Kriminalisierung der Konsumierenden gestoppt werden; alle Suchtmittelmärkte seien aus der Illegalität zu holen: «Der Zugang zu Suchtmitteln ist – nach Massgabe der effektiven Gefährlichkeit des jeweiligenSuchtmittels und in Berücksichtigung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen –klar zu regulieren.» Das sei die Voraussetzung, um im Zielkonflikt zwischen individueller Freiheit, gesellschaftlicher Verantwortung und wirtschaftlichen Interessen die bestmögliche Balance zu finden.

Dabei sind die grundsätzliche Mündigkeit der BürgerInnen ebenso zu respektieren wie die gesellschaftlichen Bedürfnisse nach Sicherheit und Ordnung. Eine gesundheitsförderliche Suchtpolitik muss in der Konsequenz einen kohärenten Umgang mit allen Suchtmitteln finden. Dabei gilt es, einer möglichst grossen Zahl von Menschen jene Kompetenzen zu vermitteln, die einen möglichst risikoarmen Umgang mit psychoaktiven Substanzen und suchterzeugenden Verhaltensweisen(z.B. Glücksspielsucht, Bildschirm-Sucht etc.) ermöglichen. Ideologische Abstinenzappelle sind dabei so wenig hilfreich wie eine allzu liberale Laisser-faire-Politik. Suchtpolitik muss vielmehr als Querschnittspolitik verstanden werden, «die alle Bereiche und Aufgaben der Politik tangiert und die Schaffung von Rahmen- und Lebensbedingungen unterstützt, welche die Entwicklung von Kompetenzen und Selbstverantwortlichkeit des Individuums fördert.» Mit der Forderung nach einer «kohärenten Suchtpolitik» stellen sich die drei Fachverbände auch hinter den wegweisenden Bericht psychoaktiv.ch der Eidgenössischen Kommission für Drogenfragen.

Die drei Fachgesellschaften geben ein klares Bekenntnis zur bundesrätlichen Vier-Säulen-Politik ab. Diese Politik setzt auf eine ausgewogene Mischung aus Prävention, Therapie, Schadenminderung und Repression. Sie wird seit über einem Jahrzehnt mit grossem Erfolg praktiziert und hat unter anderem die offenen Drogenszenen auf dem Platzspitz und dem Letten zum Verschwinden gebracht. Aktuell ist dieses Bekenntnis, weil der Ständerat in der Dezembersession die gesetzliche Verankerung der Vier-Säulen-Politik im Rahmen der Teilrevision des Betäubungsmittelgesetzes behandeln wird.

Die Veröffentlichung eines gemeinsamen Positionspapiers von Fachleuten medizinischer, sozialarbeiterischer und psychologischer Ausrichtung ist ein Novum. Moderne Suchthilfe wird so fachlich und politisch als multidisziplinäre Herausforderung positioniert, in der gefragt wird, welche Disziplin in welchem Abschnitt der Behandlungskette welche Aufgabe wahrnehmen kann. Damit wenden sich die drei Fachverbändeprogrammatisch gegen Tendenzen, die einzelnen Professionen und Ansätze gegeneinander auszuspielen.

Download: das Positionspapier der Schweizer Suchtexperten


Mit Blei vergiftetes Cannabis im Umlauf

November 12, 2007

Die Leipziger Polizei hat gemeldet, dass mit Blei vergiftetes Cannabis im Umlauf sei. Dies berichteten n-tv und andere Medien. Bislang seien den Ermittlern 19 Fälle bekannt, bei denen Konsumenten zum Teil schwerste Bleivergiftungen erlitten.

Im Mushroom-Magazin war bereits vor einigen Monaten von mit feingemahlenem Glas verunreinigtem Gras zu lesen gewesen, was der Lunge schwere Schädigungen zufügt.

Wer steckt wohl hinter solchen menschenverachtenden Aktionen? Wahrscheinlich skrupellose Kriminelle, die wegen ein paar Euro Zusatzprofit brutalste Verletzungen ihrer ahnungslosen Opfer in Kauf nehmen. Es ist aber auch denkbar, dass dunkle Kreise gezielt die Cannabis-Konsumenten verunsichern wollen.

Jedenfalls ist es Aufgabe der Politiker, die Volksgesundheit zu schützen. Und zwar nicht mit Verboten, die nun schon seit 40 Jahren nichts nützen, sondern mit staatlicher Qualitätskontrolle und regulierter Abgabe von Cannabis-Produkten und mit begleitenden Präventivmassnahmen, vor allem Jugendschutzbereich.

Solange die Regierungen weiterhin ihre Pflicht sträflich vernachlässigen - es ist vor allem auch eine Riesenschande, dass die Grünen und die Roten hier nicht aktiv werden - solange müssen Cannabiskonsumenten höchste Vorsicht walten lassen und den gekauften Stoff vor dem Konsum genauestens überprüfen. Wo irgendwie möglich soll der Hanf selber angepflanzt werden. Eltern sollen ihre jugendlichen Sprösslinge bei der Indoor-Pflanzung unterstützen, um sie vor dem Schwarzmarkt zu schützen, den verantwortungslose Politiker erzeugt haben.